Kreis Kaiserslautern
Enkenbach-Alsenborn: Entlassungen bei ITW
Beim Automobilzulieferer ITW in Enkenbach-Alsenborn sollen bis Ende Mai 40 Stellen wegfallen. Betriebsrat und IG Metall kritisieren, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten „hausgemacht“ seien. Die Geschäftsführung betont dagegen, dass es um die Zukunftssicherung gehe.
Seit Sommer 2016 ist der US-Konzern Illinois Tool Works Eigentümer des Enkenbacher Standorts, vormals TRW, dann ZF TRW. Rund 330 Mitarbeiter gibt es dort momentan nach Angaben der Geschäftsführung noch in den zwei Unternehmensbereichen Air Flow Management (Komponenten) und Global Fastener (Befestigungssysteme). In beiden sogenannten Divisionen werden nun jeweils 20 Stellen abgebaut.
Seit der ITW-Übernahme sei die Mitarbeiteranzahl stetig geschrumpft, kritisiert Betriebsratsvorsitzender Rainer Hinkel: Im Sommer 2016 habe es noch knapp 400 Beschäftigte gegeben. „Allein im Jahr 2018 haben bis zu 30 Beschäftigte den Betrieb auf Drängen der Geschäftsleitung mit Aufhebungsverträgen verlassen“, meint Hinkel. Er glaubt zudem nicht, dass es mit den aktuell 40 Entlassungen getan sei, da das Management im Zuge der Verhandlungen nicht bereit gewesen sei, den Verzicht auf weitere betriebsbedingte Kündigungen zuzusagen. „Wir machen uns deshalb grundsätzlich Sorgen um den ITW-Standort in Enkenbach“, stellt der Betriebsratsvorsitzende fest.
„Standort definitiv nicht in Gefahr“
Dabei gehe es dem ITW-Konzern „blendend“, schließlich habe dieser zuletzt nach eigenen Angaben einen Gewinn von 2,56 Milliarden Dollar erzielt, meint Miriam Bürger, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall. „Die wirtschaftlichen Herausforderungen am Standort Enkenbach, die jetzt nach Ansicht der Geschäftsleitung Entlassungen unausweichlich machen, sind hausgemacht und in der Unternehmensstrategie zur Gewinnmaximierung einkalkuliert.“ Betriebsratsvorsitzender Hinkel moniert, dass Aufträge in Enkenbach gezielt weggegeben worden seien, weil sie aus Sicht des Arbeitgebers nicht rentabel gewesen seien. Nun werde personell darauf reagiert.
Geschäftsführer Andreas Brune und Personalleiter Hartmut Walden halten entgegen: Vom Gesamtkonzern mit seinen sieben verschiedenen Geschäftsfeldern dürfe nicht auf die Automotive-Sparte geschlossen werden, die 20 Prozent davon ausmache. Dieser Bereich sei, was die Umsätze angehe, allgemein belastet. Stichwort: Diesel. Die Entlassungen begründen sie damit, dass mit ITW vor fast drei Jahren ein Mitbewerber Käufer war, der ähnliche Produkte hergestellt habe. So sei ein Bereich an einen anderen Standort und an eine andere ITW-Division verlagert worden. Ende des vergangenen Jahres sei dieser Prozess abgeschlossen gewesen. Zudem schlügen nun Synergieeffekte durch die Übernahme zu Buche. Es geht jetzt laut Brune und Walden um die Sicherung der internen und externen Wettbewerbsfähigkeit, darum, sich als Standort zu positionieren, sich bereit und attraktiv zu machen für zukünftige Geschäfte. Mit Verweis darauf betonen die beiden auch: Nein, der Enkenbacher Standort sei „definitiv nicht“ in Gefahr. Was aber möglicherweise noch weitere Kündigungen angeht, heißt es von der Geschäftsführung: Dazu könne jetzt noch nichts gesagt werden.
Mitarbeiter wissen seit Januar Bescheid
Als „angespannt und betrübt“ beschreibt Betriebsratsvorsitzender Hinkel die Stimmung unter den Beschäftigten. Sie wissen seit Ende Januar um die geplanten Stellenstreichungen, in einer Mitarbeiterversammlung wurde darüber informiert. Seitdem haben auch Betriebsrat und Management miteinander über einen Interessensausgleich verhandelt, was in der vergangenen Woche einen Abschluss fand. Die Gewerkschafter heben hervor, dass das Management im Rahmen der Verhandlungen nicht bereit gewesen sei, auf Stellenstreichungen zugunsten anderer Maßnahmen wie etwa Versetzungen zu verzichten und sich der Betriebsrat mit der Forderung nach einem verbindlichen Sozialplan mit einer Laufzeit bis mindestens Ende 2021 habe durchsetzen können. Dagegen betont die Gegenseite, dass es zu einem freiwilligen Sozialplan und zusätzlich noch zu einem „freiwilligen Programm mit weiteren finanziellen Anreizen“ gekommen sei. Ziel sei es, bei der Beendigung der Arbeitsverhältnisse zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen.