Enkenbach-Alsenborn RHEINPFALZ Plus Artikel Bienenvolk nach Baumfällaktion samt Stamm umgesiedelt

Auf dem Gelände des Imkervereins an der Heidehütte steht der gekürzte Baumstamm samt Bienenvolk. Förster Tim Diekmann (links) ha
Auf dem Gelände des Imkervereins an der Heidehütte steht der gekürzte Baumstamm samt Bienenvolk. Förster Tim Diekmann (links) hatte es entdeckt und Imker Udo Zimmermann zu Hilfe gerufen.

Werden die vielen kleinen Tiere überleben? Noch ist es ungewiss. Der Vorsitzende des Imkervereins Enkenbach-Alsenborn, Udo Zimmermann, setzt derzeit alles daran, ein Anfang Februar zufällig entdecktes Bienenvolk zu retten.

Bei einer Baumfällaktion entlang der Bahnlinie aus Enkenbach-Alsenborn in Richtung Kaiserslautern ist es passiert. Als bei der in Kooperation des kommunalen Forstamtes mit der DB Fahrwegdienste GmbH durchgeführten Aktion eine Kiefer nahe Daubenbornerhof gefällt wurde, fiel dem zuständigen Revierleiter Tim Diekmann etwas besonderes auf. Er kontrollierte vor dem Abtransport das gepolterte Holz und bemerkte an jener gefällten Kiefer, dass sie hohl und bereits angefault war. Bei näherem Hinsehen stellte Diekmann überrascht fest, dass sich im Baumstamm ein Bienenvolk eingenistet hatte. Der Förster rief seinen Amtsvorgänger Udo Zimmermann vom örtlichen Imkerverein an. Der startete sofort den Versuch, das Bienenvolk zu retten.

Nasskaltes Wetter ist die größte Gefahr

„Alle haben mit angepackt“, schildert der Vereinsvorsitzende die gemeinsame Aktion von Brigitte Schott, Günter Militz, Thomas Reichel und Gerhard Seibert vom Imkerverein. Unterstützt haben auch die Arbeiter des Holzeinschlagunternehmens. Mit deren Hilfe gelang es, mit einer Vollerntemaschine den Stamm wieder von dem Polter herunter zu heben. Schließlich wurde der Stamm mit einem Durchmesser von circa 70 Zentimetern auf eine Länge von 1,20 Meter abgesägt und auf dem Gelände des Imkervereins aufgestellt.

Seit Oktober 2017 haben die Bienenfreunde das Gelände neben der Heidehütte von der Ortsgemeinde gepachtet. „Warten wir ab, wie es sich entwickelt und ob das Volk im April oder Mai, wenn es wärmer ist, noch da sein wird“, sagt Zimmermann. Die größte Gefahr sei das nasskalte Wetter in den Monaten Februar und März. Dies begünstige Pilzbefall. Es träten unter Umständen Durchfallerkrankungen bei den Bienen auf. „Es kann durchaus passieren, dass das Volk noch eingeht.“

Einen gewaltigen Schlag abgekriegt

Derzeit schwärmen die Immen, wie Bienen auch genannt werden, noch nicht. Sie sitzen in ihrem Baumstamm und zehren von ihren eingetragenen oder – falls unbedingt nötig – von den vom Imker beigefütterten Vorräten. „Wir lassen der Natur nun soweit ihren Lauf“, sagt der Vorsitzende. Ein Eingreifen seitens des Imkervereins sei nur möglich, wenn das Volk aus dem Stamm herausgeschnitten würde. Doch darin sieht Zimmermann aktuell wenig Erfolgschancen. „Das ist mir jetzt die falsche Jahreszeit. Das könnte ich im Mai machen. Dann überlegen wir auch, was wir letzten Endes tun. Im Moment haben wir das Holzstück so hingestellt, in der Hoffnung, dass sie sich selbst helfen können.“

Im Nachhinein wäre es natürlich schöner gewesen, wenn die Kiefer hätte stehen bleiben können, bedauert der Vorsitzende des Imkervereins. Doch das sei aus Verkehrssicherungsgründen nicht möglich gewesen, wie Förster Tim Diekmann betont. Durch die Baumfällung hat das Bienenvolk einen gewaltigen Schlag abgekriegt und ist massiv gestört worden. „Sie sind beim Fällen auf den Boden geknallt. Dabei ging mit Sicherheit die ein oder andere Wabe zu Bruch und Bienen sind wohl auch dabei kaputtgegangen. Es sind aber noch welche da, sonst hätten wir das Ganze ja nicht gemacht“, sagt Zimmermann.

Honigbienen im Baum

Um welche für Bienenart handelt es sich? Die Honigbiene sei seit Jahrmillionen bei uns heimisch, erläutert der Imker. Besonders in unserer Gegend sei die natürliche Behausung die Baumhöhle. Diese entsteht als Spechthöhle oder – wie in diesem Fall – durch einen abgebrochenen und später angefaulten Ast. Dadurch werde den Bienen eine mögliche Behausung geboten. Die Bienen seien wohl von einem Imker weggeflogen. Etwa 20 Prozent dieser ausgeflogenen Insekten fänden eine neue Behausung. Dadurch könnten die Völker mehrere Jahre lang überleben. Ob die Enkenbach-Alsenborner Immen überlebt haben, wird Zimmermann frühestens Anfang April wissen.

Info

Wer mehr über die Imkerei wissen möchte, kann sich an den Vorsitzenden des Imkervereins Enkenbach-Alsenborn wenden. Ab April sind wieder alle 14 Tage praktische Kurse geplant. Kontakt: Udo Zimmermann, Telefon 0159 01184290, oder E-Mail uck-zimmermann@t-online.de

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