Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Der wärmste Juni seit 2003

Einen Sommernachmittag in der Alten Welt hat unsere Leserin Angela Welle im Foto festgehalten: Strahlender Sonnenschein war fast
Einen Sommernachmittag in der Alten Welt hat unsere Leserin Angela Welle im Foto festgehalten: Strahlender Sonnenschein war fast den ganzen Juni über angesagt.

Das Wetter in der Region: Der Juni bescherte uns Sonne bis zum Abwinken. Lange Zeit blieb es extrem trocken und sommerlich warm. Im Juli setzt sich das Sommerspektakel mit reichlich Sonnenschein und einigen teils gewittrigen Regenschauern insgesamt fort.

Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein begleitete nuns die meiste Zeit im Juni. Dazu bewegten sich die Tagestemperaturen überwiegend im Bereich zwischen 25 und 30 Grad. Nur selten war es etwas kühler. An manchen Tagen wurde auch mal die 30-Grad-Marke überschritten. Wegen der häufig sehr trockenen nordöstlichen bis östlichen Strömung wurden die Temperaturen im Schatten aber oft noch als angenehm empfunden. In der prallen Sonne war es dagegen sehr heiß. Eine willkommene Erfrischung boten die Nächte mit Tiefstwerten von allgemein zehn bis 16 Grad. In Folge der andauernden Trockenheit herrschte zum Teil hohe Waldbrandgefahr. Erst zum kalendarischen Sommerbeginn sorgte vorübergehend feuchtere Luft von Südwesten für einige kleinere Regengüsse und einzelne Gewitter. Die Niederschlagsmengen blieben jedoch sehr überschaubar.

Das Mittel der Lufttemperatur lag im Juni in der Westpfalz mit 20,4 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnittswert der vergangenen 25 Jahre. Damit war dies seit 2003 der wärmste Juni. Der tiefste Wert mit erfrischenden 9,4 Grad konnte am 3. Juni gemessen werden. Der höchste Wert dieses Monats wurde am 18. Juni mit schweißtreibenden 31,8 Grad verzeichnet. Die Niederschlagsmenge lag in Lambsborn bei nur 4,3 Litern pro Quadratmeter. Das entspricht sieben Prozent des langjährigen Monatsmittels von 61,1 Litern pro Quadratmeter. Damit war dies der niederschlagsärmste Juni seit über 25 Jahren. Die Sonnenscheindauer erreichte rekordverdächtige 357 Stunden. Das entspricht 153,9 Prozent des langjährigen Mittels. Durchschnittlich schien sie an jedem Tag elf Stunden und 54 Minuten.

Durchwachsen dürfte es weitergehen

Ähnlich wie im Juni wird es wahrscheinlich auch im Juli und August weitergehen, wobei sich die Sonne in den folgenden beiden Sommermonaten wohl etwas häufiger hinter Wolken versteckt. Regenfälle oder teils gewittrige Schauer nehmen insgesamt etwas zu. Zu Beginn des Monats Juli schickt uns ein umfangreiches Tief über dem Nordmeer und Skandinavien mit südwestlicher bis westlicher Strömung immer wieder Wolken, die sich mit der Sonne abwechseln. Regen oder Schauer treten jedoch nur selten auf. Die Tagestemperaturen bewegen sich dabei mit 21 bis 25 Grad im angenehmen Sommerbereich. Nachts kühlt es auf milde zwölf bis 16 Grad ab. Während der zweiten Wochenhälfte wandert ein Hoch über Mitteleuropa hinweg nach Polen. Mit einer auf südliche Richtungen drehenden Luftströmung steigen die Temperaturen an und können die 30-Grad-Marke überschreiten. Am Wochenende kündigen sich von Frankreich her örtliche Schauer- und Gewitterwolken an.

Über den Mittelabschnitt hinaus geht es wohl eher durchwachsen weiter. Zwischen einem Hoch südwestlich der Britischen Inseln und tiefem Luftdruck über Skandinavien gibt es eine Mischung aus kurzen freundlichen Phasen und durchziehenden dichteren Wolken mit einigen Regenfällen oder teils gewittrigen Schauern. Die Temperaturen erreichen tagsüber 23 bis 28 Grad, nachts bleibt es mild bei Werten zwischen zwölf und 17 Grad. Während der zweiten Monatshälfte entfernt sich das Tief nach Osten und das Atlantikhoch breitet seinen Einfluss über Mitteleuropa aus. Demnach steht uns freundliches und trockenes Hochsommerwetter bevor. Mit reichlich sonniger Unterstützung können die Temperaturen auf 28 bis 33 Grad klettern. Im Schlussabschnitt droht vor einer Atlantischen Störungsfront eine Hitzewelle mit Höchsttemperaturen von 33 bis 37 Grad. Mit Überqueren der Front muss mit teils kräftigen Regengüssen und Gewittern in Verbindung mit Starkregen, Hagelschlag und stürmischen Windböen gerechnet werden. Im Anschluss daran dürfen Hitzegeplagte durchatmen, weil die Temperaturen kurzzeitig spürbar nach unten purzeln. Die nächste Hitzephase könnte uns dann aber bereits schon um den Monatswechsel herum erreichen.

Letztendlich wird die Juli-Temperatur ein bis zwei Grad über dem Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre liegen. Die Niederschlagsmenge liegt allgemein unter dem Monatssollwert dieser Periode. Es können aber schauerbedingt schon auf engstem Raum große Unterschiede auftreten. Die Sonnenscheindauer wird den langjährigen Mittelwert wahrscheinlich wieder etwas überschreiten.

Klima im Wandel

  • Juni 2023: Durchschnittstemperatur: 20,4 Grad, Niederschlag: 4,3 Liter pro Quadratmeter, Sonnenscheindauer: 357 Stunden
  • Juni 2013: Durchschnittstemperatur: 16,4 Grad, Niederschlag: 61,8 Liter pro Quadratmeter, Sonnenscheindauer: 223 Stunden
  • Juni 1998: Durchschnittstemperatur: 16,3 Grad, Niederschlag: 51,2 Liter pro Quadratmeter, Sonnenscheindauer: 216 Stunden

Wettermann Michael Agne
Wettermann Michael Agne
kai_wetter_juni_ngen
x