Ramstein-Miesenbach
Das Pfadfinderzentrum Ramstein wird fit für die Zukunft gemacht
Unter der Leitung von Berthold Müller, dem verantwortlichen Leiter des Zentrums, laufen aktuell zahlreiche Reparatur- und Sanierungsarbeiten, um das Gelände zukunftsfähig zu machen. Seit 1986 ist das Zentrum eine feste Institution in der Region. Was einst mit einer Blockhütte begann – abgebaut in Stelzenberg und in Ramstein neu errichtet – hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Pfadfindergruppen aus dem gesamten westlichen Landkreis entwickelt. Heute gehört das Gelände sowohl der Stadt Ramstein-Miesenbach als auch den Pfadfindern selbst.
Etwa 120 Pfadfinder
Kinder können ab sechs Jahren bei den Pfadfindern mitmachen. Die jüngsten sind in der sogenannten Wölflingsstufe (sechs bis zehn Jahre), die sich thematisch am Dschungelbuch orientiert. Ab elf Jahren folgt die Pfadfinderstufe, wo unter anderem Seilknoten, Kartenlesen und der Umgang mit dem Kompass auf dem Programm stehen. Jugendliche ab 16 Jahren zählen zur Ranger-Stufe. Das Einzugsgebiet ist groß: Kinder und Jugendliche aus Hütschenhausen, Bann, Weilerbach und weiteren umliegenden Orten in der Westpfalz kommen regelmäßig ins Zentrum. Besonders bemerkenswert: Die Gruppenstunden werden von den jugendlichen Mitgliedern organisiert und geleitet – eine frühe Verantwortung. Etwa 120 Mitglieder zählt der Pfadfinderstamm aktuell. Nachwuchsprobleme gibt es nicht. „Eher fehlen uns Gruppenführer“, meint Müller. Viele Jugendliche ziehe es nach dem Abitur in andere Städte zum Studium.
„Dadurch, dass wir ständig etwas reparieren und neu machen, haben wir keinen Reparaturstau. Im Haus ist immer alles in Schuss“, erklärt Müller. Die laufenden Maßnahmen betreffen unter anderem das Sanitärgebäude. Der vordere Bereich wird neu gestaltet, Wege werden befestigt und die sanitären Anlagen für Jungen und Mädchen werden modernisiert.
Duschräume grundlegend renoviert
Besonders wichtig seien die Arbeiten im Innenbereich: Nach mehr als zehn Jahren wurden die Duschräume grundlegend renoviert. Statt der bisherigen Wandverkleidung kommen nun Fliesen zum Einsatz – eine langlebige Lösung angesichts der hohen Frequentierung. Schließlich verzeichnet das Gelände jährlich 15.000 bis 20.000 Übernachtungen. Auf dem Dach des Sanitärgebäudes befindet sich eine Photovoltaik-Anlage. Somit kann das Gebäude nahezu autark betrieben werden.
Die Kosten für die Maßnahmen stemmen verschiedene Schultern: So gibt die Stadt Ramstein, nachdem der Stadtrat dem Vorhaben zugestimmt hatte, insgesamt 15.766 Euro dazu. Auch der Förderverein der Pfadfinder unterstützt finanziell. Dazu kommen zahlreiche Eigenleistungen durch Vereinsmitglieder. Der laufende Betrieb finanziert den Rest – etwa durch Übernachtungsbeiträge (3,50 Euro pro Nacht auf dem Zeltplatz, zwölf Euro im Haus).
„Das ist eine große Aufgabe, so ein Haus in Schuss zu halten“, sagt Müller. Die Saison beginnt traditionell nach Ostern – und dann sei das Zentrum meist voll ausgebucht. Viele Schulklassen nutzen das Gelände für Klassenfahrten und übernachten im Selbstversorger-Haus.
Natur erleben und entdecken
Die Reparaturarbeiten werden überwiegend von älteren Mitgliedern wie Rentnern durchgeführt. Kinder und Jugendliche werden bewusst nicht für handwerkliche Aufgaben eingespannt – sie sollen lieber die Natur erleben und entdecken. Über das Gelände verteilt finden sich zahlreiche Informationsschilder zur heimischen Flora und Fauna. Hier soll nicht nur Wissen vermittelt, sondern ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge geschaffen werden. Die Bedeutung von Biodiversität wird anschaulich erklärt. Müller ist es wichtig, dass den Kindern und Jugendlichen veranschaulicht wird, dass alles in der Natur zusammenhängt. Alle Lebewesen seien miteinander verbunden – angefangen vom Mensch bis zum kleinsten Mikroorganismus. Müller nannte etwa das Beispiel der Bienen. Was wären wir ohne sie? Eine Biene bestäube zu 99 Prozent. Der Mensch könne dies – wie etwa in Japan schon nötig – nur zu maximal 60 Prozent.
Deshalb sei es wichtig, dass Organisationen wie die Ramsteiner Pfadfinder engagiert unterstützt werden. Neben der bereits im Vorjahr angelegten Wildblumenwiese entsteht aktuell ein Bereich für Wildbienen, der das Gelände bereichern soll.