Otterberg RHEINPFALZ Plus Artikel Im Herbst 2022 gehen bei Ideal in Otterberg die Lichter aus

Ein großer Teil des Werkes von Ideal Automotive wurde im März beim Brand zerstört.
Ein großer Teil des Werkes von Ideal Automotive wurde im März beim Brand zerstört.

Im März wütete ein Großbrand bei Ideal Automotive. Nicht nur die Otterberger fragten sich seitdem, wie es dort wohl weitergehen wird. Jetzt ist es offiziell: Das Werk des Automobilzulieferers wird geschlossen. Das bestätigt die Kaiserslauterer IG Metall.

„Bis Herbst 2022 wird das Werk zu sein“, sagt Bernd Löffler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall. Damit wird dann auch der letzte der rund 70 Mitarbeiter seinen Job bei Ideal Automotive in Otterberg verloren haben. Das wird Löffler zufolge die zweite Phase der Betriebsschließung sein, denn schon jetzt geht es mit dem Personalabbau los.

Tagelang hielt der Brand bei Ideal Automotive damals die Feuerwehr in Atem, die zum Teil mit 150 Kräften im Einsatz war. Ein Schaden von über 30 Millionen Euro soll durch die Flammen entstanden und bis zu 40 Prozent des Werkes in der Otterberger Stadtmitte zerstört worden sein. Dieser Brand habe sozusagen als Beschleuniger gewirkt, sagt jetzt Bernd Löffler. Denn als Zuliefererbetrieb habe man es eh nicht einfach gehabt, „Friede, Freude, Eierkuchen“ sei nicht angesagt gewesen. Für die Beschäftigten hieß es: Kurzarbeit.

Interessenausgleich und Sozialplan

Die Geschäftsleitung sei auf den Betriebsrat zugegangen, um „zu schauen, wie weitere Lösungswege aussehen könnten“, berichtet Löffler. Der Betriebsrat habe sich dann Unterstützung von Fachleuten geholt, in Form der Mainzer Technologieberatungsstelle. „Es wurden Ideen entwickelt, wie der Standort gehalten werden könnte“, betont der Erste Bevollmächtigte. Da die Hoffnung groß gewesen sei, noch etwas bewegen zu können, sei man nicht an die Öffentlichkeit gegangen. Doch offensichtlich war alles vergeblich. Ideal Automotive wolle die Produktion in Otterberg nicht mehr aufrechterhalten – auch wenn sich der wirtschaftliche Schaden durch den Brand dank der Versicherungen wohl im Rahmen gehalten habe. Eine Rolle gespielt habe dabei allerdings auch der Standort mitten in der Stadt, mitten in einem Wohngebiet, wo beispielsweise Lärm ein Thema ist.

Interessenausgleich und Sozialplan wurden verhandelt. Im Ergebnis gibt es unter anderem eine Transfergesellschaft für zwölf Monate, wo sich die Mitarbeiter auch für den Arbeitsmarkt weiterqualifizieren können. Altersteilzeit wird ebenso angeboten. Zudem habe es die Zusage gegeben, dass Mitarbeiter auch an anderen Standorten von Ideal Automotive unterkommen könnten. Allerdings sei das wenig attraktiv, wie Löffler meint. Denn die Werke sind alles andere als in der Nähe, in Ingolstadt beispielsweise. Die Möglichkeit der Kündigung gibt es ebenso noch. „Dann kommt der Sozialplan zum Tragen, Abfindungen sind gegeben“, führt Löffler aus. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter soll in der ersten Phase vom Jobabbau betroffen sein. Bis 2022 wird aber noch weiterproduziert. „Es ist alles sehr, sehr traurig“, betont der Erste Bevollmächtigte. Für die Mitarbeiter sei das Ganze schlimm, für die IG Metall, für die Stadt Otterberg. Doch zumindest sei es von der Ausgestaltung des Sozialplans her ein guter Abschluss. Zurzeit hätten viele Zulieferer Probleme, auch in der Region, Märkte seien eingebrochen.

Von der Ideal Automotive GmbH, deren Hauptverwaltung in Bamberg angesiedelt ist, gab es am Mittwoch keine Stellungnahme dazu.

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