Kreis Kaiserslautern „Kein ernsthaftes Kapazitätsproblem“
«Hochspeyer.» Die Kreisverwaltung Kaiserslautern sieht bei der Schülerbeförderung per Bus zwischen Hochspeyer und der Integrierten Gesamtschule (IGS) Enkenbach-Alsenborn „kein ernsthaftes Kapazitätsproblem“. In den Bussen gebe es noch Plätze, wenn vielleicht auch Stehplätze.
Bei der RHEINPFALZ-Aktion „Redaktion vor Ort“ in Hochspeyer hatte die zwölfjährige IGS-Schülerin Janina Aufenfeld geklagt, die Busse seien „morgens und mittags rappelvoll“. Bei Bremsmanövern flögen die Kinder durch den Bus. Außerdem kämen die Schüler, die morgens für die Fahrt zur IGS die Busse um 7.05 und um 7.45 Uhr nehmen können, öfter zu spät zum Unterricht (wir berichteten). Die Kreisverwaltung ging den Vorwürfen nach und hat die beiden Fahrten von Hochspeyer zur IGS Enkenbach-Alsenborn seit vergangenem Donnerstag von der DB Regio Bus GmbH kontrollieren lassen, wie Sven Philipp, Leiter der Abteilung „Ordnung, Verkehr und Schulen“, gestern mitteilte. „Letzte Woche waren die Ergebnisse nicht repräsentativ, da aufgrund von Schulveranstaltungen nicht alle Schüler an der Beförderung teilnahmen. Die Kontrollen diese Woche haben aber gezeigt, dass die beiden Fahrten mit rund 50 Personen pro Fahrzeug besetzt waren.“ Die eingesetzten Fahrzeuge hätten je nach Fabrikat allerdings in der Regel um die 90 Plätze – Sitz- und Stehplätze zusammengerechnet. „Daher kann nicht von einem ernsthaften Kapazitätsproblem gesprochen werden“, lautet Philipps Einschätzung. Dies gelte ebenso für die Rückfahrten nach der sechsten Schulstunde von der IGS nach Hochspeyer. Philipp stellt klar, dass „gemäß den Vorschriften des Personenbeförderungsgesetzes und der Straßenverkehrszulassungsverordnung“ im Linienverkehr, in den die Schülerbeförderung im Kreis seit 20 Jahren integriert ist, Stehplätze zugelassen sind. Dies bedeute, dass „die Stehplätze auch grundsätzlich vollständig auszuschöpfen sind“ und ein Anspruch auf einen Sitzplatz nicht bestehe. Von Janina Aufenfeld abgesehen sind Sven Philipp in jüngster Zeit keine weiteren Beschwerden zu Ohren gekommen, wie er sagt. Trotzdem würden in Absprache mit der DB Regio Bus GmbH die beiden morgendlichen Fahrten von Hochspeyer zur IGS in den nächsten Tagen weiterhin ausgezählt, kündigt er an. Geprüft hat die Kreisverwaltung auch Janina Aufenfelds Vorwurf, der Bus, der Hochspeyer um 7.45 Uhr verlässt, käme oft zu spät. Dieser könne – je nach Verkehrslage in Kaiserslautern, denn dort endet die vorherige Fahrt des Fahrzeugs – bis zu drei Minuten zu spät in Enkenbach ankommen, so das Ergebnis von Philipps Recherche. „Es gab im Mai auch einen Ausreißer von bis zu acht Minuten“, hat er festgestellt. Die DB Regio Bus GmbH werde prüfen, „inwiefern man die Fahrt beschleunigen kann“. Im Übrigen gebe es eine Alternative zur Fahrt mit dem Bus: den Zug. „Mit ihren VRN-Fahrkarten können die Schüler auch mit der Bahn von Hochspeyer nach Enkenbach fahren. Dies gilt auch – verbunden mit einem Umstieg – für die Frankensteiner.“