Kreis Kaiserslautern Alles auf einem Fleck

Landstuhl. Mit der Reha Westpfalz verfügt die Sickingenstadt über ein Aushängeschild, wenn es um die Betreuung und Förderung von Menschen mit Behinderungen geht. Auf dem campusartigen Gelände auf dem Rothenborn lässt sich ein ganzer Lebensweg beschreiten. Vom Kindergarten bis zum Schulabschluss. Die Tagesförderstätte bietet danach Langzeitbetreuung für Erwachsene.
Die Einrichtungen der Reha Westpfalz auf dem Rothenborn sind auf Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen ausgelegt. Die gehen allerdings nicht selten auch mit geistigen Beeinträchtigungen einher. Doch auch darauf ist man hier bestens eingestellt. Ärzte, Psychologen, Heilpädagogen, Logopäden, Physio-, und Ergotherapeuten sorgen für eine umfassende individuelle Betreuung. „Sehr oft ist das die Einstiegspforte“, sagt der Einrichtungsleiter der Reha Westpfalz, Martin Phieler. Die Rede ist vom Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ). Hier diagnostizieren Fachleute Behinderungen und Beeinträchtigungen jeder Art. Und das oft schon im Säuglingsalter. Etwa 2000 Kinder, Jugendliche und deren Angehörige werden im SPZ regelmäßig betreut. „Die meisten können nach der Therapie wieder ganz normal leben“, sagt Phieler. Andere bleiben und gehen ihren Weg in der Reha Westpfalz. Der große Vorteil des campusartigen Geländes auf dem Rothenborn: „Sie können hier Synergieeffekte nutzen, die sie sonst nicht haben.“ Denn aufgrund der vielen unterschiedlichen Einrichtungen auf kleinem Raum sei immer der passende Spezialist in greifbarer Nähe. Der Bildungsweg beginnt bei der Reha Westpfalz in der integrativen Kindertagesstätte. In kleinen Gruppen von sechs bis elf Kindern kann hier jeder individuell gefördert werden. Vom Erzieher über den Gesundheits- und Krankenpfleger, den Sozialpädagogen bis hin zum Psychologen kümmern sich Menschen aus vielen unterschiedlichen Berufsfeldern um den Nachwuchs. Wie der Name schon verrät, besuchen auch Regelkinder, also Kinder ohne Beeinträchtigungen, die integrative Tagesförderstätte. „Das klappt richtig gut“, freut sich Phieler. Auf die Kita folgt die Förderschule. Diese unterteilt sich in zwei Förderschwerpunkte und wird derzeit von 165 Schülern besucht. Überwiegt eine körperliche Behinderung, wird der Schwerpunkt auf die motorische Entwicklung gelegt. Steht hingegen eine geistige Beeinträchtigung im Vordergrund, kommt der Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung auf den Stundenplan. Auch hier ist die individuelle Betreuung durch Experten ständig gewährleistet. Wie gewöhnlich geht es mit der Grundschule los. In den weiterführenden Bildungsgängen werden die Schüler dann auf folgende Berufstätigkeiten oder den späteren Besuch der Tagesförderstätte vorbereitet – je nach individueller Befähigung. Wer nach der Schule keiner Berufstätigkeit nachgehen kann, findet in der Tagesförderstätte eine umfassende Betreuung. „Ein Erfolg ist oft schon, wenn sich der Zustand nicht verschlechtert“, sagt Phieler. Dazu sei eine Langzeitrehabilitation nötig. Denn häufig gehe es einfach darum, immer wieder Übungen durchzuführen, um den Leistungsstand halten zu können. Ein Muskel, der nicht bewegt wird, verkümmert sehr schnell, nennt Phieler einen simplen Fall, dem mit regelmäßiger Bewegung entgegengewirkt werden kann. Alleine könnten das viele körperlich Behinderte nicht leisten. In der Tagesförderstätte gibt es geschulte Helfer, wie zum Beispiel Physiotherapeuten, die darauf achten, dass sich der Patient bewegt, die entsprechenden Muskeln einsetzt und damit einem Abbau entgegenwirkt. Ähnliches gelte auch bei geistigen Beeinträchtigungen. Die regelmäßige Übung unter fachmännischer Anleitung mache den Unterschied. Denjenigen, die fit für die Arbeit sind, steht der Weg in die Westpfalz- Werkstätten in Landstuhl offen, wo sie ganz nach individueller Befähigung vielen verschiedenen Tätigkeiten nachgehen können. Über die Simotec GmbH in Kaiserslautern führe für so manche der Weg sogar in den regulären Arbeitsmarkt. (bby) Info Die Reha Westpfalz bietet Freiwilligen die Gelegenheit, Einblicke in die Berufsfelder Pädagogik, Pflege und Therapie, Verwaltung und Wirtschaftsdienst zu erlangen. Wer Interesse hat, kann seine Bewerbung an den Leiter der Tagesförderstätte, Walter Mühlhölzer, schicken. E-Mail: wmuehlhoelzer@gemeinschaftswerk.de. Weitere Infos unter Telefon 06371/934342 und im Internet auf www.gemeinschaftswerk.de.