Kreis Germersheim Zur Wahlbeobachtung nach Paris und Berlin

Im ersten Durchgang der französischen Parlamentswahl hatten die Macron-Anhänger Grund zum Jubeln.
Im ersten Durchgang der französischen Parlamentswahl hatten die Macron-Anhänger Grund zum Jubeln.

Wer wählt wie und warum? Linda Engel, freie Mitarbeiterin der RHEINPFALZ-Lokalredaktion Germersheim-Wörth, fährt zum Analysieren der Parlamentswahlen nach Paris und Berlin. In der Lokalausgabe berichtet sie darüber, wie sie zu diesem Wahlbeobachtungsseminar kam, was sie zur Teilnahme motivierte – und natürlich was man als offizielle Wahlbeobachterin Paris und Berlin erlebt.

Für fünf Tage ging es für mich gestern nach Paris, im September geht es dann nach Berlin. Beim Wahlbeobachtungsseminar, an dem ich in beiden Städten teilnehmen werde, stehen die Wahlen zur Nationalversammlung in Frankreich sowie die Bundestagswahl in Deutschland im Fokus. Das Bureau International de Liaison et de Documentation (BILD), die Gesellschaft für übernationale Zusammenarbeit (GÜZ) und das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) organisieren die Seminare. Bewerben musste man sich online beim DFJW. Neben persönlichen Daten und Sprachkenntnissen musste man auch in einem Motivationsschreiben auf Französisch seine Beweggründe zur Teilnahme angeben. Da mich die deutschen Wahlen ebenso interessieren wie die Französischen, habe ich mich direkt für beide beworben. Die Veranstaltungen, die sich an junge, politisch Interessierte aus Deutschland und Frankreich richten, verstehen sich als ein Beitrag zur politischen Bildung und wollen sowohl die kritische Auseinandersetzung mit den Vorgängen rund um die Wahlen in den beiden Ländern als auch das Demokratieverständnis fördern. Da ich schon während meiner Schulzeit am Max-Slevogt-Gymnasium in Landau, vieles über die deutsch-französischen Beziehungen und politische Ereignisse gelernt habe, sprach mich das Programm des Seminars an: Neben dem Vergleich der jeweiligen Wahlsysteme werden aktuelle politische Themen behandelt: Zum Beispiel Europa, das Image der Politik, deutschfranzösische Gemeinsamkeiten und Divergenzen. Laut den Veranstaltern werden wir Seminarteilnehmer die Gelegenheit haben, mit politischen Entscheidungsträgern und Beobachtern des politischen Lebens zu diskutieren. Ich bin sehr gespannt, wer diese Personen sein werden, und träume ein wenig davon, am Wochenende dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron gegenüber zu stehen. Zum Programm der Seminare gehört außerdem die Analyse der Berichterstattung der Medien. Auch wir Teilnehmer im Alter von 18 bis 30 Jahren, werden während der fünf Tage medial aktiv. Geplant ist die Aufnahme einer Radiosendung. Am meisten freue ich mich allerdings auf die Besichtigungen der Parlamente und einiger Wahllokale. Mein Traum ist es, im Oktober ein deutsch-französisches Studium der grenzüberschreitenden Kommunikation und Kooperation zu beginnen. Mit der Teilnahme am Wahlbeobachtungsseminar erhoffe ich mir einen Pluspunkt bei der Bewerbung für das Studium und denke außerdem, dass ich während des Studiums von den Erfahrungen der Seminare profitieren kann. Für die Seminare beworben hatte ich mich Ende Mai. Dann begann das Hoffen und Warten. Genommen wurden nur 25 Teilnehmer aus beiden Ländern. Die Zusage erhielt ich erst letzte Woche, als ich eigentlich schon gar nicht mehr damit gerechnet hatte. In Paris werden wir alle gemeinsam in einer Jugendherberge unterkommen. Bezahlen muss man für jedes Seminar 150 Euro, die Fahrtkosten werden erstattet. Unabhängig vom Seminar freue ich mich auf ein Wochenende in Paris! Seit meiner drei Wochen während der Fußball-EM vergangenen Sommer war ich nicht mehr dort. Ich hoffe, dass ich trotz des strammen Programm, Zeit haben werde, meine Volunteer-Freundin Amandine zu treffen. Sie ist gerade mit ihren Eltern im Süden Frankreichs in Urlaub, plant aber einen Tag früher nach Hause zu kommen, damit wir uns sehen können. Seit unseren Einsätzen im Prinzenpark, wo wir Freundschaft geschlossen haben, stehen wir in ständigem Kontakt. Ein Treffen nach genau einem Jahr wäre einfach toll.

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