Mackenbach
Handball-Stammtisch: Bier statt Ball, Kneipe statt Sporthalle
Warum halten Ramsteiner einen Stammtisch in Mackenbach ab? Diese Frage liegt bei einem Besuch der RHEINPFALZ bei der Handballrunde von sechs ehemaligen Spielern des Turnvereins 03 Ramstein auf der Hand. Gerne würden sie sich auch in Ramstein abends treffen, aber da gebe es keine geeignete Kneipe, wobei die Betonung der „alten“ Handballer auf Kneipe liegt. Die richtigen, echten Bier-Kneipen müsste der Staat fördern, findet Eric Naßhan, da es sich auch um Kommunikationsorte handele. Die Frage, warum sie gerade nach Mackenbach in die Wirtschaft Kaisers ausweichen, beantwortet er so: Er habe den damaligen Wirt, Harald Lauer, gekannt, und die Wirtschaft entspricht den Vorstellungen der Sechs.
„Dritte Halbzeit“ hat Tradition
Als Überbleibsel könnte man die jetzigen Stammtischler bezeichnen. Horst Radl, Thomas Hektor, Klaus Radl, Peter Bihl, Eric Naßhan und Rainer Buck spielten in ihrer aktiven Zeit nicht immer in einer Mannschaft – aufgrund der Altersunterschiede. Nur ein Jahr hätten sie es geschafft, alle zusammen in einem Team zu spielen.
Sie hätten sich aber schon zur aktiven Zeit nach den Spielen immer zur „dritten Halbzeit“ getroffen, wie die fünf anwesenden Handballer lächelnd erzählen. Und zwar damals noch in Ramstein in der Hubertusklausel beim „Ernst“, im Lindenbaum, den sie als ihre Stammwirtschaft bezeichnen und später im Maxi in der Landstuhler Straße. Aber Mackenbach ist jetzt schon seit drei Jahren ihr Treffpunkt.
Kameradschaft währt über 50 Jahre
Dass es sich hier um eine besondere Gruppe handelt, wird deutlich, wenn die Männer aus früheren Zeiten plaudern. Bei ihnen wurde und wird die Kameradschaft und Geselligkeit groß geschrieben. An Todestagen verstorbener Handballkameraden besuchen sie gemeinsam das jeweilige Grab. Der Stammtisch wird immer noch, wie schon zu Beginn 2002, wöchentlich abgehalten. Insgesamt kommen sie aber schon seit über 50 Jahren wöchentlich zusammen: früher nach Training und Spiel, heute auch ohne vorherige sportliche Betätigung. Der Stammtisch ist ein fester Termin im Kalender der sechs Handballer. „Wenn einer nicht kommen kann, meldet er sich sogar ab“, sagt Horst Radl.
Auf die Frage, ob Handball immer noch eine große Rolle in ihrem Leben spielen würde, antworten alle einstimmig mit „Ja“. Aktiv wären sie auch noch – aber nur beim Handballschauen im Fernsehen oder beim Diskutieren über die Spiele. Aber in diesem Jahr wollen sie mal nach Mannheim zu den Rhein-Neckar Löwen fahren, um ein Handball-Bundesligaspiel live anzuschauen. Beim Stammtisch ist nicht nur Handball und „ihr“ TV 03 Ramstein ein Thema, sie diskutieren über „Gott und die Welt“, früher, heute und morgen.