Kreis Kaiserslautern Eingekreist:
Da liegt er nun wieder. Der Bauschutt auf dem Ramsteiner Recyclinghof (RRH) ist vielleicht noch kein richtiger Berg, aber ein stattlicher Hügel allemal. Dass es nun nach einigen Jahren der Ruhe wieder soweit ist, verwundert wenig. Für die RRH GmbH ist das Motto „Vor vollendete Tatsachen stellen“ bisher gut aufgegangen. Mal ganz abgesehen davon, dass das Betriebsgebäude vor Jahren gänzlich ohne Baugenehmigung aufgestellt wurde und noch bis heute steht. Eine kleine Betriebsgenehmigung liegt immerhin vor. Allerdings erlaubt diese keinesfalls die Verarbeitung von großen Bauschuttmassen. Doch genau das wurde 2011 – einfach mal so – betrieben. Schnell hat der RRH sämtliche Grenzen überschritten. Geländegröße, zu verarbeitende Materialmenge und nicht zuletzt die Grenze zur guten Nachbarschaft. Der Dreck war angerichtet. Doch was nun? Ein rigoroses Vorgehen seitens der Behörden und ein durchaus mögliches kurzes und knappes „und Tschüss“ der RRH GmbH hätten wohl bedeutet: Die Beseitigung bleibt an Stadt und/oder Landkreis hängen. Also gab’s Auflagen. Aber jetzt mal ehrlich: Richtig vorwärts ging es damit auch nicht. Mittlerweile sind laut Kreisverwaltung rund 75 Prozent des 2011 angefallenen Schutts weg. Ein Viertel ist demnach auch nach fünf Jahren immer noch da. Ganz zu schweigen von der auch heute noch zu großen Ausdehnung des Betriebsgeländes. Die Kreisverwaltung hat für das aktuelle Projekt sogar eine Sondergenehmigung erteilt. Nur damit die RRH GmbH ihrer Pflicht nachkommen kann und weiter – salopp gesagt – ihren eigenen Dreck abbaut. Das ist doch mal eine Taktik. Schnell über alle Grenzen hinaus soviel Unheil anrichten, dass es kein anderer mehr wegmachen kann und will. Danach lässt sich die durch das eigene Fehlverhalten gewonnene Narrenfreiheit prima genießen. Die Anwohner der Vorderen Fröhnstraße in Landstuhl klagen über den Verkehr, der seit der Sperrung der Ludwigstraße zum Großteil durch ihre Straße umgeleitet wird. Stadt und Verbandsgemeinde wollen, dass es weiter flüssig vorangeht und den Autofahrern eine kurze Umleitung bieten. Nun gab es einige Vorschläge von Anwohnern, wie die Vordere Fröhnstraße entlastet werden könnte. Die Durchfahrt durch Hindernisse, eine andere Vorfahrtsregelung oder Ähnliches unattraktiv zu machen, lehnen Stadtbürgermeister Ralf Hersina (SPD) und der Bürgermeister der VG, Peter Degenhardt (CDU), ab. Eine Art Stop-and-Go-Verkehr wäre ihrer Ansicht nach die Folge für die Vordere Fröhnstraße. Womöglich eine noch größere Belastung für die Anwohner. Die Anregung, das Schild in Höhe der VR Bank durchzustreichen und damit zumindest den ein oder anderen Ortsunkundigen auf die längere Umgehungsstrecke zu schicken, ist hingegen schon umgesetzt. In der Vorderen Fröhnstraße steht ein Geschwindigkeitsmessgerät und der Zustand der Häuser wird dokumentiert. Falls sich dieser durch den starken Umleitungsverkehr verschlechtern sollte, könnten die Anwohner auf dieser Grundlage die Schäden geltend machen. All das zeigt: Der Landstuhler Bürger wird ernst genommen. Nun steht aber auch er in der Pflicht, die Belastung des Umleitungsverkehrs zu ertragen. Denn viel mehr können die Verantwortlichen von Stadt und VG nun wirklich nicht mehr tun. Klimaschutz geht nur gemeinsam. Das beweisen die Bürger der Verbandsgemeinde Weilerbach eindrucksvoll. Bei Bauprojekten legen viele von ihnen besonderes Augenmerk auf Energieeffizienz. Das mag auch mit der Anerkennung zusammenhängen, die den fleißigen Klimaschützern in Weilerbach entgegengebracht wird. Mit einem Danke und einem Händedruck ist es hier nämlich nicht getan. Als sichtbare Zeichen des Engagements in Sachen Klimaschutz verteilt die Verbandsgemeinde „Meilensteine“. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um eine Art Orden fürs Energiesparhaus. 155 „Meilensteine“ hat Weilerbach inzwischen schon verliehen. Und das Engagement der Bürger hält an. Die nächste Fuhre „Meilensteine“ gibt’s schon am Mittwoch, 27. April, im Provinzkino Enkenbach. Denn auf dem Weg zur Nullemissions-Gemeinde hat Weilerbach mitgerissen. Die Klimaschutzmanager der Gemeinden Enkenbach-Alsenborn und Hochspeyer wollen den Versuch starten, auch ihre Bürger für den Klimaschutz zu begeistern. Weilerbach und seine „Meilensteinträger“ dienen als Vorbild, die Preisverleihung in Enkenbach soll für das Projekt werben. Da bleibt nur eins zu wünschen: Viel Erfolg!