Kreis Kaiserslautern Die Sonne war 2016 sehr geizig

Erst nass, kühl und teils stürmisch, in der zweiten Hälfte trocken mit einem verspäteten Sommer: So präsentierte sich das Wetter im Jahr 2016. Karnevalsumzüge mussten wegen Sturm und Regen abgesagt werden.
Das Jahr startete trübe und nass. Der Niederschlag kam zur Januarmitte über der Sickingerhöhe und an der Grenze zum Saarland als Schnee herunter – der immerhin an neun Tagen liegen blieb. Im Februar setzte sich das unbeständige und milde Wetter fort. An Karneval schüttete es zum Teil wie aus Eimern. Dazu brausten stürmische Böen über die Region. Viele Faschingsumzüge fielen dem Wetter zum Opfer. Bäche und kleinere Flüsse traten deutlich über die Ufer. Der März bracht dann doch noch ein wenig Winter zu uns – und ein Verkehrschaos am 7. März: 15 Zentimeter Schnee fielen vom späten Vormittag bis zum Nachmittag! Auch sonst blieb es in diesem Monat eher kalt als vorfrühlingshaft mild. Der April zeigte sich von seiner gewohnt launischen Seite. Im Schlussabschnitt schickte uns Polarluft Spätwintergrüße mit Schnee und Graupelschauern. Auf der Sickingerhöhe konnte sich am Abend des 26. sogar noch eine dünne Schneedecke bilden. Im Mai gab es gewaltige Temperatursprünge in kurzer Zeit. Die Eisheiligen verdarben mit örtlichen Nachtfrösten so manchem Landwirt die Frucht. Die Wolkenbrüche zum Monatsende hörten auch im Juni nicht auf. In vielen Gebieten der Westpfalz hieß es „Land unter“. So wurde dieser Monat mit verbreitet über 160 Litern auf den Quadratmeter auch der nasseste Juni seit über 30 Jahren. Im Juli beruhigte sich das Wetter und die Sonne rückte häufiger in den Mittelpunkt. Wegen des immer noch feuchten Untergrundes empfanden viele Menschen die Luft als unangenehm schwül. Nach einigen Startschwierigkeiten holte der Sommer ab August alles aus sich raus. Zum Ende des Monats gab es ein grandioses Sommerspektakel mit wolkenlosem Himmel und Temperaturen zwischen 32 und 35 Grad. Im Gegensatz zum Frühsommer wurde nun die Trockenheit zum Problem: Es war der niederschlagsärmste August seit 1991. Im September ging es genauso weiter. Um die Monatsmitte gab es rekordverdächtige Temperaturen von 30 bis 33 Grad. Und die Trockenheit setzte sich fort. Erst zum Monatswechsel setzte Landregen ein, im Oktober gab es den großen Einbruch: Die Sonne versteckte sich hinter hartnäckigen Wolken, teils waberte schon zäher Nebel über Teilen der Region, und die Temperaturen nahmen Herbstcharakter an. Im November ging es mit dem nass-grauen Herbstwetter dann weiter. Der Dezember bescherte uns hingegen so wenig Niederschlag wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn. Es fielen nur 11,4 Liter auf den Quadratmeter. Letztlich fiel das Jahr 2016 mit einem Temperaturmittel von 9,9 Grad um 0,2 Grad zu warm aus. Tiefsttemperaturen unter 0 Grad gab es an 71 Tagen, „Eistage“ mit einer Höchsttemperatur unter 0 Grad konnten sechs vermerkt werden. Minus 10 Grad wurden gar nicht erreicht. An 106 Tagen stieg das Thermometer auf mindestens 20 Grad, mindestens 25 Grad gab es an 49 Tagen. „Heiße Tage“ mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad wurden 13 verbucht. Der tiefste Wert dieses Jahres an der Wetterstation Lambsborn wurde am 20. Januar mit eisigen minus 9,2 Grad gemessen. Am wärmsten war es am 26. August mit schweißtreibenden 34,8 Grad. Die Niederschlagsmenge erreichte 907,1 Liter pro Quadratmeter, das entspricht 101,4 Prozent des langjährigen Mittelwertes. Regentage mit einem Mindestwert von 0,1 Litern pro Quadratmeter gab es 188. Der meiste Tagesniederschlag, mit 32,3 Litern pro Quadratmeter, fiel am 9. Februar. Der niederschlagsärmste Monat war der Dezember mit kläglichen 11,4 Litern pro Quadratmeter. Am meisten Niederschlag fiel im Juni, mit bemerkenswerten 166,4 Litern. An 24 Tagen blitzte und donnert es, davon alleine elf im Juni. An 35 Tagen fiel Schnee oder Schneeregen oder es trat Hagel oder Graupel auf. An 15 Tagen konnte eine winterliche Schneedecke gemessen werden. Diese erreichte am 7. März mit 15 Zentimetern ihren Höhepunkt. Nebel wurde an beachtlichen 58 Tagen beobachtet. An 21 Tagen brauste starker Wind über die Region. Sturm gab es aber meist nur auf den Höhen. „Heitere Tage“ wurden 34 vermerkt, „trübe Tage“ gab es hingegen 160. Die restlichen Tage lagen dazwischen. Insgesamt war der Himmel während des Jahres zu 68,9 Prozent von Wolken überzogen; damit bewegt sich dieser Wert im normalen Bereich. Die Sonnenscheindauer erreichte aber nur 1494 Stunden, was 87,3 Prozent des langjährigen Mittels entspricht. Damit war 2016 das sonnenscheinärmste Jahr seit über 20 Jahren. Darunter der sonnigste Monat war der August mit 248 Stunden, am wenigsten Sonne gab es im Februar mit nur 44 Stunden.