Landstuhl
Ein Jahr Caritas-Altenzentrum St. Nikolaus
„Eigentlich hatten wir für das Einjährige eine größere Festivität geplant, mit Angehörigen und geladenen Gästen von außerhalb“, sagt Thomas Matz, Leiter der Einrichtung. „Aber Corona macht uns einen Strich durch die Rechnung. Aufgrund der steigenden Inzidenzwerte, die sicher auch neue Regelungen mit sich bringen, sehen wir davon ab.“ Gefeiert wird trotzdem, wenn auch in abgespeckter Form. „Es wird einen Gottesdienst im Freien geben, nachmittags Kaffee und Kuchen bei Livemusik und abends wird gegrillt. Wir möchten den Tag würdig begehen und unseren Bewohnern etwas Schönes bieten.“
Möglichst viel Abwechslung bieten
Die Pandemie war es auch, die es nötig machte, die Eröffnung des neuen Altenzentrums 2020 von März auf August zu verschieben. „Wir hätten uns gewünscht, in einer weniger schwierigen Zeit zu starten. Aber wir haben Glück. Dank unseres Schutzkonzepts mussten wir unter den Bewohnern bisher keinen Corona-Fall verzeichnen.“ Zwar hätten sich vier Mitarbeitende mit dem Virus infiziert, aber dank der raschen Früherkennung seien sie gleich aus dem Dienst genommen worden, sagt Matz und lobt in diesem Bereich die gute Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt.
Trotz der strengen Auflagen und den damit verbundenen Herausforderungen habe man sich bemüht, den Menschen, die in St. Nikolaus wohnen, möglichst viel Abwechslung zu bieten. „Zwar durften keine Gottesdienste stattfinden, und auch Singen war verboten. Aber wir haben etagenweise gekegelt, Bingo gespielt und uns einiges andere einfallen lassen.“ Die große Impfaktion im Januar trage etwas zur Entspannung bei.
70 Bewohner und Bewohnerinnen zählt das Haus derzeit. 14 der insgesamt 84 Einzelzimmer sind noch frei. Dabei mangele es nicht an Anfragen. „Unser Haus wird viel per Mund-zu-Mund-Propaganda weiter empfohlen, aber die Personalakquise ist schwierig. Es fehlt an Pflegekräften.“
Kaffee trinken im begrünten Innenhof
70 Köpfe zählt das Team – alle Bereiche zusammengenommen –, das für das Wohlergehen der Menschen sorgt. Manche waren schon in dem CAZ Maria Rosenberg mit von der Partie und nehmen die Anfahrt aus dem Südwest-Kreis auf sich. „Aber das tun sie gern. Die Zusammenarbeit in unserem Haus ist familiär, das Klima stimmt. Das spüren auch unsere Bewohner und Bewohnerinnen.“
Darüber hinaus komme allen die Konzeption des Hauses zugute. Dass er selbst an der Planung mitwirken konnte, sieht Thomas Matz, der gelernter Krankenpfleger ist, als wichtigen Vorteil. „Wenn man mit der täglichen Praxis vertraut ist, weiß man, worauf es ankommt.“ Das spiegelt sich in dem Haus wider, das sieben Wohngruppen mit jeweils zwölf Einzelzimmern und Gemeinschaftsbereich umfasst. Wobei es keinen eigenen Demenzbereich gibt. Alles ist hell und freundlich. Überall ist Barrierefreiheit gegeben, die Türen sind so breit, dass nicht nur ein Rollstuhl, sondern auch ein Bett problemlos durchpasst. „Darauf habe ich großen Wert gelegt.“ Das Essen wird im Haus gekocht und in den Wohngruppen serviert. „So haben alle einen direkten Kontakt zum Koch, können Lob, Anregungen und auch Kritik anbringen.“ Der begrünte Innenhof ist auf allen Seiten von dem Gebäude umrahmt und bietet damit einen geschützten Raum im Freien. Hier können die Bewohner und Bewohnerinnen ihre Runden drehen, sich mit anderen treffen, auf der Terrasse einen Kaffee trinken oder einfach einen Sonnentag genießen.
Stil der offenen Tür pflegen
Die durchdachte Planung des Hauses zahle sich auch für die Mitarbeiter aus. Für effektives Arbeiten sei eine klare, gut organisierte Struktur wichtig, die unnötige Lauferei erspart, so der 50-jährige Einrichtungsleiter. „Die Anforderungen an die Pflegekräfte sind hoch genug, auch durch die aufwendige, schriftliche Dokumentation ihrer Arbeit. Da muss man es ihnen nicht durch äußere Bedingungen zusätzlich schwer machen.“ Da Thomas Matz jederzeit ansprechbar sein möchte und einen Stil der offenen Tür pflegt, grenzt sein eigenes Büro direkt an einen Wohnbereich an.
Welche Wünsche hat er an die Zukunft? „Dass es uns gelingt, mehr Fachkräfte zu gewinnen.“ Die Chancen dafür stehen gut. „Denn die Caritas wirkt als Kooperationspartner bei der Ausbildung in der Altenpflege an der hiesigen Nikolaus-von-Weis-Schule mit.“