Kreis Kaiserslautern Jubiläumsfeier: 50 Jahre Feuerwehr Niedermohr – warum sie eigentlich viel älter ist
Eröffnet werden die Feierlichkeiten am Sonntag, 14. September, mit einem ökumenischen Gottesdienst um 9 Uhr an der Feuerwehr. Ab 11.30 Uhr ist ein Frühschoppen mit musikalischer Begleitung der Kolpingkapelle Kindsbach, Mittagessen gibt es um 12 Uhr, und ab 14.30 Uhr spielt der Musikverein Reichenbach böhmische Musik. Ab 15 Uhr lädt die Feuerwehr zu Kaffee und Kuchen ein. Viele Stationen für den Nachwuchs stehen bereit, darunter eine Hüpfburg. Eine Kinderolympiade und ein Gewinnspiel tragen zur Unterhaltung bei. Viele Fahrzeuge stehen zur Besichtigung bereit.
Genau genommen war vor 50 Jahren nicht die Gründung, sondern die Wiedergründung der Feuerwehr in Niedermohr. Schon vor 1900 müsse es eine Feuerwehr in der Gemeinde gegeben haben, heißt es aus dem Freundeskreis der Freiwilligen Feuerwehr – dies hätten ältere, inzwischen längst verstorbene Niedermohrer einst berichtet. Von 1900 bis 1926 soll demnach Karl Christoffel der Kommandant gewesen sein. Aus einem Personalstärke- und Ausrüstungsnachweisblatt von 1946 geht zudem hervor, dass Sebastian Schaller, Schmiedemeister zu Niedermohr, Kommandant der Feuerwehr und gleichzeitig Ortsbürgermeister war. Die Mannschaftsstärke betrug damals 40 Mann. 24 Männer standen für den sofortigen Einsatz bereit und waren im Ort beschäftigt, viele davon in der Landwirtschaft. Eine aus dem Jahr 1932 stammende Tragkraftspritze war wegen ständig erforderlicher Reparaturen nicht mehr einsetzbar. Zusätzlich verfügte die Feuerwehr über eine Handdruckspritze mit insgesamt 300 Meter Schlauchleitung. Die persönliche Schutzausrüstung bestand aus vier Stahlhelmen, zwei Hakengurten und sieben Dienströcken. Zu dieser Zeit hatte die Gemeinde Niedermohr 625 Einwohner und bestand aus 105 Gebäuden. Es gab 25 Hydranten mit einem Wasserdruck von maximal zwei Bar. Alarmiert wurde durch Glockengeläut oder einen Trompeter.
Der erste Versuch schlägt fehl
Mit dem Vollzug der Gebietsreform in Rheinland-Pfalz im Jahr 1972 ging der Brandschutz auf die neu gegründete Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach über. In der VG gab es zu diesem Zeitpunkt aber nur noch eine funktionierende Wehr: in Ramstein. Die Ramsteiner konnten jedoch die im Landesbrandschutzgesetz geforderten Einsatzzeiten von acht Minuten von der Alarmierung bis zum Eintreffen an der Einsatzstelle nicht flächendeckend erfüllen. Diese Tatsache machte es erforderlich, weitere Feuerwehreinheiten aufzustellen. Neben Niedermohr war auch Hütschenhausen vorgesehen. So wurde 1975 die Freiwillige Feuerwehr Niedermohr als Teileinheit der Feuerwehr der VG Ramstein-Miesenbach gegründet.
Zu einem Informationsgespräch im ehemaligen Rathaus in Niedermohr erschienen aber nur wenige Interessierte. Sie vereinbarten, innerhalb von zwei Wochen einen weiteren Versuch zu starten. Zur zweiten Veranstaltung fanden sich genügend Interessenten ein, sodass die neue Feuerwehreinheit Niedermohr am 16. Juni 1975 offiziell ihren Dienst aufnahm. Niedermohr ist bis heute neben Ramstein die einzige Ortsgemeinde, in der es gelang, eine Feuerwehreinheit neu aufzustellen, wie Wehrführer Christian Kaiser berichtet.