Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Zwischen Tradition und weltweiter Lieferkette

DP World Container-Terminal im Germersheimer Hafen .
DP World Container-Terminal im Germersheimer Hafen .

Die Reederei Ludwig & Jakob Götz GmbH & Co. KG mit Sitz in Germersheim wird in diesen Tagen 100 Jahre alt. Das einstige Familienunternehmen, das mit Steinschifffahrt begann, später auch an einem Bauunternehmen und einer Werft beteiligt war, ist heute Teil des Hafenbetreibers DP World.

„2020 fahren noch vier Gütermotorschiffe und zwei Schubleichter unter der Flagge der Reederei Götz. Damit bleibt die Erinnerung an ein traditionsreiches Unternehmen wach, das mit seinen Steintransporten in der Anfangszeit zum Bau vieler Uferbefestigungen, Gebäude, Brunnen und Fabrikanlagen entlang des Neckars und des Rheins beitrug. Heute sind wir durch DP World Teil einer globalen Supply Chain, wodurch wir die ökologischen Vorteile der Binnenschifffahrt voll ausspielen können“, sagt Jens Langer, Geschäftsführer DP World Deutschland und Mitglied der Geschäftsführung Ludwig & Jakob Götz.

Steintransport für Uferbefestigungen

Die Ludwig und Jakob Götz oHG wurde 1920 von der Unternehmerfamilie Götz in Neckarsteinach gegründet. Die Familie betrieb bereits seit der Liberalisierung der Neckarschifffahrt um 1870 ein Steinschifffahrtsunternehmen auf dem Neckar, dessen Grundlage die umliegenden familieneigenen Steinbrüche bildeten. 1925 nahm die Reederei das erste motorisierte Frachtschiff auf dem Neckar in Betrieb und gilt damit als Begründerin der Motorgüterschifffahrt in der Region.

Mit 19 Schiffen auf Rhein und Neckar

Ab den 1970er-Jahren förderte die Reederei Götz kein Gestein und keinen Kies mehr in eigenen Gruben und Brüchen. Damals transportierten die Lastschiffe überwiegend Kies und Kohle von anderen Erzeugern. Bald kam auch der Transport von Schrott dazu. In den 1980er-Jahren baute das Unternehmen seine Lagerplätze in Stuttgart und Mannheim zu Logistikzentren aus, um dort künftig auch Container abfertigen zu können. Zu den Hochzeiten Ende der 80er-Jahre waren 14 eigene Schiffseinheiten verschiedener Größen sowie 5 Partikuliere, im Einsatz. Ein Partikulier ist in der Binnenschifffahrt ein selbstständiger Schiffseigentümer, der auch selbst fährt. Er ist meistens für größere Reedereien als Subunternehmer tätig. Die Götz-Schiffe, die vielen Spaziergängern an den Rhein- und Neckarufern bekannt sein dürften, hießen Rheinstein, Neckarstein (Alt), Vierburgenstadt, Günter-Herbert, Einigkeit, Neckarperle, Ludwig Götz, Friedrich Götz, Jakob Götz, Götz 11, Götz 14, Götz 15, Götz 16, Götz 17. Letzter Neubau war 2001 MS „Neckarstein“. Das Schiff ist aber mittlerweile verkauft.

In den 1990er-Jahren kommt Containergeschäft

1996 wurde das Containerterminal im Stuttgarter Hafen in Betrieb genommen. Von dort aus werden noch heute die Container zu den Seehäfen in Antwerpen und Rotterdam per Binnenschiff transportiert. Zusätzlich werden die deutschen Seehäfen Hamburg und Bremerhaven sowie der Hafen Rotterdam per Zug mit dem Hinterland verbunden.

Die Reederei agiert hauptsächlich im Auftrag von DP World. „Die Belange von DP World haben natürlich Vorrang“, so die Antwort auf die entsprechende Anfrage. Erst wenn hier kein Bedarf an Schiffsraum ist, befrachte die Ludwig & Jakob Götz GmbH & Co. KG ihre Schiffe anderweitig.

Stichwort: DP World Inland

DP World Inland ist der Inlandlogistikbereich von DP World und seit über 30 Jahren im deutschen Markt tätig. Das Unternehmen arbeitet trimodal (Wasser, Schiene, Straße), um Importe und Exporte zwischen den europäischen Seehäfen und dem kontinentaleuropäischen Hinterland über die DP World Inlandterminals bis zur jeweiligen Ladestelle zu transportieren. Das Unternehmen verfügt über vier Containerterminals in Deutschland (Germersheim, Mannheim und Stuttgart) sowie in Belgien (Liège). Seit 2020 ist DP World Inland zudem an Swissterminal, dem führenden Betreiber von fünf Containerterminals und von Inlandtransportlösungen in der Schweiz, beteiligt.

Stichwort: DP World global

DP World ist nach eigenen Angaben der führende Anbieter weltweiter Smart End-to-End-Lieferkettenlogistik, und ermöglicht den weltweiten Warenfluss. „Unsere umfangreiche Produktpalette und unsere Dienstleistungen decken jeden Bereich der integrierten Lieferkette ab – von Marine- und Inland-Terminals und Industrieparks, bis hin zu technologisch orientierten Kundenlösungen“, heißt es in einer Pressemitteilung. DP World stellt diese Dienste mittels eines verflochtenen globalen Netzwerks aus 127 Geschäftseinheiten in 51 Ländern über sechs Kontinenten zur Verfügung. Das gesamte Unternehmen beschäftigt mehr als 56.000 Mitarbeiter in 134 Ländern.

Verladung im Container-Terminal in Germersheim.
Verladung im Container-Terminal in Germersheim.
Sommer-Stimmung am DP World Terminal im Germersheimer Hafen.
Sommer-Stimmung am DP World Terminal im Germersheimer Hafen.
Die MS Excelsior im Stuttgarter Hafen.
Die MS Excelsior im Stuttgarter Hafen.
MS Excelsior auf dem Neckar voll mit Containern.
MS Excelsior auf dem Neckar voll mit Containern.
Die MS Vierburgenstadt der Reederei Götz vor der Loreley.
Die MS Vierburgenstadt der Reederei Götz vor der Loreley.
MS Günther Herbert aus dem Jahr 1954 bei Neckarsteinach.
MS Günther Herbert aus dem Jahr 1954 bei Neckarsteinach.
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