Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ausbau für den Ernstfall: Noch immer fehlen Sirenen

Derartige Sirenen gab es früher auf vielen Dächern. Moderne Anlagen können heute viel mehr als die alten. Sie können auch Sprach
Derartige Sirenen gab es früher auf vielen Dächern. Moderne Anlagen können heute viel mehr als die alten. Sie können auch Sprachnachrichten wiedergeben.

Der Kreis Kaiserslautern setzt wieder verstärkt auf Sirenen. Im Ernstfall soll die Bevölkerung so besser gewarnt werden können. Sind mittlerweile alle Anlagen montiert?

Die Ahrtalkatastrophe sorgte noch einmal für den letzten Anschub: Auch weil die Menschen dort nicht ausreichend vor den Wassermassen gewarnt werden konnten, standen die Sirenen im Land wieder verstärkt im Fokus. Bund und Land legten Förderprogramme auf. Auch der Kaiserslauterer Kreistag sprach sich für den Aufbau eines Netzes aus Hochleistungssirenen aus. Zwar gab es damals in den 50 Ortsgemeinden noch 38 Sirenen, diese konnten aber nicht effektiv und flächendeckend zur Warnung der Bevölkerung eingesetzt werden. Beispielsweise gab es nicht wie bei modernen Geräten die Möglichkeit, Sprachdurchsagen abzusetzen. Um gut gerüstet zu sein, sollten also im Landkreis 105 Sirenen auf öffentlichen Gebäuden installiert werden und 87 auf privaten.

Vor rund einem Jahr teilte der Kreis dann auf Anfrage mit, dass es mit dem Ausbau schon losgegangen sei. Zehn Anlagen waren damals installiert. In der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau wurde der Anfang gemacht. Im vergangenen Sommer waren es 24 Sirenen. Dabei sollte der Aufbau da eigentlich schon abgeschlossen sein. Die Verzögerung wurde unter anderem damit begründet, dass es deutschlandweit eine hohe Nachfragen an Sirenen gebe, aber nur relativ wenige Firmen diese aufbauen könnten.

Standort wird überprüft

Auch jetzt ist die Montage noch immer nicht abgeschlossen. Rund ein Drittel der Anlagen ist nach Angaben der Kreisverwaltung mittlerweile aber aufgebaut. 25 weitere sollten folgen und je nach Witterung installiert werden. „27 Gebäude stehen in der Umsetzung noch aus, da dort die elektrischen Vorarbeiten noch nicht abgeschlossen sind“, heißt es von der Kreisverwaltung. In Hinblick auf weitere zwölf Gebäude müssen erst noch Gespräche mit dem Denkmalschutz geführt werden. Bei sechs der angepeilten 105 Sirenen wird offenbar der anvisierte Standort noch einmal unter die Lupe genommen.

In den Verbandsgemeinden Weilerbach und Otterbach-Otterberg waren bis zur vergangenen Woche noch keine der neuen Sirenen montiert.

Bis Ende des Jahres, worauf der Kreis noch im Sommer hoffte, ist der Aufbau jedenfalls nicht abgeschlossen. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass es noch bis zum nächsten Frühjahr dauert, die neuen Anlagen zu installieren. „Die beauftragte Firma ist mit ihrem Monteurteam im Planfenster, in den nächsten Tagen wird nochmals Material für die Ausstattung von weiteren 25 Standorten abgeholt.“

Ob die neuen Sirenen dann sogleich in den Betrieb gehen und es sofort Sprachnachrichten und ähnliches geben könnte, vermag der Kreis derzeit nicht zu beantworten. Auch dazu, wie es mit dem Aufbau der Anlagen auf nicht öffentlichen Gebäuden weitergeht, sagt er nur: Zuerst sollen die Sirenen auf den öffentlichen Bauten montiert werden. Danach könne erst die Umsetzung auf den Privathäusern beginnen.

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