Kreis Kaiserslautern Der Winter bringt das kühle Nass
Trocken war es in diesem Sommer auch im Kreis Kaiserslautern. Von Bewässerungsverboten blieb die Region aber verschont. „Wir sind durch den hier vorherrschenden Buntstandstein gesegnet“, erläutert Reinhard Schneider, der Geschäftsführer der Stadtwerke Ramstein-Miesenbach, dass der Klimawandel zumindest im Bereich der Trinkwasserversorgung noch keine kritischen Auswirkungen auf ganzer Fläche zeigt.
Die Versorgung mit Trinkwasser beruht in den überwiegenden Fällen auf der Nutzung natürlicher Grundwasservorkommen. In unserem Raum kommt besagtem Buntstandstein, der in weiten Teilen unter unseren Füßen liegt, eine herausragende Bedeutung bei der Wasserversorgung zu. Buntsandstein ist mit seinen Hohlräumen und Klüften ein ausgezeichneter Grundwasserleiter. Ankommendes Niederschlagswasser kann also problemlos nach unten gelangen und den Grundwasserspeicher auffüllen. „Wir leben von den Niederschlägen des Winterhalbjahres“, verdeutlicht Schneider, dass es bei der Trinkwasserversorgung vor allem auf die Niederschläge der Monate Oktober bis März ankommt. Und diese nehmen zu, wie aus den Klimasimulationen der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz hervorgeht. Seit Ende der 1990er Jahre widmet sich die Kooperation Kliwa (Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft), zu der auch der Deutsche Wetterdienst gehört, der Frage, wie dieser Herausforderung zu begegnen ist. Kliwa-Untersuchungen zum Langzeitverhalten ab 1931 ergaben, dass in Süddeutschland die Temperaturzunahme im Mittel im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis April) stärker ausfiel als im hydrologischen Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober). Als Folge der starken Erwärmung fällt im Winter mehr Regen und weniger Schnee. Die jährliche Niederschlagsmenge ist etwa gleich geblieben. Verändert hat sich jedoch die saisonale Verteilung des Niederschlags. Das Winterhalbjahr ist feuchter geworden. Das Sommerhalbjahr ist laut den Studien in seinem Langzeitverhalten überwiegend trockener geworden – insbesondere in den Monaten Juni bis August. In der nahen Zukunft (2021 bis 2050) wird eine leichte Zunahme des Jahresniederschlags mit einer weiteren innerjährlichen Verschiebung des Niederschlags vom Sommer- (Abnahme) in das Winterhalbjahr (Zunahme) erwartet, heißt es in der Kliwa-Langzeitstudie. Grundwasserversorgung und Trinkwasser scheinen also gesichert. Allerdings ist die Grundwasserneubildung aus Niederschlag nicht gleichbedeutend mit dem regional verfügbaren Grundwasser. Das hängt, wie Schneider sagt, von den Speichereigenschaften des Untergrunds ab. Die sind dank des Buntsandsteins in unserer Region sehr gut. Bei Starkregenereignissen, die immer häufiger auftreten, kommt es in Extremsituationen aber auch bei uns zum oberflächigen Abfließen des Niederschlags. „Das Wasser steht uns dann dort nicht zur Verfügung“, erläutert Schneider. Um es einmal krass auszudrücken: Da spült es auf der einen Straßenseite alles fort, und genau gegenüber kommt kein Wasser runter. Aber auch für die Fälle lokaler Starkregenereignisse seien die Wasserwerke gut aufgestellt. Sie haben sich längst vernetzt und verbündet, so dass im Notfall eine gegenseitige Wasserversorgung gesichert werden kann.