Bruchmühlbach-Miesau RHEINPFALZ Plus Artikel Bahnlärm: Wann es mit dem Bau der Schutzwände losgeht

In Vogelbach, nahe der Bahnüberführung Zum Peterswald, ist die Achse der zukünftigen Lärmschutzwand bereits abgesteckt.
In Vogelbach, nahe der Bahnüberführung Zum Peterswald, ist die Achse der zukünftigen Lärmschutzwand bereits abgesteckt.

Die Lärmschutzwände, auf die Anlieger der vielbefahrenen Bahnlinie in Bruchmühlbach-Miesau schon lange warten, kommen. Was genau geplant ist, wann es losgeht und wie die Wände das Ortsbild verändern werden.

Gute Nachricht für Lärmgeplagte in Bruchmühlbach-Miesau: Die Deutsche Bahn AG realisiert dieses Jahr ihre Ankündigung, die Anwohner vom Krach vorbeirauschender Personen-, vor allem aber Güterzüge zu entlasten. Schon 2015 hatte es zu dem Projekt Infoveranstaltungen gegeben. Doch danach wurde es wieder still um das Thema und passiert ist jahrelang nichts.

Dass es nun mit den Arbeiten losgeht, freut Verbandsbürgermeister Erik Emich (CDU). „Mit dem Bau werden viele Menschen entlastet und ihre Wohnqualität an der vielbefahrenen Strecke steigt. Alles in allem handelt es sich hier um eine runde Sache, der die Gemeinde lange entgegengefiebert hat!“

Wo genau werden die Lärmschutzwände gebaut?
Am Ortsteil Vogelbach entlang ist eine Wand geplant, die die Ortslage komplett abschirmen soll, berichtet auf RHEINPFALZ-Anfrage Michael Pritzl-Rank, der in der Verbandsgemeindeverwaltung für das Projekt zuständig ist. Zusätzlich gebe es im Ortsteil Bruchmühlbach eine Wand: Diese erstreckt sich auf rund 400 Metern Länge entlang des Haltepunkts Bruchmühlbach und danach im Bereich der Mühl- und Fabrikstraße.

Neben den jetzigen Arbeiten soll es in einigen Jahren zudem noch eine Lärmschutzwand im Bereich der Bruchstraße geben. „Das freut mich besonders“, sagt Bürgermeister Emich. Für diesen zweiten Bauabschnitt mit rund 500 Metern Gesamtlänge ist jedoch ein Planfeststellungsverfahren nötig. „Ich gehe von sechs Jahren Vorlaufzeit aus“, sagt Pritzl-Rank. Danach müsse das Eisenbahninfrastrukturunternehmen DB Netz AG noch die für die Arbeiten notwendigen Sperrpausen bereitstellen.

Zurück zu den jetzt bevorstehenden Arbeiten: Wie lang und wie hoch sind die Lärmschutzwände?
Die gesamte Länge beträgt rund 2,5 Kilometer, so Pritzl-Rank. „Die Wände sind drei Meter hoch, gemessen ab der Schienenoberkante.“

Wie stark werden die Schutzwände den Lärm für die Anwohner mildern?
Die Lärmschutzwände sollen die Lärmbelastung der betroffenen Anwohner unter die gesetzlich festgelegten Lärmgrenzwerte drücken. „Der Lärm durch vorbeifahrende Züge wird sich deutlich verringern“, ist Emich überzeugt.

Ist eine Gestaltung der Wände oder eine Begrünung geplant?
Ja, sagt Pritzl-Rank: „Hier hat unsere Ortsgemeinde von ihrem Mitspracherecht bei der farblichen Gestaltung der Alu-Schallschutzelemente Gebrauch gemacht.“ Im Mai vergangenen Jahres gab es zu dieser Frage einen Gemeinderatsbeschluss. Demnach werden die Wände, die nicht gestrichen werden, beidseitig in zwei Grüntönen erstellt: bis 1,5 Meter Höhe ab Schienenoberkante in Maigrün, darüber in Gelbgrün. „Das passt ganz gut zum dunklen Hintergrund des Mischwalds“, findet Pritzl-Rank. Zusätzlich werde der Betonsockel unter den Alu-Elementen durchgefärbt, in Nussbraun. „Da sind wir die Ersten weit und breit, die sowas bekommen.“ Nach Einschätzung von Erik Emich fügt sich die immerhin zwei Kilometer lange Wand mit dieser Farbgebung gut in das Gesamtbild der Gemeinde ein. „Durch die farbliche Gestaltung in den Bauabschnitten Vogelbach, Bahnhofsumfeld und Bruchmühlbach passt sie zur Umgebung.“ Zur „Aufwertung des Bauhofumfeldes“ habe man sich hier für einen „technischen Grauton mit Glaselementen“ entschieden. „Durch den Einbau von Glaselementen wird dafür gesorgt, dass wichtige Blickbeziehungen nicht unterbrochen werden“, berichtet der Bürgermeister.

Wann beginnen die Arbeiten und wie lange dauern sie?
Die vorbereitenden Arbeiten – etwa Rückschnitt und Rodung – hätten bereits im Dezember begonnen, sagt Pritzl-Rank. Seit vergangener Woche werde zudem ein Streckenfernmeldekabel als Ersatz für ein erdverlegtes Kabel neu verlegt. Das vorhandene Kabel liege in der Achse der Lärmschutzwand und müsse auf rund 1300 Metern Länge ersetzt werden. Der Beginn der Arbeiten im Gleisbereich ist laut Pritzl-Rank in der Nacht von Mittwoch, 18. Januar, auf Donnerstag, 19. Januar, geplant. Die Arbeiten im Gleisbereich werden bis ins dritte Quartal 2023 hinein dauern. „Die Arbeiten am Haltepunktes Bruchmühlbach laufen parallel dazu, werden jedoch später abgeschlossen sein.“

Wieso wird auch nachts gearbeitet?
„Ein Teil der Arbeiten zum Bau der Lärmschutzwand müssen vom Gleis aus bewerkstelligt werden“, sagt Bürgermeister Emich. „Hierfür sind die sogenannten Sperrpausen notwendig, in denen der Bahnverkehr stillsteht.“ Diese Sperrpausen ließen sich in der Nacht besser in den Betriebsablauf integrieren. Da es sich um eine Wanderbaustelle handele, werde es aber nur zeitlich begrenzt an einem Ort zu nächtlichem Baulärm kommen. Die Bahn hat laut Emich versichert, dass sie „alles tun wird, um den Lärm so gering wie nur irgend möglich zu halten“.

Info

  • Am Dienstag, 17. Januar, findet ab 18 Uhr im Gemeindesaal der Grundschule Bruchmühlbach, Alte Straße 3, eine Informationsveranstaltung statt, bei der Vertreter der Bahn auch Fragen der Bürger beantworten.
  • Die Lärmschutzarbeiten haben Auswirkungen auf den Zugverkehr: Die abendliche Regionalbahn mit der Zugnummer 12893 (planmäßig 20.37 Uhr ab Kaiserslautern Hauptbahnhof) entfällt werktags von 20. Januar bis 28. März zwischen Landstuhl und Homburg, teilt der Zweckverband öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd mit. Die DB Regio werde einen Schienenersatzverkehr einrichten, „dessen Fahrzeiten von dem des Zuges leider abweichen müssen“. Darüber hinaus verkehren die Züge auf dem eingleisigen Abschnitt zwischen Homburg und Landstuhl abends ab 21 Uhr laut Zweckverband mit bis zu 20 Minuten Verspätung.
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