Kreis Kaiserslautern
Deutschlandweiter Gemeinde-Check: So schneiden die Orte rund um Kaiserslautern ab
Wie gut ist meine Gemeinde versorgt? Der Beantwortung dieser Frage hat sich das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Tabakprodukteherstellers Philip Morris gewidmet. 10.817 Gemeinden in ganz Deutschland wurden dafür bewertet und in fünf Kategorien von „sehr schlecht“ bis „sehr gut“ eingeteilt. Auch die Orte im Landkreis Kaiserslautern wurden hierfür unter die Lupe genommen – mit einem recht ausgewogenen Ergebnis: 18 Orte fallen in die Kategorien „gut“ und „sehr gut“, 19 in die Bereiche „schlecht“ und „sehr schlecht“. Die restlichen 13 bekommen ein neutrales „mittel“ aufgestempelt.
Zu den „Top-Orten“ im Kreis zählen demnach Landstuhl, Ramstein-Miesenbach und Otterbach, die im deutschlandweiten Ranking die Plätze 377, 389 und 531 von insgesamt 10.817 belegen. Schlusslichter sind dem privaten Wirtschaftsinstitut zufolge hingegen die Orte Heiligenmoschel (Rang 9471), Waldleiningen (Rang 10.151) und Kollweiler (Rang 10.237), die auch im bundesweiten Vergleich weit hinten liegen.
Bewertet wurden die Orte dem Institut zufolge anhand von fünf Versorgungsbereichen. Für jeden davon wurde der Gemeinde ein Rang auf der Skala aller untersuchten Gemeinden zugewiesen, aus deren Mittelwert ergibt sich dann die Gesamtplatzierung. Dazu zählen die Kategorien Bildung, Gesundheit, Mobilität, Digital und Freizeit. Zu jedem Bereich gehören weitere Unterpunkte, sodass am Ende 17 Indikatoren herauskommen. Zusätzlich soll eine Befragung von 5455 Personen des Marktforschungsinstituts Bilendi von 2025 in die Bewertung miteingeflossen sein.
Wie gut sind Schulen und Kitas erreichbar?
Spitzenreiter unter den Orten rund um Kaiserslautern beim Punkt Bildung ist das insgesamt mit „sehr gut“ bewertete Queidersbach, das in der Kategorie den 545. Rang zugewiesen bekommt. Schlusslicht ist Waldleiningen mit Rang 10.484. Betrachtet wurde die Erreichbarkeit von Grundschulen, weiterführenden Schulen, Gymnasien und die Versorgung mit Kitas, wie das Institut für Wirtschaft angibt. Bei der Frage der Erreichbarkeit habe man die Gebiete in Quadrate mit Seitenlängen von jeweils hundert Metern eingeteilt, wie sie auch im Zensus verwendet werden und von den einzelnen Zellen aus geschaut, wie gut die nächstgelegenen Bildungseinrichtungen von dort mit dem Auto erreichbar sind. Aus den einzelnen Ergebnissen wurde dann für jeden Ort der Mittelwert gebildet. So können auch mehrere Orte auf den gleichen Wert in den einzelnen Kategorien kommen. Bei den Kindergärten hingegen sei die Versorgung, also die Anzahl der Kitas im Verhältnis zur Anzahl der Kinder unter sechs Jahren im Ort, betrachtet worden. Auf die Bewertung der Erreichbarkeiten der Kindertagesstätten sei hier verzichtet worden, um stattdessen die Kapazität und den eventuellen Mangel an Plätzen miteinbeziehen zu können.
Silbermedaille in Sachen Mobilität
Queidersbach ist ebenfalls in der Kategorie Gesundheit der Spitzenreiter der Orte im Landkreis. Im bundesweiten Vergleich liegt die Gemeinde auf Rang 678. Am schlechtesten schneidet in der Region Frankelbach mit Rang 9955 ab. Auch hier wurde nach dem gleichen Prinzip wie in der Kategorie Bildung vorgegangen. Überprüft wurde die Erreichbarkeit von Hausärzten, Krankenhäusern, Apotheken und Pflegeeinrichtungen.
Den zweiten Rang – und das nicht nur im Kreis Kaiserslautern, sondern deutschlandweit – in der Kategorie Mobilität erreicht Steinwenden. Der Ort mit etwa 2500 Einwohnern ist vom IW generell mit „sehr gut“ bewertet worden. Am schlechtesten kreisweit schneidet hier hingegen Trippstadt auf Rang 8114 ab. Auffällig in dieser Kategorie sind die einzelnen Indikatoren. So wurde die Qualität von Brücken, die Verbindungen zum Regionalverkehr der Bahn sowie die Anbindung an Autobahnen und Flughäfen betrachtet – nicht aber Buslinien oder beispielsweise die Größe der Bahnhöfe.
Einer der digitalsten Orte Deutschlands
Eine weitere Überraschung zeigt sich beim Blick auf die Kategorie Digital. Laut dem Check ist hier nämlich deutschlandweit Schneckenhausen einer der Orte mit Rang eins. Zu diesem Ergebnis kommt das IW nach Betrachtung der Mobilfunkabdeckung und der Breitbandverfügbarkeit. Aber auch einer der digital am schlechtesten versorgten Orte liegt im Landkreis: Langwieden auf Rang 10.742.
Im letzten Punkt Freizeit stehen sich Weilerbach (405) und Krickenbach (9781) im regionalen Vergleich als am besten und am schlechtesten versorgt gegenüber. Betrachtet wurde die Erreichbarkeit von Schwimmbädern, Theatern und Museen.
Die Stadt Kaiserslautern belegt insgesamt Platz 211 und ist damit als „sehr gut“ bewertet worden. In den Bereichen Bildung, Gesundheit und Freizeit belegt sie Ränge im dreistelligen Bereich. Und auch in den Kategorien Bildung und Mobilität liegt sie deutschlandweit im oberen Drittel.
Schwächen des Gemeinde-Checks
Gerade der Punkt Freizeit offenbart die Schwächen der Untersuchung des privaten Wirtschaftsinstituts. Viele Freizeitangebote vor Ort, wie Vereine, Wander- und Fahrradwege oder Sportstätten wurden beispielsweise nicht berücksichtigt. Diese machen aber gerade in ländlichen Gemeinden einen großen Teil der Freizeitgestaltung und des Gemeindelebens generell aus. Ebenso fehlt die auf Gemeindeebene wichtige Anbindung mit Bussen, Ruftaxis oder Bürgerbussen in der Betrachtung im Punkt Mobilität. Im Bereich Gesundheit wurden hingegen Fachärzte außer Acht gelassen. Feuerwehrhäuser, Polizeireviere und Supermärkte wurden gar nicht betrachtet. Auch sagt der Check nichts über die Qualität der jeweiligen Angebote aus.
Alle Daten zum Gemeinde-Check des Deutschen Instituts für Wirtschaft können auf dessen Website nachgelesen werden: iwkoeln.de