Kreis Kaiserslautern Über Dreiviertel gegen den Wechsel

Mehr als deutlich haben sich die Bürger in Schopp gestern zu ihrer Zukunft geäußert: Über 76 Prozent wollen in der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd und damit im Landkreis Kaiserslautern bleiben. Bei einer Wahlbeteiligung von über 75 Prozent hat das Abstimmungsergebnis Gewicht.
Dass das Ergebnis eindeutig ist, konnte auch Ortsbürgermeister Bernd Mayer (FWG), der den Vorstoß zum Wechsel der Gemeinde gemacht hatte, nicht leugnen. „Es ist ein eindeutiger Bürgerwille“, konstatierte er. „Ich bin damit zwar nicht gerade glücklich, aber das ist gelebte Demokratie“, sagte er nach Bekanntgabe der Zahlen gegen 18.30 Uhr. Das Ergebnis werde nun auch vom Rat akzeptiert. Vom Tisch sind damit weitere Gespräche mit der VG Waldfischbach-Burgalben. „Wir werden keinen Antrag auf Aufnahme in die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben stellen, entsprechend dem Bürgerentscheid.“ Es wird deshalb auch keine weiteren Verhandlungen oder Gespräche mehr geben. Stattdessen will Mayer nun erst mal die Entscheidung des Landes abwarten, wobei er davon ausgeht, „dass das Land nach diesem Bürgerentscheid die VG Kaiserslautern-Süd komplett mit der VG Landstuhl fusionieren wird“. Als kleinen Trost – neben der hohen Wahlbeteiligung, „nicht wie bei der OB-Wahl in Kaiserslautern“ – verbucht er für sich, „dass Schopp die einzige Gemeinde in der Verbandsgemeinde ist, die einen anderen Weg versucht hat“. So könne er sich nichts vorwerfen. Mehr als zufrieden und in Feierlaube zeigte sich der Sprecher der Bürgerinitiative für den Bürgerentscheid. „Mehr als eine klare Zweidrittel-Mehrheit und eine noch höhere Wahlbeteiligung als ich prognostiziert hatte“, freute sich Aloys Edrich. Eine Überraschung war das Ergebnis für ihn nicht , es zeige, „wie ein Ortsbürgermeister an den Bürgern vorbeiregiert“. Er warf Mayer vor, dass er versucht habe, die Bürger mit falschen Behauptungen zu beeinflussen. „Er sagte zu Beginn der Diskussion, der überwiegende Teil der Schopper Bevölkerung tendiere zu einem Wechsel, ohne sie gefragt zu haben.“ Im Ort selbst sei kein großer Schaden entstanden, aber auf VG-Ebene: „Den Hauptschaden sehe ich darin, dass sich die VG Kaiserslautern-Süd nicht so in die Verhandlungen mit Landstuhl einbringen konnte.“ Er warf Mayer ebenso vor, das er die freiwillige Fusion vor vier Jahren hatte platzen lassen. „Das bedeutet einen Schaden von sieben Millionen Euro“, rechnete er vor. Eine Millionen als Hochzeitsprämie und sechs als versprochene Landes-Zuschüsse für die Realschule plus in Queidersbach und das Schwimmbad in Trippstadt. Ortsbürgermeister Mayer hatte mit seinem Vorstoß im vergangenen Sommer für Diskussionsstoff in dem 1400-Einwohner-Dorf – und darüber hinaus – gesorgt. Er hatte die Idee aufgebracht, dass sich die Holzlandgemeinde Schopp aus historischer Verbundenheit der VG Waldfischbach-Burgalben anschließen solle. Außerdem stünde sie dort finanziell besser da. Die Nachbar-VG zeigte sich aufnahmebereit. Gegen diese Pläne hatte sich jedoch schnell unter den Einwohnern Widerstand formiert, da jene keine Vorteile, sondern eher Nachteile in einem Wechsel sahen. (gzi)