Weilerbach RHEINPFALZ Plus Artikel Doppelmord-Prozess: Vom Anruf bis zum Leichenfund

Sicherheitskontrolle vor dem Sitzungssaal eins am Landgericht Kaiserslautern.
Sicherheitskontrolle vor dem Sitzungssaal eins am Landgericht Kaiserslautern.

Als eine sehr zuverlässig geltende 60-Jährige Anfang März schon den zweiten Tag nicht bei der Arbeit in einem Supermarkt erscheint, macht sich ihre Vorgesetzte Sorgen und schaltet die Polizei ein. Wenig später wird die Leiche der Frau gefunden, neben ihr blutüberströmt ihr Lebensgefährte. An Tag zwei des Mordprozesses gegen den 38-jährigen Sohn der Getöteten am Landgericht Kaiserslautern wird am Donnerstag der Tag nachgezeichnet, der Weilerbach weit über die Dorfgrenzen hinaus in die Schlagzeilen brachte.

Um neun Uhr an jenem 8. März hätte die 60-Jährige ihre Schicht beginnen sollen. Doch sie kam nicht. „Das war sehr untypisch“, sagte ihre Vorgesetzte am Donnerstag bei Gericht aus. Sie habe sich ansonsten immer rechtzeitig abgemeldet, sei eine sehr gute und zuverlässige Mitarbeiterin gewesen. Mehrmals habe sie versucht, ihre Mitarbeiterin anzurufen – bis zuletzt um 20.30 Uhr.

Schreiben an Sohn bleibt unbeantwortet

Später habe sie den Sohn der Mitarbeiterin über Facebook gefunden und angeschrieben, aber keine Antwort erhalten. Als die Angestellte dann den zweiten Tag ohne Nachricht fehlte, alarmierte sie die Polizei. Sie habe auch von Problemen in der Familie gewusst.

Gegen 13 Uhr habe sie dann im Radio von einem Gewaltverbrechen und vom Fund zweier Leichen in Weilerbach gehört. „Sie haben das Verfahren in Gang gebracht“, entgegnete ihr der Vorsitzende Richter Raphaël Mall. Ein Verfahren, bei dem der 38-jährige Sohn der Getöteten sich wegen Mordes an seiner Mutter und deren Lebensgefährten sowie wegen schwerer Brandstiftung verantworten muss. Am Donnerstag geht der Prozess weiter.

Hier lesen Sie, wie der mutmaßliche Doppelmörder der Polizei entkam

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