Kreis Kaiserslautern Das Miteinander steht im Zentrum

Ökologische und ökonomische Aspekte vereinen sich in der 2016 gegründeten Schülerfirma „NaReGa“: Schüler verschiedener Klassenst
Ökologische und ökonomische Aspekte vereinen sich in der 2016 gegründeten Schülerfirma »NaReGa«: Schüler verschiedener Klassenstufen bauen in der AG beispielsweise Vogelhäuser, die sie dann über ihre Schülerfirma vermarkten.

«Ramstein-Miesenbach.»Wissen und Werte vermitteln – diesem Ziel hat sich das Reichswald-Gymnasium Ramstein-Miesenbach verschrieben. Lernen wird hier lebendig und zukunftsorientiert gestaltet und das Miteinander beruht auf Fairness und respektvollem Umgang.

Lernen soll Spaß machen, Gelerntes soll sich verankern. Das gelingt am besten, wenn das Schulklima stimmt. „Deshalb legen wir Wert auf eine gute Schulgemeinschaft, in der Schüler, Lehrer und Eltern offen miteinander kommunizieren, sich akzeptieren und respektieren“, umreißt Schulleiterin Sonja Tophofen das Leitbild der Schule. „Unser Anliegen ist es, die Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten zu fördern und zu fordern, um sie fit fürs Leben zu machen und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.“ Dass Gemeinschaftssinn eine zentrale Rolle spielt, spiegelt sich auch in dem Motto des Gymnasiums wider, das derzeit 807 Schüler und Schülerinnen besuchen: „Wir wachsen zusammen“. Als roter Faden zieht es sich durch alle Bereiche der Schule. Angefangen von der Orientierungsstufe, in der Kindern der Übergang von der Grundschule und die Eingewöhnung im Gymnasium erleichtert werden soll. Dazu dienen etwa ein Kennenlerntag vor den Sommerferien, wöchentliche Klassenleiterstunden in den Klassen fünf und sechs sowie ein Ausflug im Herbst mit zwei Übernachtungen – sogenannte Besinnungstage außerhalb des Unterrichts. Als erste Fremdsprache steht Englisch auf dem Plan, in Klasse sechs stehen Latein und Französisch als Pflichtfächer zur Wahl, beide in der neunten Klasse als freiwillige dritte Fremdsprache. Dann besteht auch die Möglichkeit, sich alternativ für Informatik als freiwilliges Zusatzfach zu entscheiden. Zur Schärfung des Profils und im Sinne besonderer Internationalität hat das Reichswald-Gymnasium als neuen Bereich bilingualen Unterricht eingeführt. „Er ist im Fach Gemeinschaftskunde angesiedelt, dabei wird eine zusätzliche Stunde in englischer Sprache unterrichtet. Wer den Bilingualunterricht auch in der Oberstufe fortsetzt, erhält neben dem Abiturzeugnis ein entsprechendes Zertifikat“, erklärt erster stellvertretender Schulleiter Martin Nunberger. Dass in der Oberstufe Sport als Leistungskurs angeboten werden kann, ist der Lage zu verdanken – mit Sportplatz und Schwimmbad in unmittelbarer Nähe. Seit Dezember 2017 ist das Reichswald-Gymnasium Netzwerkschule der TU Kaiserslautern, mit dem Ziel, gemeinsam Aktivitäten in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) weiterzuentwickeln. „Und speziell Abiturienten die Möglichkeit zu bieten, in die Uni reinzuschnuppern“, so Tophofen. Wenn das Wetter es zulässt, können die Schüler nach draußen wechseln und im grünen Klassenzimmer auf dem Schulgelände unterrichtet werden. „Der Lernraum unter freiem Himmel hat einen besonderen Reiz“, sagt zweiter Stellvertreter Dirk Janes, „deshalb ist er sehr beliebt. Bei der Entstehung des grünen Klassenzimmers haben Schüler aller Klassenstufen tatkräftig mitgeholfen.“ Die Chance, Schule selbst zu gestalten, wird auf vielfältige Weise genutzt und von der Lehrerschaft unterstützt. So ist nicht nur die Tanz-AG aktiv, es werden auch selbst geschriebene Musicals einstudiert und der Schulsanitätsdienst wurde schon mehrfach ausgezeichnet. Dass soziales Engagement eine wichtige Rolle spielt, zeigt sich nicht nur in der Miteinander-AG, die in Kooperation mit der Reha-Westpfalz Inklusion praktiziert. Schüler leisten auch ihren Beitrag, um eine kleine Entwicklungshilfeorganisation namens „Mati“ in Bangladesh zu unterstützen. Ökologische und ökonomische Aspekte vereinen sich in der 2016 gegründeten Schülerfirma „NaReGa- (Abkürzung für Nachhaltiges Reichswald Gartenzubehör) Schüler-GmbH“. Ein schulisches Projekt, das weniger den wirtschaftlichen Gewinn als pädagogische Ziele verfolgt. „In der Arbeitsgemeinschaft werden die Schüler für Wirtschaftsabläufe sensibilisiert. Sie lernen, was es bedeutet, eine Firma mit ihren einzelnen Abteilungen aufzubauen und zu führen“, so Nunberger. Produziert werden derzeit hauptsächlich Blumenpaletten, Nistkästen und Insektenhotels. Größtenteils aus Pfälzer Holz hergestellt, tragen sie nicht nur dem Prinzip der Nachhaltigkeit Rechnung, sondern verweisen auch auf die Verwurzelung in der Region. Die drückt sich ebenfalls im Namen Reichswald-Gymnasium aus, den die Schule seit 2014 trägt und der der Lage im Gebiet des Reichswaldes zu verdanken ist. „Aber wir sind auch in anderer Hinsicht mit der Region verbunden, indem wir eine gute Beziehung zu ortsansässigen Partnern pflegen. Viele helfen, den Bildungstag an unserer Schule zu gestalten und stellen Praktikumsplätze für die Schüler der neunten und zwölften Klasse zur Verfügung. An diesen Kontakten liegt uns viel, unter anderem um den Jugendlichen zu zeigen, dass sich auch in der Region Arbeit finden lässt“, sagt die Schulleiterin und wirft einen Blick in die Zukunft. „Wir werden verstärkt auf Digitalisierung setzen und die Bibliothek zu einem digitalen Lernzentrum umgestalten, damit die Schüler lernen, mit Hilfe dieser Medien zu recherchieren und eigenverantwortlich zu arbeiten.“ Info Weitere Infos im Internet unter www.reichswald-gymnasium.de und unter Telefon 06371/96480 sowie per E-Mail an sekretariat@reichswald-gymnasium.de .

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