Das Wetter in der Region RHEINPFALZ Plus Artikel Auch für Mai wird überdurchschnittlich viel Regen erwartet

Die Rapsblüte ist weitgehend vorbei.
Die Rapsblüte ist weitgehend vorbei.

Der April machte in diesem Jahr seinem Ruf als launischer Geselle wieder alle Ehre. Von Frost bis Frühsommer war alles da. Im Mai wird die Sonne wohltuende Frühlingswärme spenden – gefolgt von Regen- und Gewitterwolken.

Im April gab es einen ständigen Wechsel aus Sonne und Wolken mit häufigem Regen oder Schauern. Mit den Temperaturen gingen dabei stets auf und ab. In kälterer Polarluft konnten sich nach Monatsmitte auch mal nasse Schneeflocken sowie Graupel- oder Hagelkörner unter die Tropfen mischen. Mancherorts waren die Schauer von Blitz und Donner begleitet. Während der ersten Monatshälfte kletterten die Temperaturen bei einigen längeren freundlichen und beständigen Abschnitten über die 20-Grad-Marke. Teilweise wurden sogar schon frühsommerliche Werte von über 25 Grad Celsius gemessen. In den Nächten gab es insbesondere im Schlussabschnitt bei längerem Sternenhimmel leichten Spätfrost zwischen -4 und 0 Grad. Zum Monatsausklang schnellten die Temperaturen aber wieder beachtlich in die Höhe.

Zwölf Bodenfrost-Tage im April

Das Mittel der Lufttemperatur lag im April in der Westpfalz mit 10,5 Grad um 0,5 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnittswert der vergangenen 25 Jahre, aber doch schon um 2,2 Grad Celsius über dem 30-jährigen Referenzzeitraum von 1961 bis 1990. Tatsächlich sind in den jüngst vergangenen Jahren viele Monate mehr oder weniger zu warm ausgefallen. Nur wenige lagen unter den Werten der vieljährig gemittelten Klimareihe. An neun Tagen kletterte das Quecksilber über die 20-Grad-Marke. Sommertage mit einer Tageshöchsttemperatur von 25 Grad Celsius und mehr gab es zwei. Der tiefste Wert mit frostigen -1,7 Grad Celsius war am 22. April. Der höchste Wert dieses Monats wurde am 30. April mit frühsommerlichen 25,6 Grad verzeichnet.

Der niedrigste auf Meereshöhe reduzierte Luftdruck wurde am 1. April mit 993,3 Hektopascal gemessen. Der höchste auf Meereshöhe reduzierte Luftdruck wurde am 11. April mit 1034,1 Hektopascal gemessen. Die Niederschlagsmenge lag in Lambsborn bei 74,4 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht 148,5 Prozent des langjährigen Monatsmittels von 50,1 Litern pro Quadratmeter. Damit war dies der siebte Monat in Folge, der zu nass ausfiel. In Martinshöhe fielen im vergangenen Monat 72 Liter Regen pro Quadratmeter, in Morlautern 58,9 Liter pro Quadratmeter und in Landstuhl 69 Liter pro Quadratmeter. Der Niederschlag konzentrierte sich auf 18 Tage.

Der meiste Niederschlag fiel in Lambsborn mit 16,1 Litern pro Quadratmeter am 19. April. An sieben Tagen fiel Schneeregen oder es trat Graupel beziehungsweise Hagel auf. An zwei Tagen blitzte und donnerte es. An neun Tagen brauste starker Wind über die Region. „Heitere Tage“ mit einem Bewölkungsmittel unter 20 Prozent blieben Fehlanzeige. „Trübe Tage“ mit einem Bewölkungsmittel über 80 Prozent beobachtete wurden hingegen 13 registriert. Zu 75,7 Prozent war der Himmel während dieses Monats von Wolken überzogen – das ist mehr als üblich. Die Sonnenscheindauer erreichte 162 Stunden. Das entspricht 87,3 Prozent des langjährigen Mittels. Durchschnittlich schien sie an jedem Tag etwa fünf Stunden und 24 Minuten.

Freundliche, frühlingshafte Phasen Anfang Mai

Auch im Mai bleibt das Wetter in der Regel veränderlich. Hinter einer Kaltfront mit Regengüssen und örtlichen Gewittern werden die frühsommerlichen Temperaturen von Monatsbeginn deutlich nach unten gedrückt. Während der ersten Hälfte des Monats gibt es eine Mischung aus freundlichen Abschnitten mit Sonne und Wolken, aber auch einige durchziehende kleinere Regengebiete oder Schauerstaffeln in Verbindung mit einzelnen Gewittern. Der Wind kann gelegentlich böig auffrischen. Die Tageshöchsttemperaturen bewegen sich in den freundlichen Phasen durchaus im frühlingshaften Bereich von 16 bis 24 Grad Celsius, bei kompakter Bewölkung mit einigen Regenfällen oder Schauern aber nur bei frischen 10 bis 16 Grad Celsius.

Die Nächte bleiben in der Regel deutlich oberhalb des Gefrierpunktes. Lediglich bei längerem Sternenhimmel droht in Tälern oder Mulden, sowie in der Westpfälzischen Moorniederung in Erdbodennähe leichte Frostgefahr. Hier kann sich dann in den Frühstunden auf freiliegenden Feldern und Wiesen im Bruch eine dünne Reifschicht bilden. In der Monatsmitte wird die Druckverteilung insgesamt flacher. Bei Labilität in der Atmosphäre können sich mit kräftiger Sonneneinstrahlung örtliche Regengüsse und Gewitter entwickeln, die durchaus auch ziemlich kräftig ausfallen. Die Temperaturen klettern vereinzelt in den frühsommerlichen Bereich von über 25 Grad.

Wärmer als im Durchschnitt erwartet

Im zweiten Abschnitt könnte eine beständigere Hochdruckzone für mehr Stabilität sorgen. Die sonnigen Abschnitte werden länger und die Schauergefahr nimmt ab. Nach leichter Abkühlung erwärmt sich die Luftmasse im Verlauf des Monats auf frühsommerliche 23 bis 28 Grad Celsius. Die anfangs frischeren Nächte werden bald wieder milder. Im Schlussabschnitt dringen vom Atlantik her voraussichtlich neue Störungsgebiete mit feuchterer und kühlerer Luft Richtung Mitteleuropa vor. Im Übergangsbereich drohen kräftige Regengüsse und Gewitter mit Gefahr von Starkregen, Hagel und stürmischen Windböen, bevor es dann bis fast zum Monatsende recht wechselhaft mit Sonne und Schauerwolken weitergeht. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber aber nur noch zwischen 16 und 20 Grad Celsius, in den Nächten bleibt es aber mit Werten zwischen 8 und 12 Grad verhältnismäßig mild. Ganz zum Schluss stellt sich wahrscheinlich eine vorübergehende Wetterberuhigung mit angenehmer Wärme ein.

Aller Voraussicht nach wird der Mai gegenüber dem Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre etwa 1 bis 2 Grad Celsius zu warm ausfallen. Die Niederschlagsmenge ist abhängig von den räumlich auftretenden Schauern und deren Intensität. Sie wird aber vermutlich den Monatssollwert wieder leicht überschreiten. Die Sonnenscheindauer wird den langjährigen Mittelwert vermutlich knapp unterbieten oder erreichen.

Mögliche Tendenz für den Folgemonat: Der Juni könnte regelrecht ins Wasser fallen. Es drohen häufige Regenfälle, Schauer und Gewitter bei gemäßigten Temperaturen.

Unser Klima im Wandel

April 2024: Durchschnittstemperatur 10,5 Grad Celsius, Niederschlag 74,4 Liter pro Quadratmeter, Sonnenscheindauer 162 Stunden
April 2023: Durchschnittstemperatur, 8,3 Grad Celsius, Niederschlag 72 Liter pro Quadratmeter, Sonnenscheindauer 142 Stunden
April 2014: Durchschnittstemperatur 12,1 Grad Celsius, Niederschlag 11,5 Liter pro Quadratmeter, Sonnenscheindauer 186 Stunden
April 1999: Durchschnittstemperatur 9,2 Grad Celsius, Niederschlag 62,4 Liter pro Quadratmeter, Sonnenscheindauer 149 Stunden

kai_wetter_april_ngen
x