Kreis Kaiserslautern Eingekreist:

Der südliche Teil des Landkreises ist ja für oftmals bizarre Auseinandersetzungen und für – drücken wir es mal so aus – hartnäckige und unbeugsame Politiker bekannt. Da gab es schon öfter Situationen, in denen entweder zu heftig oder gar nicht mehr über den Fraktionstisch hinaus geredet wurde. Jetzt begab sich in Queidersbach wieder eine derartige Absonderlichkeit. In der Ratssitzung legten SPD und CDU ein gemeinsames Papier vor, in dem sie – entgegen ihrer Position auf VG-Ebene – die Vorteile einer Fusion der VG Kaiserslautern-Süd mit der VG Wallhalben anstelle der VG Landstuhl herausstellten. Nach der Berichterstattung ruderte der CDU-Ortsbürgermeister heftig zurück und erklärte, nein, so war das nicht gemeint, Wunschpartner sei weiterhin Landstuhl. Das verwunderte wiederum die FWG auf Heftigste und der Fraktionschef erklärte irritiert: Doch, genauso war es! Was sich da hinter den Kulissen vorab – und hinterher – abgespielt hat, können wir nur vermuten. Doch offenbar hat sich da eine Mannschaft auf ihren Weg gemacht, ohne dass der Kapitän so recht wusste, was diese genau tut. Zumindest musste der Chef die Situation nach außen geraderücken, egal, ob er selbst oder jemand anderes dafür verantwortlich ist, das ist nun mal sein Job. Dieser war sicher einer der unangenehmeren für den noch recht neuen Ortsbürgermeister. Eine wenig glückliche Figur hat er auf jeden Fall gemacht. Die Chance, eine bessere Figur zu machen, hat er nun bei einer anderen Auseinandersetzung, bei der schon ordentlich Porzellan zerschlagen wurde. Seit Jahren zieht sich der Streit zwischen Gemeinde und dem Investor hin, der am Ortsrand einen Supermarkt bauen wollte und von der Gemeinde ausgebremst wurde. Die Situation war vollends verfahren, die Kommunikation zwischen der Gemeinde – verkörpert durch die Ortsbürgermeisterin – und dem Investor war komplett ins Stocken geraten. Hier hat der neue Ortsbürgermeister Gelegenheit, die Fronten aufzubrechen und eine Lösung zum Wohle beiden Seiten zu finden. Noch nie war die Gelegenheit so günstig, denn ein Personalwechsel birgt immer Chancen für einen Neuanfang. Die begangenen Fehler kann er zwar nicht rückgängig machen, aber viel verfahrener kann’s ja kaum werden! Jetzt muss der Rat handeln. Seine Aufgabe ist es, jenen zu überzeugen, die Sache neu zu überdenken. Und vor einem Beschluss gründlich über die Folgen nachzudenken. Damit es nicht wieder so verfahren wird. Hoffentlich macht er dabei ein bessere Figur als rund um die letzte Ratsitzung. Oh ja, wenn wir schon bei verfahrenen Situationen sind: Von solch einer kann man wohl zwischen dem SV Alsenborn und dem SV Enkenbach reden. Eigentlich ist bei diesem Thema – der angepeilten Fusion der beiden Vereine aus Kostengründen – schon jedes Wort zu viel. Denn beide Seiten legen es auf die Goldwaage, tarieren es aus, beäugen misstrauisch, ob der andere nicht für eine klitzekleine Unebenheit gesorgt haben könnte − und selbst, wenn alles stimmt, dann ist der andere schuld. Egal woran. Deswegen sage ich dazu auch lieber gar nichts. Erwähne nicht, dass Enkenbach und Alsenborn schon seit über 40 Jahren Ort sind. Schreibe nicht, dass ein Zusammenschluss langfristig eigentlich immer für geringere Kosten sorgt. Oder dass es doch heißt, gemeinsam sind wir stark. Natürlich erwähne ich ebenso wenig, dass Tradition und Eigenständigkeit für manch einen ein hohes Gut sind. Oder dass eine Seite bei einer Fusion – egal welcher! – kürzer als die andere kommen. Nein, kein derartiges Wort kommt mir über die Lippen oder aus der Feder! Schließlich will ich niemanden beeinflussen, wenn Anfang Februar beim SVA abgestimmt wird. Das ist Sache des Vereins. Und vom Ergebnis lasse ich mich schlicht überraschen. Etwas holprig lief es ja jüngst auch in Landstuhl. Die Fördergemeinschaft verkündete, sie könne die Organisation des beliebten Stadtfests nicht mehr übernehmen. Sofort wurde laut losgejammert und die Schuld dem politischen Gegenüber zugeschoben. Doch nun hat sich ja alles in Wohlgefallen aufgelöst: Die Fördergemeinschaft richtet das Fest – von einer Event-Agentur unterstützt – weiter aus. Solch eine Kehrtwendung ist doch mal eine gute Nachricht. Und vielleicht, wer weiß, vielleicht gibt es ja hier und da auch Wendungen, die überraschend zum Guten führen. Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben!