Hirschhorn RHEINPFALZ Plus Artikel Die Kindertagesstätte Naseweis in Hirschhorn setzt auf Social Media

Die Kinder erfüllen bei den Waldtagen an der PWV-Hütte die Aufgaben des Waldwichtels „Wurzelbart“, darunter das natürliche Einfä
Die Kinder erfüllen bei den Waldtagen an der PWV-Hütte die Aufgaben des Waldwichtels »Wurzelbart«, darunter das natürliche Einfärben von Tüchern. Melanie Rheinheimer (hinten rechts) und Jacqueline Klemens (vorne links) helfen ihnen.

Die Kita Naseweis geht mit Social Media-Auftritten und digitaler Elternarbeit neue Wege – mit Verknüpfung zur Waldpädagogik. Es wird viel gefilmt.

„Frau Rheinheimer, kommen sie schnell! Gucken sie mal“, ruft eines der Kinder der Erzieherin zu. Ein paar Kinder stehen dicht im Kreis. Das Gejauchze ist groß: „Oh, ist der groß!“, „Der ist hier aus der Erde gekrabbelt“ und „Der Felix hat ihn gefunden“, rufen die Kleinen. Dann wird er von Hand zu Hand gereicht: ein mächtiger Regenwurm. Schnell ist ein Name gefunden: „Das ist der Pfützi.“ Damit auch ja keiner auf ihn tritt, suchen die Kinder ein Zuhause für ihren Schützling. Passenderweise befindet sich direkt am Fundort ein uriger, moosiger, teils ausgehöhlter Baumstumpf. „Hier hat mal der Wurzelbart gewohnt, aber der ist jetzt auf Reisen“, berichten die Kinder. Also kann Pfützi dort nun einziehen. Eine Eichel erhält er obendrein als Geschenk fürs Inventar.

Der Waldwichtel Wurzelbart ist auch ein Grund dafür, dass die „Naseweise“ im Mai die Natur rund um die Hütte des Pfälzerwald-Vereins Olsbrücken inmitten des Waldes erkunden. Zum vierten Mal veranstaltete die kommunale Hirschhorner Kita ihre Waldtage. Einmal im Jahr geht es für die Kinder und Erzieher für drei Tage von morgens bis nachmittags in den Wald, wo sie die Natur mit allen Sinnen erleben, erforschen und entdecken sollen. Ihr altbekannter Waldwichtel Wurzelbart hat ihnen wieder Briefe mit Aufgaben geschrieben. Kita-Leiterin Melanie Rheinheimer legt aber auch Wert darauf, dass nicht nur geplante Aktionen stattfinden: „Die Kinder sollen ganz spontan entscheiden können, was sie machen möchten. Je nachdem, was sie gerade hier draußen in der Natur inspiriert.“

Die Eltern können „Mäuschen spielen“

Wenn sich Eltern schon beim normalen Kita-Alltag manchmal fragen, was ihre Kleinen wohl so den ganzen Tag in der Kita machen, so dürfte dies bei solchen Abenteuern im Wald erst recht der Fall sein. In der Kita Naseweis bleiben diese Fragen nicht unbeantwortet. Die Eltern können „Mäuschen spielen“ und sich alltägliche wie auch besondere Kita-Ereignisse ihrer Kinder im Nachhinein anschauen. Nachdem die Erzieherin Ronja Müller den Vorschlag gemacht und der kommunale Träger zugestimmt hatte, hat die Kita technisch und digital aufgerüstet. Mit einem Tablet, einer Kamera, einer Drohne und kleinen, per Clip befestigten Funkmikros machen die Erzieherinnen immer wieder Foto-, Video- und Tonaufnahmen von den Kleinen. Erzieherin und Medienbeauftragte Jacqueline Klemens lädt sämtliche Aufnahmen nach Kind sortiert in Ordner. Über einen zugeteilten Link haben Eltern dann Zugriff auf Aufzeichnungen ihres Kindes. Um auch der Öffentlichkeit einen Einblick zu geben, werden zudem einige Aufnahmen auf einem eigenen Instagram-Kanal gepostet, wobei dort die Kinder entweder nur von hinten zu sehen sind oder die Gesichter mit Stickern verdeckt werden.

An dieser Stelle finden Sie einen Post von Instagram.

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Das ist viel Arbeit für Jacqueline Klemens. Sie müsse sich dafür immer Zeit freischaufeln – was sie angesichts des offensichtlichen Spaßes der Kinder daran gern mache. „Die Kinder sind so stolz, wenn sie sich im Video sehen“, berichtet die Erzieherin. Positives Feedback kommt laut Kita-Leitung auch von den Eltern – sogar von jenen, die anfangs skeptisch waren. „Wir wollen unsere Arbeit transparent machen. Dabei geht es uns nicht um Selbstdarstellung, sondern um pädagogische Einblicke, Alltagsmomente und Bildungsprozesse“, erklärt Melanie Rheinheimer.

Wurzelbarteintopf von der Kita-Köchin

Die Waldtage und deren Organisation stellten immer eine große Herausforderung dar. Zu bewältigen sei dies nur dank ihres tollen Teams und mit viel ehrenamtlichem Engagement, so Rheinheimer. Jäger Thomas Waggoner ist mit dem Otterberger Wildmobil anwesend, um den Kindern spielerisch Wissen über das heimische Wild zu vermitteln. Außerdem kümmert er sich um das Lagerfeuer, über dem die Kita-Köchin den Wurzelbarteintopf zubereitet.

Vom teilweise einsetzenden Nieselregen zeigen sich die 20 Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren unbeeindruckt. Fünf Erzieher, ein Sozialassistent-Azubi und eine Praktikantin kümmern sich um die drei Gruppen. Juna, Feline, Charlotte, Mika und die beiden Felixe wollen vor dem Mittagessen noch ihre Wurzelbart-Aufgabe erledigen. Jeder mischt sich ein Glas mit Wasser und natürlichen Substanzen wie Blauholz und Saflorblätter. Darin tränken alle weiße Schaltücher, um sie zu färben. Fasziniert beobachten die „Naseweise“, wie sich die Tücher verfärben und beispielsweise auf Sonnenlicht reagieren: „Wir haben gezaubert! Erst war es rot, jetzt ist es lila!“

Info

Die Kita Naseweis auf Instagram: @kitanaseweis

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