Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Alexander Ulrich will „mehr gut bezahlte Industriearbeitsplätze“ im Landkreis

Im Sembacher Gewerbepark gibt es große Flächen, für die sich derzeit vor allem Logistikunternehmen interessieren.
Im Sembacher Gewerbepark gibt es große Flächen, für die sich derzeit vor allem Logistikunternehmen interessieren.

Alexander Ulrich, der trotz Parteiaustritts nach wie vor als Fraktionsvorsitzender der Linkspartei fungiert, hat für die nächste Sitzung des Kreistags am Montag, 18. Dezember, beantragt, über das Thema „Vermarktung von Gewerbeflächen im Kreis Kaiserslautern“ zu sprechen.

Anlass für den Vorstoß ist eine Aussage von Philipp Pongratz, Kreis-Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kaiserslautern (WFK), zum Gewerbepark Sembach. Dieser hatte der RHEINPFALZ im November berichtet, dass es mehrere Anfragen von ansiedlungswilligen Unternehmen gegeben habe, seit die Haftungsfrage für den möglichen Austritt von Grundwasser, das mit gesundheitsschädlichen per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) belastet ist, geklärt sei: Käufer, die ein Grundstück im Gewerbepark erwerben, werden von der Haftung für das Grundwasser freigestellt, hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) erklärt.

Laut BIMA interessieren sich für die großen, zusammenhängenden Flächen im Sembacher Gewerbepark vor allem Logistikunternehmen – ein Umstand, der von Philipp Pongratz im Gespräch mit der RHEINPFALZ positiv bewertet worden war: Durch Logistik-Unternehmen entstünden vor allem Arbeitsplätze für ungelernte und niedrig qualifizierte Personen. „Das spielt uns in die Karten“, sagte der Geschäftsführer. „Denn in diesem Bereich ist die Arbeitslosenquote relativ hoch.“

Ulrich: Einfluss nehmen auf Ansiedlung von Firmen

Alexander Ulrich sieht das anders: Nach der Ansiedlung des Internetversandhändlers Amazon, der ebenfalls in diesem Segment agiert, brauche es jetzt nicht noch mehr Arbeitsplätze für Geringqualifizierte, sondern vielmehr „gut bezahlte Industriearbeitsplätze“, findet der Gewerkschafter, der neben seinem Bundestagsmandat auch bei der IG Metall Kaiserslautern als zweiter Bevollmächtigter aktiv ist. „Darauf sollten wir als Landkreis bei der Ansiedlung von Unternehmen achten und Einfluss nehmen“, fordert er auch mit Blick auf den großen Flächenverbrauch von Logistikunternehmen. Daher hat Ulrich den Landkreis gebeten, einen der beiden Geschäftsführer der WFK einzuladen, damit die Thematik mit diesem erörtert werden könne.

Wie die Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilt, kommt Philipp Pongratz in die Kreistagssitzung am Montag.

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