Steinwenden
Dachstuhl von früherer Gaststätte steht in Flammen
Die Feuerwehr wurde zunächst alarmiert, weil angeblich „Büsche oder Bäume“ brannten, wie Matthias Hecktor, der stellvertretende Wehrleiter der Verbandsgemeindefeuerwehr Ramstein-Miesenbach, auf Anfrage mitteilt. Doch die Alarmstufe sei schnell erhöht worden, denn als die Einsatzkräfte um 20.47 Uhr vor Ort eintrafen, stand bereits der Dachstuhl des Gebäudes lichterloh in Flammen.
„Das hat gebrannt wie Zunder. Und der starke Wind hat das Feuer noch weiter angefacht“, berichtet der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, Ralf Hechler, der ebenfalls zur Brandstelle in der Schlichtstraße geeilt war. „Am Anfang haben wir nicht gewusst, ob womöglich jemand im Gebäude ist.“ Aber dann sei der neue Eigentümer des Geländes angekommen. „Dann war klar: Es ist zum Glück niemand drinnen“, so Hechler.
Schwierige Nachlöscharbeiten
Die Wehrleute konnten das Haus nicht mehr betreten und dämmten den Brand mit zwei Rohren von außen – auch unter Einsatz der Drehleiter – ein. Laut Hecktor gestalteten sich die Nachlöscharbeiten recht schwierig, auch weil der Außenbereich durch die Lage nur sehr schwer erreichbar gewesen sei.
Probleme gab es Hechler zufolge zunächst auch mit dem Wasserdruck auf den Schläuchen. „An dieser Stelle am Ortsrand ist die Wasserversorgung für eine Löschaktion in solch einer Dimension begrenzt. Aber die Feuerwehr hat das gut gemacht und den angrenzenden Silbersee angepumpt.“ Dabei handelt es sich um einen aufgestauten Fischweiher, der laut Ortsbürgermeister Ralf Guckenbiehl von den Einheimischen umgangssprachlich „Silbersee“ genannt wird, aber mit dem namensgleichen Kindsbacher Gewässer freilich nichts zu tun hat. „Mit dem zusätzlichen Wasser aus dem Teich konnte das Feuer, das immer wieder aufloderte, von oben abgelöscht werden“, berichtet Hechler.
Gegen 1.40 Uhr konnten die 34 Wehrleute der Feuerwehren aus Ramstein und Niedermohr, die mit sieben Fahrzeugen vor Ort waren, die Einsatzstelle wieder verlassen.
Das Haupthaus ist völlig ausgebrannt
Wie Hechler berichtet, befand sich früher in der Gaststätte „eine Art Western-Saloon“. Das Lokal sei aber schon länger geschlossen und das Gelände habe einen neuen Besitzer. Auf dem Areal werde noch geangelt. Während das Haupthaus völlig ausgebrannt sei, blieben die Nebengebäude von dem Brand verschont, so der Bürgermeister, der den Schaden „vorsichtig auf eine sechsstellige Summe“ schätzt. Laut Matthias Hecktor ist die Brandursache noch völlig unklar. Hechler: „Ob es einen technischen Defekt gab oder ob es sich um Brandstiftung handelt, muss nun die Polizei ermitteln.“ Die Kripo sei bereits am Mittwochabend vor Ort gewesen. „Heute sind sie nochmal dort, um die Brandstelle unter die Lupe zu nehmen.“