Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Busfahrer im Landkreis Kaiserslautern streiken

Die blauen Fahrzeuge mit den Buchstabden DB im Nummernschild hatten am Freitag Pause. Die Fahrer der DB-Regio-Bus GmbH streikten
Die blauen Fahrzeuge mit den Buchstabden DB im Nummernschild hatten am Freitag Pause. Die Fahrer der DB-Regio-Bus GmbH streikten. Foto: VIEW

Die Fahrzeuge der DB-Regio-Bus-GmbH standen am Freitag im ganzen Landkreis Kaiserslautern still. Die Busfahrer waren einem Streik-Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt. Die ganz großen Beförderungsprobleme blieben nach ersten Erkenntnissen wohl aus. Doch schon am Montag droht der nächste Streik.

„Die Busse der DB-Regio Bus Mitte fahren nicht“, bestätigte Erste Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt am Freitagvormittag auf RHEINPFALZ-Anfrage. In welchem Umfang sich das jedoch genau auf die Busverbindungen im öffentlichen Personennahverkehr auswirkt, konnte sie da noch nicht sagen. Klar sei jedoch, dass so einige Busse nicht kommen.

Zum Streik aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi. Hintergrund sind die andauernden Tarifverhandlungen im rheinland-pfälzischen Verkehrsgewerbe. Die Busfahrer fordern unter anderem ein 13. Monatsgehalt, die Erhöhung des Urlaubsgeldes und der Zuschläge für Nacht-, Feiertags- und Wochenendarbeit, die Fünf-Tage-Woche und die Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden. Um 4 Uhr morgens begann der Streik, der bis Mitternacht andauern sollte.

Wie viele Fahrten genau ausfallen, bleibt ungewiss

Wie viele Fahrten letztendlich ausfallen würden, konnte Heß-Schmidt nicht abschätzen. Unter anderem beauftrage DB-Regio-Bus nämlich auch Subunternehmer. Ob sich deren Fahrer den streikenden Kollegen bei DB-Regio-Bus anschließen, konnte Heß-Schmidt nicht sagen – und somit auch nicht, wie viele Linien tatsächlich nicht bedient werden. Der Kreis sei zudem lediglich Auftraggeber, wie DB-Regio-Bus die Fahrten konkret regelt, wisse die Kreisverwaltung nicht.

Ein Anruf bei der DB-Regio-Bus-Pressestelle in Frankfurt brachte auch keine weiteren Erkenntnisse. Wie viele Verbindungen fallen im Landkreis Kaiserslautern aus? Selbst diese Frage wurde nicht beantwortet. Das sei heute (am Freitag) noch nicht möglich, ließ die Pressestelle verlauten.

Die Kreisverwaltung habe gleich am Freitagmorgen die Schulen im Landkreis unterrichtet, dass die Busse der DB-Regio-Bus nicht fahren und wohl nicht alle Schüler zum Unterricht kommen könnten – oder eben die Heimfahrt nicht gewährleistet sei. „Wir fahren“, teilte hingegen die in Landstuhl ansässige Regionalbus Westpfalz GmbH mit, deren Busse vor allem im westlichen Landkreis in den Verbandsgemeinden Ramstein-Miesenbach, Landstuhl und Weilerbach verkehren.

Ausnahmsweise Elterntaxis erwünscht

Das galt offensichtlich auch für die Subunternehmer im Landkreis Kaiserslautern, meinte Gudrun Heß-Schmidt am Freitagnachmittag. Sie habe über den Tag hinweg viele von deren Bussen fahren gesehen. Und auch aus den Schulen habe sie von keinen großen Problemen gehört. Die Schüler, die morgens mit dem Bus in die Schule gekommen seien, seien nach ihren Erkenntnissen auch wieder von diesem abgeholt worden. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, Peter Degenhardt, habe lediglich von der Grundschule Trippstadt gehört, dass dort kein Schulbus gefahren sei, berichtete er auf Anfrage der RHEINPFALZ. Per – ausnahmsweise erwünschtem – Elterntaxi seien die Schüler aber wohl dennoch an ihre Lernstätte gelangt. Zudem habe die Schulleiterin bei ihm angefragt, ob der eigentlich bei der Nachmittagsbetreuung eingesetzte Shuttlebus genutzt werden könne, was er natürlich genehmigt habe.

„Das hat sich in Grenzen gehalten“, resümiert Heß-Schmidt die Auswirkungen des Streiks auf die Schülerbeförderung. Und auch der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, Marcus Klein, berichtet, dass in seiner VG wohl nur wenige Schüler nicht zum Unterricht gekommen seien.

Ob das nun alles gewesen ist, wird sich zeigen. Sowohl Heß-Schmidt als auch Degenhardt und Klein rechnen mit einem weiteren Busfahrer-Streik am Montag.

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