Landstuhl
Kaiserstraße: Ausbaustart verzögert sich erneut
Erst sollte es im April losgehen, dann Anfang Mai. Zuletzt hieß es im Stadtrat, dass die Baufirma wohl erst Mitte Juni beginnen werde, weil sich das Ausschreibungsverfahren verzögert habe. Doch nun wird es wohl zumindest Spätsommer, bis die ersten Bagger rollen. „Die Tiefbauleistungen wurden im Frühjahr 2024 öffentlich ausgeschrieben und am 21. Mai submittiert“, berichtet Hersina. „Doch aufgrund der geringen Beteiligung und der sehr hohen Angebotspreise, die weit über dem kalkulierten Kostenansatz lagen, konnte leider kein Auftrag vergeben werden und die Vergabestelle der Verbandsgemeindeverwaltung musste die Ausschreibung aufheben.“
Geschätzt wurden die Kosten für die Arbeiten in der Kaiserstraße auf rund fünf Millionen Euro. „Doch das günstigste – und zugleich das einzige – Angebot, das einging, lag mehr als 15 Prozent darüber.“ In diesem Fall sehe das Vergaberecht eine Aufhebung der Ausschreibung vor.
Wieso ist das Interesse der Unternehmen an dem Landstuhler Großprojekt so gering? „So gering war es gar nicht“, sagt Hersina. Rund ein Dutzend Firmen hätte sich das Leistungsverzeichnis heruntergeladen. Doch da das Leistungsverzeichnis sehr umfangreich sei, hätten einige Firmen mitgeteilt, dass sie es zeitlich nicht schaffen, ein Angebot abzugeben, berichtet der Bürgermeister. „Nun wird die Verwaltung das Leistungsverzeichnis klarer definieren und dann die Ausschreibung schnellstmöglich wiederholen. Ich bin zuversichtlich, dass es dann im zweiten Anlauf klappt und wir eine Firma mit passendem Angebot finden.“
Beginn nicht vor Ende August
Hersina geht davon aus, dass das neue Vergabeverfahren acht bis zehn Wochen in Anspruch nehmen wird. „Mit einem Beginn der Bauarbeiten ist daher nicht vor Ende August 2024 zu rechnen.“ Dies sei insofern unglücklich, weil sich die Arbeiten im ersten Bauabschnitt, für die ein halbes Jahr angesetzt sind, damit durch die Weihnachtszeit ziehen werden, bedauert Hersina mit Blick auf die Landstuhler Geschäftswelt, die dem Projekt ohnehin mit Sorge entgegenblickt.
Vorgesehen sind beim Kaiserstraßenausbau insgesamt drei Bauabschnitte: Die Arbeiten beginnen ganz im Norden zwischen der Eisenbahnstraße und der Wiesenstraße. Der zweite Bauabschnitt reicht von der Wiesenstraße bis zum Pallmanns Eck, wo auch ein Teil des dort geplanten Kreisverkehrs gleich mitgebaut werden soll, um den Verkehrsfluss vom Pallmanns Eck in Richtung Ludwig- und Weiherstraße während des dritten Bauabschnitts zu gewährleisten. Der Rest des Kreisels und der Bereich der Kaiserstraße bis zur Einmündung der Von-Richthofen-Straße sind im letzten Bauabschnitt geplant.
Ralf Hersina rechnet insgesamt mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. „Man weiß nicht, wie sich in dieser Zeit die Preise etwa fürs Pflaster oder für den Sprit entwickeln werden“, weist er auf die „vielen Unwägbarkeiten“ hin, die eine Kalkulation des Angebots für die Firmen erschwere.