Kreis Kaiserslautern „Die Fusion wirft ihre Schatten voraus“
Ein neues Verwaltungsgebäude für die Werke und fürs Einwohnermeldeamt, neue Fachräume für die Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule „Am Nanstein“ und die Sanierung der kleinen Sporthalle der IGS, eine Atemschutzgerätewerkstatt für die Feuerwehr und ein frischer Pflanzenfilter fürs Naturerlebnisbad: 2017 investiert die Verbandsgemeinde Landstuhl viel Geld in den Erhalt und Ausbau ihrer Infrastruktur.
Für rund 2,5 Millionen Euro entsteht in der Bahnstraße ein zusätzlicher Verwaltungsbau, in dem die Verbandsgemeindewerke und das Einwohnermeldeamt ein neues Domizil finden sollen. „Hier wirft die Fusion mit Kaiserslautern-Süd ihre Schatten voraus“, sagt Bürgermeister Peter Degenhardt (CDU) und erläutert, dass nach dem für Juli 2019 geplanten Zusammenschluss im Landstuhler Rathaus nicht alle Verwaltungsangestellten der beiden Gebietskörperschaften Platz finden werden. „Die Werke sind die autarkste Gruppe, daher haben wir uns entschieden, sie auszulagern.“ Den meisten Kundenverkehr habe hingegen das Einwohnermeldeamt. „Am neuen Standort in der Bahnstraße wird es für die Bürger, die aufs Amt müssen, einen Kunden-Parkplatz geben. Hier am Rathaus sind freie Parkplätze ja dünn gesät“, erklärt Degenhardt, wieso auch diese Behörde ausgelagert wird. Die Planung für das neue Gebäude soll 2017 abgeschlossen werden, wenn möglich werde man bereits im Herbst mit dem Bau beginnen. „Uns läuft die Zeit langsam davon“, so der Bürgermeister. „Schließlich rechnen wir mit einem Jahr Bauzeit. Dann ist es bereits Ende 2018/Anfang 2019 und die Fusion steht vor der Tür.“ Zusätzlich zu den Standorten in Landstuhl bleibe in Kaiserslautern am bisherigen Verwaltungssitz der VG Kaiserslautern-Süd in der Pirmasenser Straße eine Außenstelle erhalten. „Wie groß diese sein wird, haben wir noch nicht entschieden. Die Außenstelle soll aber in erster Linie als Bürgercenter dienen, in der Personalausweis und Co. verlängert werden können.“ Soll durch die Fusion der beiden Verbandsgemeinden nicht auch Personal abgebaut werden? „Doch, aber ohne Kündigungen“, betont Degenhardt. Er rechne mit sechs bis acht Stellen, die durch Ruhestandsregelungen frei und dann nicht mehr besetzt würden. „Das ist finanziell schon ein Haufen Holz“, findet er. Um das Zusammenwachsen der beiden Verwaltungen zu fördern, finde schon jetzt ein Austausch statt. „So lernen sich die Leute nach und nach kennen und sehen, welche Aufgaben wo anstehen. Auch ich mache schon viel mit meinem Bürgermeisterkollegen Uwe Unnold gemeinsam.“ An der Integrierten Gesamtschule Landstuhl werden 2018 die ersten Schüler das Abitur ablegen. Derzeit investiert der Zweckverband IGS, dem Verbandsgemeinde und Kreis angehören, in die schulische Infrastruktur für die Oberstufe: 560.000 Euro flossen in einen neuen naturwissenschaftlichen Fachraum, der bereits fast fertig ist. Einen neuen Kunstraum lässt sich der Verband 130.000 Euro kosten. Nach der großen wird nun auch die kleine Sporthalle für 1,4 Millionen Euro saniert. 70.000 Euro plant die VG für die Mensa an der Rotbach-Grundschule Hauptstuhl ein, „deren Bestand nach Aussage des Landes mittelfristig ja offenbar gesichert ist“, so Degenhardt. Laut Kreisverwaltung werden dort in der ersten Klasse zwölf, in der zweiten sechs sowie in der dritten und vierten Klasse jeweils neun Kinder unterrichtet. „So mancher wird vielleicht eine eigene Mensa für so wenige Schüler unnötig finden. Doch auch dort gibt es eine Ganztagsbetreuung. Und wir wollen schließlich überall in der Verbandsgemeinde die gleichen Lebensbedingungen bieten“, erläutert er, wieso auch in diese Zwergschule kräftig investiert wird. Im vergangenen Jahr hat das Naturerlebnisbad sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Jetzt fallen die ersten Sanierungsarbeiten an: Der Pflanzenfilter muss ausgetauscht werden. Kostenpunkt: 225.000 Euro. „Das Material ist verbacken und hat deshalb nicht mehr die volle Reinigungswirkung“, berichtet der Verwaltungschef. Daher müssten die Stoffe ersetzt werden. „Das ist zwar eine größere Sache, hat aber keine Auswirkung auf die nächste Freibadsaison“, versichert Degenhardt, dass die Anlage den Badegästen den ganzen Sommer über offen stehen wird. In der kalten Jahreszeit können Saunabesucher des Cubo das Wasser zur Erfrischung nutzen. Wie das Naturerlebnisbad sei auch die kommunale Sauna „eine Erfolgsgeschichte“, so Degenhardt. „Ohne Witz, das Cubo ist mittlerweile nach der Burg die Haupttouristenattraktion von Landstuhl“, betont der Bürgermeister. Viele Freunde der Schwitzkultur kämen aus der weiteren Region deswegen nach Landstuhl und buchten gleich auch eine Übernachtung in einem der Hotels der Stadt, sieht Degenhardt positive Auswirkungen auf den Fremdenverkehr. Auch die neue Mountainbikestrecke werde gut angenommen. 2017 soll nun auch der 14 Kilometer lange Wanderweg L2 rund um Landstuhl zertifiziert werden. „Einen Namen haben wir noch nicht, da müssen wir uns noch was einfallen lassen. Ich weiß nur, wie er ganz sicher nicht heißen wird: Sickingen-Weg.“ |oef