Kreis Kaiserslautern Kaufmann und Parlamentarier

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Nach dem Zweiten Weltkrieg war Carl Pallmann Präsident des Ernährungsbeirats für die französische Zone. Er verhandelte mit dem amerikanischen General Eisenhower in Wiesbaden und dem französischen Befehlshaber Boulay in Neustadt, um von der Bevölkerung Hungersnot und Seuchen abzuwenden. Der Kaiserslauterer Unternehmer Gehlen bezeichnete den Kaufmann und Politiker deshalb überschwänglich als den „Vater des Vaterlands der Pfälzer“.

Carl Pallmann, am 23. Dezember 1881 in Landstuhl geboren, besuchte die Volksschule seiner Vaterstadt und die Handelsschule in Donauwörth. Aus einer Kaufmannsfamilie stammend trat er als Handlungsgehilfe ins Eisenwarengeschäft seines Onkels ein. 1910 gründete Pallmann eine eigene Firma, die bis heute in Kaiserslautern besteht. Da seine Ehe mit Barbara Heger kinderlos blieb, adoptierte er seinen Neffen Klaus, der das Geschäft nach seinem Tod weiterführte. Der erfolgreiche Kaufmann interessierte sich Zeitlebens auch für gesellschaftliche und politische Fragen. Als Mitglied des Handlungsgehilfenvereins trat er dafür ein, die damals übliche Sonntagsarbeit abzuschaffen. In der Weimarer Republik gehörte er von 1928 bis ’33 dem Stadtrat von Kaiserslautern an. Gleichzeitig betätigte er sich in der Reichspartei des deutschen Mittelstands, der sogenannten Wirtschaftspartei. Bei den Wahlen von 1928 wurde er als Kandidat dieser Vereinigung in den Reichstag gewählt, in dem er mit einer kurzen Unterbrechung bis 1932 wirkte. Nach 1954 wurde Pallmann Präsident des Einzelhandelsverbands der Pfalz und Vizepräsident der Pfälzischen Industrie- und Handelskammer. Er versah diese Ämter mit so viel Elan, dass man ihn den „Nestor der pfälzischen Kaufleute“ nannte. Der verdiente Anführer seines Berufsstands wurde 1956 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Weitere Würdigungen seines unermüdlichen Einsatzes für die Gemeinschaft folgten: 1960 erhielt Pallmann die goldene Medaille der Landwirtschaftskammer, 1962 die goldene Verdienstmedaille des Einzelhandels. An seinem 80. Geburtstag ehrte ihn der Lauterer Oberbürgermeister mit der Barbarossaplakette der Stadt, der Landrat überreichte ihm den Wappenschild des Kreises. 1963 veröffentlichte Pallmann im hiesigen Heimatkalender einen Beitrag mit dem Titel „Aus meiner Vergangenheit als Laut’rer Bürger“. Er berichtet darin über seine Bemühungen um die Erhaltung des Mittelstands und seine Tätigkeit im Reichstagsausschuss für die besetzten Gebiete. Er schildert außerdem, wie er gemeinsam mit Prof. Dr. Damm nach 1945 für die Weiterführung der großen Kaiserslauterer Betriebe kämpfte und die Not der Bevölkerung in der Nachkriegszeit zu mildern versuchte. Carl Pallmann starb am 21. März 1968 im 87. Lebensjahr in Kaiserslautern. (khs)

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