Otterbach RHEINPFALZ Plus Artikel Entlaufenes Känguru: Einfangversuch misslingt

Macht Rast an der K40: Ein Bennett-Känguru ist aus einem Gehege in Otterbach ausgebüxt und wird gesucht.
Macht Rast an der K40: Ein Bennett-Känguru ist aus einem Gehege in Otterbach ausgebüxt und wurde gesucht.

Ein Känguru wird vermisst. Es ist aus einem Gehege in Otterbach ausgebüxt und am Mittwochnachmittag in den Wald gelaufen, wo sich seine Spur bisher verliert.

Dass Kängurus in der Westpfalz auf der Straße herumhüpfen, ist nicht gerade ein alltäglicher Anblick. Am Mittwochmorgen aber wurden gleich mehrere der Tiere auf der Otterbacher Hauptstraße gesichtet. Es ließ sich allerdings schnell klären, woher die Bennett-Kängurus stammten, nämlich aus dem Gehege von Erwin Schablowski.

Der 89-Jährige hält schon seit 40 Jahren die rund einen Meter großen Beuteltiere. Ausbüxen konnten sie aus ihrem umzäunten Gelände, weil ein umgestürzter Baum die Umfriedung beschädigt hatte. „In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat ein Sturm den Baum entwurzelt und der Wurzelballen hat den Zaun hochgeschoben“, berichtet Schablowski. Dort seien dann neun Tiere darunter durchgeschlüpft. „Denn Kängurus schlüpfen eher unten durch, als darüber zu springen“, weiß der erfahrene Tierhalter. Einmal außerhalb des Geheges, fänden Kängurus allerdings nicht mehr so leicht von alleine zurück. Das sei bei den Hirschen, die Schablowski ebenfalls hält, anders.

Behörde verfolgt Tier vier Stunden lang

Als ihn die Polizei am Mittwochmorgen informierte, dass in Otterbach Kängurus auf der Straße herumliefen, rückte er deshalb gleich aus und konnte acht der Tiere nach eigenen Angaben auch schnell wieder einfangen. Mit einem Netz sei das kein Problem, sagt der Tierhalter. Ein Känguru allerdings entwischte. „Wir haben es über vier Stunden verfolgt“, berichtet Marco Schmidt, der zuständige Sachbearbeiter des Kommunalen Vollzugsdienstes der Verbandsgemeinde (VG) Otterbach-Otterberg. Auf der K40, die zwischen Otterbach und Morlautern verläuft, habe das Tier dann eine längere Pause gemacht und ruhig am Straßenrand gesessen.

Dorthin wurde auch der Besitzer gerufen. Gemeinsam mit den Beamten wartete er auf den Tierarzt des Veterinäramtes, der das Känguru betäuben sollte. Dieser habe den Pfeil mit dem Betäubungsmittel abgeschossen und getroffen, das bestätigen Schablowski und Schmidt. Dennoch sei das Känguru auch nach einer halben Stunde nicht schläfrig geworden. „Eigentlich müsste die Betäubung nach 15 bis 20 Minuten schon wirken“, meint Schablowski. Als der Veterinär aber nach rund 30 Minuten auf das Tier zulief, hüpfte es in Richtung Wald davon. Ob die Dosierung des Mittels zu schwach war, könne er nicht sagen. Auch der Vollzugsdienst-Mitarbeiter kann diese Frage nicht beantworten.

Suche im Wald aussichtslos

Die Nachsuche zwischen den Bäumen habe jedenfalls nichts ergeben, sagt Schmidt von der Ordnungsbehörde. Für Schablowski ist das nicht verwunderlich. „Im Wald braucht man es nicht zu suchen, das ist wie die Nadel im Heuhaufen.“ Denn das nicht sehr große Tier mit dem grauen Fell sei gut getarnt und halte sich an Stellen im Wald auf, an die Menschen nicht unbedingt hinkämen. Das einzige, was nun zu tun bleibe, sei warten, bis jemand das Känguru zufällig irgendwo sichte. Schablowski würde es dann gerne in Richtung des bebauten Gebiets oder auf ein freies Feld treiben, denn dort sei das Einfangen mit einem Netz sehr viel einfacher.

Bis dahin macht sich der Tierhalter jedoch nicht allzu viele Sorgen um das Wallaby. Denn die tasmanische Känguru-Unterart könne problemlos Temperaturen von bis zu Minus 28 Grad Celsius aushalten. Auch zu fressen finde das Tier wohl. Eine Gefahr für Menschen stelle es ebenfalls nicht dar. Nur es selbst könnte gefährdet sein, wenn die Narkose doch noch wirke. In diesem Fall könnte das benommene Bennett-Känguru leicht einem Fuchs zum Opfer fallen.

Auf eines weisen Polizei und Tierhalter noch hin: Wer das Tier sehe, solle nicht versuchen, es selbst einzufangen, sondern stattdessen das Ordnungsamt der VG Otterbach-Otterberg, Telefon 06301 607212 (besetzt zwischen 8 und 16 Uhr), oder die Polizei anrufen.

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