Wörth
Zwei Kirchengemeinden nach 19 Jahren Trennung bald wieder vereint
Warum wollen die beiden Presbyterien, die die Mitglieder ihrer Gemeinden zu einem Infoabend in die Friedenskirche eingeladen hatten, wieder diese Zusammenlegung? Das war die bestimmende Frage an diesem Abend, zu dem über 30 Interessierte gekommen waren.
Im Hintergrund steht die Vorgabe der Landeskirche, dass im Süden bis 2025 aus dem Pfarrstellenbudget zwei gestrichen werden müssen, eine davon in der Lauterregion, wie Pfarrer Andreas Pfautsch erläuterte. Das liegt auch an der abnehmenden Zahl der Kirchenmitglieder und damit auch der Kirchensteuer. Ebenso fehlt der Nachwuchs bei den Pfarrern und Pfarrerinnen. Zudem ist der Ruhestand von Pfarrer Walter Riegel von der Friedenskirche absehbar und damit deutlich, dass diese Stelle auf dem Dorschberg nicht mehr besetzt wird.
Da Pfarrer Pfautsch bereits aufgrund von Problemen in der Friedenskita deren Geschäftsführung zur Friedrich-Oberlin- und zur Louise-Scheppler-Kita dazu übernommen hatte, „brachte er den Stein ins Rollen“, wie er sagte. Die Presbyterien mussten zustimmen und meinten nach einer gemeinsamen Klausurtagung: „Warum nicht gleich zusammengehen?“
Die Friedenskirche, 1983 gebaut, ist in den letzten 20 Jahren von 1777 Gemeindemitgliedern auf 1221 zurück gegangen, die Christuskirche im gleichen Zeitraum von 1095 auf 850 (20 Prozent) – trotz der Neubaugebiete im Abtswald.
Die beiden Pfarrer kündigten „neue Ideen, neue Wege“ an, die gesucht und gegangen werden müssen, beziehungsweise schon realisiert werden. Nach der Vorgabe der Landeskirche müssen 30 Prozent der Gebäudekosten eingespart werden. So ist das Pfarrhaus der Friedenskirche nach der Renovierung vermietet worden, das Pfarrbüro wird aufgelöst und in der Ottstraße integriert, ebenso wie es dort ein gemeinsames Archiv gibt. In der Friedenskirche wird dann die Jugendzentrale des Dekanats Germersheim ihren künftigen Sitz haben, die Kita-Sozialarbeit wird in der ehemaligen Sakristei unterkommen.
„Wir arbeiten in der Lauterregion schon lange in vielen Bereichen zusammen“, sagen die beiden Pfarrer. Die Kooperation umfasst zum Beispiel Vertretungen, regionale Gottesdienste, Konfirmandenarbeit, den gemeinsamen Gemeindebrief, neue Gottesdienstformen (Teenie-Gottesdienst, Gottesdienst anders, Picknick-Gottesdienst, Open-Air-Gottesdienst), Friedensgebete, monatliche Gottesdienste im Seniorenheim oder den Christ-Fried-Singers-Chor der Wörther.
Da Pfarrer Pfautsch ab Januar 2024 für die Protestantische Kirchengemeinde Wörth geschäftsführend zuständig ist, wird er die Pfarrgemeinde Hagenbach abgeben. Diese wird mit der Pfarrgemeinde Maximiliansau wohl einen neuen Verbund bilden, der von der Anzahl der Gemeindemitglieder in etwa dem von Wörth entspricht. Somit werden diese bisherigen Pfarrämter aufgelöst und neu gestaltet.