Kreis Kaiserslautern Imposante Kerle im Fokus

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Der mächtige „Frankelbacher“ ist nicht mehr, doch auch er hat seinen Platz im neuen Bildband „Birnbäume – Charakterbäume der Westpfalz“ von Horst Ohliger. Zwischen Glan und Lauter war der Fotograf aus Liebsthal (Kreis Kusel) unterwegs. Illustriert mit Zeichnungen und Aquarellen bietet der am heutigen Dienstag erscheinende Band im Großformat faszinierende Blicke auf die Natur im Jahreslauf.

Drei Jahre lang war Horst Ohliger auf der Pirsch mit Spiegelreflex- und Bridgekamera, im äußersten Nordwesten der Pfalz, zwischen dem Landstuhler Bruch und dem Lautertal, bei Nanzdietschweiler und am Remigiusberg im Kuseler Land und ebenso in Frankelbach und Eulenbis. Die Objekte seiner fotografischen Begierde: mächtige Birnbäume. Bis zu zehn Mal ging der Fotograf jeden der imposanten alten Kerle mit den knorrigen Stämmen an, bis das Licht stimmte, der Himmel klar und die Jungbullen auf der umliegenden Weide endlich friedlich gestimmt waren. Ohliger hat seine Modelle akribisch vermessen, kartiert und genau in den Sucher genommen – als Totale auf einem Hügelkamm genauso wie im Detail von der Wurzel bis zur Triebspitze und mit all den kleinen und größeren pflanzlichen wie tierischen Mitbewohnern, für die ein Birnbaum die Welt bedeutet. Apfel und Kirsche werden in der Westpfalz häufiger angebaut und zum Naturdenkmal hat es Ohligers Wissen nach bisher auch kein Birnbaum gebracht. Doch: „Wenn Sie einen mächtigen Einzelbaum an Kreuzungen, auf Wiesen und zum Teil auch noch auf Äckern sehen, dann ist es ein Birnbaum“, sagt Ohliger. Deshalb heißt sein fünfter Bildband im Untertitel „Charakterbäume unserer Landschaft“. Es sei Zeit, diese Bäume stärker herauszustellen, betont Ohliger. Er tut das nicht nur in seinen Fotos. Aufgelockert wird das Buch durch detailgetreue Zeichnungen aus Ohligers Feder und Aquarelle, die der Künstler Frieder Schneider eigens für den Band geschaffen hat. Kurze Texte bieten vertiefende naturkundliche, geografische und historische Informationen, es gibt Karten und eine Liste der mächtigsten 25 Bäume in der Westpfalz. Die Gliederung folgt dem Lauf der Natur durchs Jahr, dem ewigen Kreislauf von Ruhe, Erwachen und Reife. Offiziell vorgestellt wird der dann druckfrische, großformatige Band am kommenden Dienstag in Ohligers Haus von der Kaiserslauterer Kunsthistorikerin Georgia Matt-Haen. Blätter, die wie gemalt aussehen, gefallene Bäume und solche in voller grünlich-weißer Blütenpracht. Wespen, die sich an den Früchten laben, Käuzchen, die in Asthöhlen wohnen, Fliegen, die schimmern wie ein Regenbogen. Gerade gewachsene Stämme und knorrige, Bäume im Vollmond und im Schnee sowie im Licht von violett schimmernden Wolken: Ohliger liegt im Detail wie in der Totalen offenkundig das Gesamtkunstwerk Natur am Herzen. So ist sein Bildband auf jeder Seite ein Plädoyer für den Wert und die Schönheit der natürlichen Welt, die uns umgibt. Info —Birnbäume. Charakterbäume der Westpfalz, 136 Seiten, 39 Euro, erhältlich beim Autor, Telefon 06383 1723. —Buchvorstellung heute, Dienstag, 20. Dezember, 19 Uhr, Waldstraße 3, Quirnbach, Ortsteil Liebsthal (Kreis Kusel). |kgi

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