Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Bundessiegerrennen: Wenn Windhunde den „Hasen“ jagen

Afghanische Windhunde sprinten aus der Startbox. Nach 480 Metern ist das Ziel erreicht.
Afghanische Windhunde sprinten aus der Startbox. Nach 480 Metern ist das Ziel erreicht.

Ableinen, in die Startboxen und los geht’s: Am Sonntag sind auf der Windhundrennbahn in Landstuhl die Teilnehmer des Bundessiegerrennens an den Start gegangen. Einige der 113 Vierbeiner benötigten für die 480-Meter-Strecke weniger als 30 Sekunden.

Zehn Windhundrassen waren beim Rennen in Landstuhl vertreten – die Rassen Greyhound und Whippet am häufigsten. Nachdem die Rennbahn erneut aufbereitet worden war, ertönte um kurz nach 9 Uhr erstmals das Startsignal. Für die Starter begann das Turnierprozedere natürlich schon früher. Einige Hundehalter reisten ob der langen Anfahrt bereits am Vortag an. So zog es Teilnehmer aus Berlin, Frankreich und Luxemburg in die Westpfalz, um ihre Hunde ins Rennen zu schicken. Obwohl die Hundehalter aus vielen Ecken des Landes beziehungsweise aus verschiedenen Ländern kommen, kennen sie sich untereinander.

Bevor die Windhunde zur Startbox gebracht werden, müssen sie sich aufwärmen. Außerhalb des Geländes wird der Hund an der Leine geführt, und erste kurze Läufe werden absolviert, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und die Muskulatur aufzuwärmen. Doch nicht nur das gehört zur Wettkampfvorbereitung. Die Halter achten darauf, dass ihr Hund am Tag des Rennens so wenig Stress wie möglich ausgesetzt ist. Außerdem muss die Ernährung passen und der Hund darf nicht zu viel essen.

480 Meter in weniger als 30 Sekunden

Ein Patentrezept für die Vorbereitung gibt es nicht. „Ich kann meinen Hund erst wenige Minuten vor dem Rennstart aus dem Wohnwagen holen. Seine Vorfreude auf das Rennen ist jedes Mal so groß, dass er viel zu unruhig ist, wenn er schon davor zu viele Reize von außerhalb bekommt“, sagte eine Hundehalterin aus Berlin.

Sind die Hunde in ihrer zugewiesenen Startbox, dauert es nur wenige Augenblicke, bis das Rennen startet. Bis zu sechs Windhunde pro Lauf jagen dem Lockmittel, in Fachkreisen „Hase“ genannt, hinterher. Da Windhunde dank ihrer Sehstärke mit den Augen anstatt mit der Nase jagen, wird beim Rennen ein Objekt benötigt, das sich vor ihnen bewegt und sie zum Sprinten animiert. Dabei absolvieren sie oftmals eine Strecke von 480 Metern in weniger als 30 Sekunden und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometern.

Info

Wer einen Windhund besitzt und testen möchte, ob dieser auch zu solchen Leistungen fähig ist, kann sich mit dem Windhund-Renn- und Coursing-Verein Saar-Pfalz in Verbindung setzen. Weitere Infos im Netz unter wrcv-landstuhl.net.

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