Weilerbach
Doppelmord-Prozess: Vom Anruf bis zum Leichenfund
Um neun Uhr an jenem 8. März hätte die 60-Jährige ihre Schicht beginnen sollen. Doch sie kam nicht. „Das war sehr untypisch“, sagte ihre Vorgesetzte am Donnerstag bei Gericht aus. Sie habe sich ansonsten immer rechtzeitig abgemeldet, sei eine sehr gute und zuverlässige Mitarbeiterin gewesen. Mehrmals habe sie versucht, ihre Mitarbeiterin anzurufen – bis zuletzt um 20.30 Uhr.
Schreiben an Sohn bleibt unbeantwortet
Später habe sie den Sohn der Mitarbeiterin über Facebook gefunden und angeschrieben, aber keine Antwort erhalten. Als die Angestellte dann den zweiten Tag ohne Nachricht fehlte, alarmierte sie die Polizei. Sie habe auch von Problemen in der Familie gewusst.
Gegen 13 Uhr habe sie dann im Radio von einem Gewaltverbrechen und vom Fund zweier Leichen in Weilerbach gehört. „Sie haben das Verfahren in Gang gebracht“, entgegnete ihr der Vorsitzende Richter Raphaël Mall. Ein Verfahren, bei dem der 38-jährige Sohn der Getöteten sich wegen Mordes an seiner Mutter und deren Lebensgefährten sowie wegen schwerer Brandstiftung verantworten muss. Am Donnerstag geht der Prozess weiter.
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