Kreis Kaiserslautern Alsenborn: Sicht auf schöne Sonnenuntergänge

Ein Platz für den perfekten Abend: Der zehn Meter lange „Tisch der Gemeinschaft“ bei Alsenborn ist bei schönem Wetter ideal, um
Ein Platz für den perfekten Abend: Der zehn Meter lange »Tisch der Gemeinschaft« bei Alsenborn ist bei schönem Wetter ideal, um Sonnenuntergänge zu genießen. Mitunter lernt der Wanderer dabei auch andere nette Menschen kennen.

«ENKENBACH-ALSENBORN.»Für all diejenigen, die abends einen besonderen Platz zum Entschleunigen oder für ein romantisches Miteinander suchen, ist der „Tisch der Gemeinschaft“ am Ortsrand von Alsenborn der ideale Ort. Mit etwas Glück lassen sich hier die schönsten Sonnenuntergänge bewundern.

Weit schweift der Blick über die Felder, auf denen sich sanft das Getreide wiegt. Kleine Baumgruppen sorgen für Kontraste. Wenn dann noch die Sonne langsam am Horizont versinkt und die Landschaft in ein ganz besonderes Licht taucht, ist romantische Abendstimmung garantiert. Vielleicht wurde hier bereits der ein oder andere Heiratsantrag gemacht? Auf jeden Fall wäre die Kulisse dafür perfekt.

Fernsicht über West- und Nordpfalz

Der Tisch ist nur zu Fuß zu erreichen. Parkmöglichkeiten gibt es an der katholischen Kirche St. Josef in Alsenborn. Über einen asphaltierten Wirtschaftsweg ist man in etwa 20 Minuten nach 1,3 Kilometern am Ziel. Vom Welchesweg in Enkenbach aus ist es etwa ebenso weit. Nach dem Überqueren der Bahnlinie verläuft der asphaltierte Weg immer geradeaus. Von Alsenborn aus geht es eine kleine Anhöhe hinauf zum „Ökumenischen Lebenspfad“. Eine besonders schöne Fernsicht über die West- und Nordpfalz lässt sich an den Stationen „Labyrinth“, „Feldkreuz“ und „Aussichten“ genießen. An klaren Tagen reicht der Blick über den Sembacher Heuberg bis hinter das 30 Kilometer entfernt liegende Rockenhausen. Im Rücken den Pfälzerwald schaut man im Westen Richtung Otterberg, Otterbach und Kaiserslautern. Und im Nordosten lässt sich mit ein bisschen Glück die Spitze des Donnersberges erkennen. Weite also, soweit das Auge reicht. An warmen Sommerabenden ist der „Tisch der Gemeinschaft“ an der Station „Aussichten“ oft von Wanderern und Spaziergängern besucht. Dieser etwa zehn Meter lange Tisch lädt zum Rasten und Erzählen, zum Treffen und Kennenlernen ein.

Gemeinsam Schweigen und Genießen 

Manchmal wartet dort sogar ein unvergessliches Erlebnis: Als ich mich im vergangenen Jahr einmal abends dorthin auf den Weg machte, hörte ich unterwegs schon leise Musik, blieb verzückt stehen und lauschte. Eine kleine Gruppe von sechs Personen hörte mitten in der Natur eine CD des spanischen Gitarristen Paco de Lucía, wie er mit orchestraler Unterstützung durch das „Orquesta De Cadaques“ das Adagio des weltberühmten „Concierto de Aranjuez“ von Joaquín Rodrigo spielte. Eine überwältigende Klangfülle, die emotional tief berührt und dem flammenden Gelb, Rot und Orange des Sonnenuntergangs am weiten Himmel an Emotionalität in nichts nachstand. Als ich mich behutsam, damit ich nicht störe, der Gruppe näherte, winkten sie mich per Handzeichen heran und boten mir einen Platz in ihrer Runde an – wir saßen ohne ein Wort zu reden etwa zwanzig Minuten vor der eindrucksvollen Himmelskulisse. Nach dem Verklingen der Musik genossenen wir noch eine Zeit lang den Sonnenuntergang und die Stille des Waldes. Zu schön war die Stimmung, als dass einer das Verlangen verspürte, ein Wort zu sprechen. Als die Stimmen des Waldes mit Vogelgezwitscher und Blättergeraschel wieder die Regie übernahmen, war auch bei uns der Bann gebrochen. Ich wurde eingeladen, Käsehäppchen, Brot und Rotwein mit den Besuchern zu teilen. Eine spontane Gemeinschaft, die mir in unvergesslicher Erinnerung bleiben wird.

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