Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Alexander Weinert hat die sozial Schwächeren im Blick

Setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein: Wahl-Landstuhler Alexander Weinert tritt für Die Linke bei der Landtagswahl an.
Setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein: Wahl-Landstuhler Alexander Weinert tritt für Die Linke bei der Landtagswahl an.

Linken-Kandidat Alexander Weinert möchte in den Landtag einziehen. Der Kita-Sozialarbeiter hat drei Themen, um die er sich besonders kümmern möchte.

Als Kita-Sozialarbeiter und Mitglied des Jugendhilfe-Ausschusses des Kreises Kaiserslautern ist Alexander Weinert täglich mit den Nöten vieler Menschen konfrontiert: mit denen der Kinder, aber auch mit denen der Eltern, der Erzieherinnen und der Einrichtungsleitungen. Außerdem erfährt er hautnah bei seiner Arbeit in der Landstuhler Kindertagesstätte Wichtelburg und in Runden, in denen sich an Kitas Tätige austauschen, wo das Kita-Gesetz Mängel hat. Eines der Ziele des 38-Jährigen, der im Wahlkreis 46 für Die Linke als Direktkandidat bei der Landtagswahl antritt, ist es daher, das Gesetz im Sinne der Praktiker zu verändern. „Mehr Personal und bessere finanzielle Ausstattung für Kitas“, lautet seine Forderung. Was er immer wieder beobachtet: Die Erzieherinnen haben aufgrund der knapp bemessenen Personalschlüssel kaum Zeit, um Projekte in Ruhe vor- und erst recht nicht, um sie gut nachzubereiten. „Sie müssen direkt wieder in die Gruppen und dort ihren Dienst leisten.“ Dokumentationen erledigten viele daher zwischendurch.

Ein weiterer Punkt, der dem verheirateten Vater zweier Kinder wichtig ist, und der es in das Parteiprogramm der Linken geschafft hat, ist der Ruf nach flächendeckender Kita-Sozialarbeit. Momentan sei das noch nicht in allen Einrichtungen gegeben, hilfreich wäre es aber fast überall, um Konflikte zu lösen.

Gegen Waffenlieferungen – außer für die Ukraine

Auch außerhalb seines Berufs engagiert Weinert sich im Sozialen. Für seine Partei bietet er gemeinsam mit anderen ein- bis zweimal im Monat in Kaiserslautern eine Sozialberatung an. Jeder könne dorthin kommen, sie vermittelten den Hilfesuchenden dann je nach Problem Kontakte, etwa zu Rechtsanwälten oder anderen Netzwerken. Auch bei Anträgen für das Jobcenter unterstützten sie.

Was er im Kleinen versucht, würde er sich auch für die großen Auseinandersetzungen auf der Welt wünschen. Frieden ist ein großes Thema für ihn. Deshalb habe er seine politische Heimat bei der Linken gefunden. „Die Linke ist die einzige Partei, die ich kenne, die gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und gegen Waffenlieferungen ist.“ Bei der Ukraine macht er eine Ausnahme. Sie auch mit Waffen zu unterstützen, sei nötig. Außerdem setze sich seine Partei gegen rechte Strukturen ein. „Das ist mir sehr, sehr wichtig.“

Bürokratische Hürden abbauen

Was Weinert bereits als Kandidat bei der Kreistagswahl 2024 umgetrieben hat, ist bezahlbares Wohnen. Leider habe sich auf diesem Feld wenig zum Positiven geändert. „Es sind viel zu wenige Wohnungen da“, stellt er fest, „und wenn welche angeboten werden, sind sie oft nicht bezahlbar für Menschen, die wenig Einkommen haben“. Sozialwohnungen fehlten ebenfalls, gerade auch in Landstuhl, der Wahlheimat des im sächsischen Grimma Geborenen. Die Stadt habe viele eigene Immobilien verkauft, sagt der Linken-Kandidat, der momentan in keinem politischen Gremium außer dem Jugendhilfeausschuss sitzt. Damit mehr günstiger Wohnraum entsteht, würde er bürokratische Hürden abbauen. Neue Flächen sollten jedoch nur im Notfall versiegelt werden. In Städten könnten zum Beispiel Wohnungen auf flachen Supermarktgebäuden entstehen. Dafür gebe es bereits Konzepte.

Dass die Menschen auch ohne eigenes Auto mobil sein können, ist dem 38-Jährigen ebenfalls sehr wichtig. Als Landtagsabgeordneter würde er sich für eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs einsetzen. „Gerade in den ländlichen Regionen von Rheinland-Pfalz fährt der ÖPNV nicht so häufig“, bedauert er. Das stelle nicht nur für Seniorinnen und Senioren häufig ein Problem dar, sondern auch für junge Menschen, die zum Beispiel in die Stadt fahren wollten. Angebote wie das Deutschlandticket befürwortet er absolut. Am besten fände er es, wenn die Nutzung von Bus und Bahn sogar gratis wäre. In Luxemburg-Stadt sei das der Fall, berichtet er von einem Urlaubsaufenthalt dort. „Das wäre schon schön“, findet Weinert, ist sich aber bewusst, dass dafür ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sein müssten. „Da muss man gucken, wie das vom Budget her möglich ist.“

Fußballherz schlägt für zwei Clubs

Ablenkung findet Weinert zum einen im Fußball. Er trainiert mit der Alt-Herren-Mannschaft des FV Kindsbach. Eine feste Position habe er nicht, spiele aber lieber in der Verteidigung als im Sturm. Den Fußballprofis schaut er gerne zu. „Ich gehe mit meinen Kids zu Spielen des 1. FC Kaiserslautern“, verrät er, obwohl sein Herz eigentlich für Hertha BSC schlage. Zum anderen engagiert er sich in seiner Freizeit bei der Umweltorganisation Foodsharing. „Wir versuchen dort, Lebensmittel zu retten.“

Zur Sache: Der Wahlkreis 46

Der Wahlkreis 46 Kaiserslautern-Land umfasst die Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Landstuhl, Ramstein-Miesenbach und Weilerbach im Landkreis Kaiserslautern.

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