Weilerbach
Attacke auf dem Supermarkt-Parkplatz: Jetzt sieben Tatverdächtige
„Durch einen Zeugen hat die Polizei einen Hinweis auf einen weiteren, 17-jährigen Tatverdächtigen erhalten“, stellt Bernhard Christian Erfort, Sprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz, auf RHEINPFALZ-Nachfrage fest. Die Ermittlungen hierzu dauerten an.
Der 45-jährige Mann lief nach Polizeiangaben an jenem Samstag über den Lidl-Parkplatz, als er offenbar von einer Gruppe Jugendlicher mit Wasserspritzpistolen nass gemacht wurde. Es kam zum Streit, wobei zwei der jungen Männer den 45-Jährigen attackiert und mit Fäusten traktiert haben sollen. Er stürzte zu Boden, Gruppenmitglieder traten allerdings weiter gegen seinen Kopf und schlugen ihn. Der Mann verlor zwei Zähne, erlitt eine Gehirnerschütterung und hatte eine aufgeplatzte Lippe.
Ein Zeuge ging dazwischen
Griff denn niemand ein bei dem Vorfall, der sich schließlich auf einem Supermarkt-Parkplatz abspielte? Ein 26-Jähriger ging offenbar dazwischen. Die Folge: „Er wurde von Beteiligten verbal bedroht und beleidigt“, schildert Erfort. Zumindest wurde der Mann aber nach den derzeitigen Erkenntnissen nicht verletzt. Der 45-Jährige wurde dagegen vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht, aus dem er aber zwischenzeitlich entlassen werden konnte.
Gegen die Jugendlichen ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung. Dank der Hinweise von Zeugen konnten zunächst sechs Personen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren festgestellt werden. Nach weiteren Beteiligten wurde gesucht. Die Polizei bat um Hinweise, fünf bis sechs sind bei ihr eingegangen.
„Ein 18-jähriger Beschuldigter wurde unmittelbar nach der Tat erkennungsdienstlich behandelt“, informiert Erfort. Es wurden also unter anderem seine Fingerabdrücke genommen. Die Polizei sicherte eine DNA-Probe und potenzielle Spuren. Die jungen Leute werden nun vernommen. Herausgefunden werden solle, wer welchen Tatbeitrag geleistet habe, sagt der Polizeisprecher. Also: Wer hat beispielsweise geschlagen, wer hat „nur“ danebengestanden?
Polizei kontrolliert verstärkt in Weilerbach
Nach dem Vorfall soll nun offenbar stärker kontrolliert werden: „Die Polizei ist mit uniformierten, aber verstärkt auch mit zivil gekleideten Kräften in Weilerbach präsent.“ Existiert in dem Ort ein Problem mit bestimmten Jugendlichen – schließlich gab es in den vergangenen Monaten auch Fälle von Zerstörungen, die Glaswand eines Buswartehäuschens wurde zum Beispiel völlig demoliert? „Nein“, meint der Polizeisprecher. Weilerbach sei kein Brennpunkt. „Vereinzelt kommt es zu Vorfällen. Das ist in Weilerbach nicht anders als in Kaiserslautern oder sonst wo.“ Die Vandalismus-Vorkommnisse seien der Polizei bekannt, deshalb lege sie bei ihrer Streifentätigkeit ein besonderes Augenmerk darauf, insbesondere auch über die Kollegen des Hauses des Jugendrechts. Diejenigen, die das Buswartehäuschen zerstörten, waren nach den Worten Erforts nicht dieselben Tatverdächtigen, die den Mann auf dem Parkplatz verletzt haben sollen.