Kreis Kaiserslautern Heimatliebe und Politik

91-74462574.jpg

Der gewichtige Band ist fast 600 Seiten stark und trägt den Titel „Heimatbuch der Gemeinde Hauptstuhl“. Er wurde von Franz Traub, dem langjährigen Ortsbürgermeister, nach mühseliger Kleinarbeit herausgegeben. Mit dem 1995 erschienenen Werk setzte er nicht nur seinem Heimatdorf ein bleibendes Denkmal. Es bedeutete für ihn auch die Krönung seiner öffentlichen Tätigkeit.

Franz Traub wurde am 23. August 1925 in Hauptstuhl geboren. Er besuchte das Gymnasium und nahm als Achtzehnjähriger am Zweiten Weltkrieg teil. Nach der Rückkehr aus russischer Gefangenschaft holte er das Abitur nach und begab sich in den Dienst der Bundeszollverwaltung. Bereits 1946 trat er der CDU bei und wurde 1964 in den Hauptstuhler Gemeinderat gewählt. Als rühriger Zeitgenosse versah er zwei Jahrzehnte lang das Amt des Ortsbürgermeisters der Gemeinde Hauptstuhl und vertrat von 1974 bis ’79 die Interessen seiner Mitbürger im Rat der Verbandsgemeinde Landstuhl. In seiner Amtszeit brachte er das Dorf voran. Wegen der von ihm angeregten Grünanlagen wurde Hauptstuhl wiederholt beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet. Traub betrieb die Erschließung von Neubaugebieten, den Abschluss der Kanalisation, den Ausbau von Straßen und Wegen. Ein kommunaler Kindergarten und zwei Spielplätze entstanden, eine Feuerwache wurde gebaut, ein Festplatz angelegt und der Friedhof erweitert. 1991 trat Traub auf eigenen Wunsch als Ortsbürgermeister in den Ruhestand. Die Gemeinde würdigte seine Verdienste, indem sie ihn zum Ehrenbürger ernannte. Der pensionierte Zollamtmann, der heimatkundlich sehr interessiert war und dem Historischen Verein der Pfalz angehörte, machte sich nun daran, eine Chronik seiner Heimatgemeinde zu erstellen. In enger Zusammenarbeit mit dem Historiker Roland Paul, dem heutigen Direktor des Lauterer Instituts für pfälzische Geschichte, entwarf er ein Konzept, nach dem die von dem Hauptstuhler Lehrer Josef Quirin begonnene Ortsgeschichte ergänzt und weitergeführt werden sollte. Das Ergebnis war der umfangreiche Band, in dem zahlreiche namhafte Autoren die bewegte Vergangenheit und reiche Gegenwart des Dorfes darstellten. Viele der gut recherchierten und klar gegliederten Beiträge hatte Traub selbst verfasst. Er engagierte sich darüber hinaus in mehreren örtlichen und überörtlichen Vereinen und übte zwei Wahlperioden lang außerdem das Amt eines Schöffen aus. Nachdem die Ortschronik in der Form eines Heimatbuches erschienen war, ordnete er die vielen vorhandenen Dokumente, Karten und Fotos über Hauptstuhl in einem vorbildlichen Gemeindearchiv. Das öffentliche und ehrenamtliche Wirken des Politikers und Heimatfreunds wurde mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz anerkannt. Franz Traub starb am 22. Juni 2006 im Alter von 80 Jahren und wurde in Hauptstuhl beigesetzt. (khs)

x