Kindsbach / Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Fiese Attacke: Tierretter soll von Hundehalter geschlagen und gewürgt worden sein

Häufig fangen die Tierretter aus Kindsbach ausgebüxte Hunde ein, die Gefahr laufen, überfahren zu werden. Im jüngsten Fall wurde
Häufig fangen die Tierretter aus Kindsbach ausgebüxte Hunde ein, die Gefahr laufen, überfahren zu werden. Im jüngsten Fall wurde einer der Ehrenamtlichen dabei von einem Hundehalter angegriffen.

Ein Helfer der Tierrettung in Kindsbach ist laut Tierschutzverein bei einem Einsatz in Ramstein attackiert worden. Die Polizei ermittelt, es geht um Körperverletzung.

„Es wird immer schlimmer“, seufzt Kai Zöller, Vorsitzender des Tierschutzvereins Kindsbach, dem auch die Tierrettung im Landkreis Kaiserslautern angehört, die über 1000 Mal im Jahr ausrückt, um Tieren in Not zu helfen. Dabei komme es immer häufiger zu verbalen Attacken, zu Beleidigungen aller Art. Im jüngsten Fall sei einer der ehrenamtlichen Helfer sogar körperlich angegriffen und verletzt worden, berichtet Zöller.

Der Vorfall ereignete sich am Freitag in Ramstein-Miesenbach: „Unsere Helfer waren gerade auf dem Rückweg von einem Einsatz, als ihnen ein Mann auffiel, der seinen kleinen Hund misshandelte.“ Der Mann habe das Tier am Geschirr erst hochgehoben, dann zu Boden gedrückt und mehrfach getreten. Der malträtierte Vierbeiner schlüpfte aus dem Geschirr und flüchtete – auf die Hauptverkehrsstraße, gibt Zöller wieder, was ihm seine Kollegen berichtet haben. „Den Halter hat es nicht gekümmert, dass der Hund auf die Straße rannte.“

Nur zu zweit zum Einsatz

Wohl aber die Tierretter im Auto: Sie stiegen aus und fingen das Tier wieder ein. „Aber als einer unserer Leute den Hund in die Box im Auto tun wollte, kam der Halter plötzlich von hinten, schlug auf ihn ein und würgte ihn am Hals.“ Der Ehrenamtler habe „in Notwehr zurückgeschlagen“, den Angriff so abgewehrt und sich zurückgezogen, um die Situation zu deeskalieren. Der Halter habe daraufhin seinen Hund genommen und sei davon gegangen – unauffällig verfolgt von der Kollegin des attackierten Tierretters. „Sie hat geschaut, wohin er geht, damit wir die Adresse haben. Dann haben wir die Polizei angerufen. Wir haben den Halter wegen Körperverletzung und wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt“, berichtet Zöller. Der verletzte Tierretter sei ins Krankenhaus gegangen. Zur Behandlung, aber auch um die Würgemale an seinem Hals dokumentieren zu lassen.

„Wenn man Tieren in Not helfen will und dann angegriffen wird, dann macht das was mit einem“, betont der Vorsitzende des Tierschutzvereins, dass solche Attacken nicht spurlos an den Betroffenen vorbeigingen. Das gelte auch für die Beleidigungen: „Das wird immer schlimmer! Was man sich da alles anhören muss!“, ärgert er sich. „Schließlich sind wir alle ehrenamtlich tätig und machen das in unserer Freizeit.“ Inzwischen sei die Situation so schlimm, dass die Tierretter nur noch mindestens zu zweit ausrückten zu den Einsätzen. „Zum Eigenschutz. Und wenn es brenzlig wird, rufen wir die anderen Ehrenamtler zu Hilfe. Oder die Polizei.“ Die Zusammenarbeit mit der Polizei sei sehr gut, unterstreicht er. „Wenn wir rufen, dann kommen die so schnell wie es ihnen möglich ist. Hut ab!“

Die Ermittlungen laufen

Trotzdem sei es traurig, dass die Tierretter immer wieder Anfeindungen ausgesetzt seien. Ans Aufhören denken Kai Zöller und sein Team dennoch nicht: „Es gibt so viel Tierleid. Wir machen weiter!“

Und was sagt die Polizei zu dem Vorfall in Ramstein? „Er ist bei uns aktenkundig, die polizeilichen Ermittlungen laufen. Zugrunde liegt unter anderem eine wechselseitige Körperverletzung“, so der Leiter der Inspektion Landstuhl, Siegfried Ranzinger, auf Anfrage. Auch die Kreisverwaltung Kaiserslautern – dort ist das Kreisveterinäramt angesiedelt – sei über den Vorfall in Kenntnis gesetzt worden.

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