Kreis Germersheim Zur Sache: Das sagen die Geflügelzüchter

Verzweiflung, Entsetzen und vor allem völliges Unverständnis – damit lassen sich die Reaktionen der Mitglieder des Rassegeflügelzuchtvereins Wörth auf die Entscheidung zusammenfassen, dass ihre Tiere getötet werden müssen. Die völlige Hilflosigkeit treibt dem einen oder anderen Tränen in die Augen. „Wir haben sehr viele Arten bei uns, die als gefährdete Nutz- und Haustierrassen explizit auf einer Liste stehen, die solche Ausnahmegenehmigungen rechtfertigt“, sagt einer der Geflügelhalter. „Wir sind bereit, alle Tiere durchtesten zu lassen, die infizierten zu separieren und zu beobachten. Keiner sagt etwas gegen die Tötung von kranken Tieren. Es ist jedoch nur festgestellt worden, dass die Tiere Antikörper in sich tragen. Und bis jetzt liegt uns kein schriftlicher Beschluss der Kreisverwaltung vor, auf dessen Grundlage wir uns wehren könnten. So nimmt man uns bewusst die Möglichkeit, etwas gegen die Tötung unternehmen zu können. Das ist eine Frechheit“, macht sich der junge Geflügelhalter Luft. „Was wir wollen, sind mildere Maßnahmen, die der Situation angemessen sind – und die vom Gesetz her durchaus möglich wären.“ Zweieinhalb Tage durften die Halter das Gelände des Vereins nicht mehr betreten, durften ihre Tiere nicht versorgen. Sie waren ohne Futter und Wasser. „Ob das tierschutzrechtlich in Ordnung ist?“, fragen sich die Vereinsmitglieder. „Warum sollen so viele gesunde Tiere getötet werden?“ – das kann keiner der Betroffenen nachvollziehen. „Eine Sauerei ist das!“, ruft eine Frau. Aber auch Anwohner schütteln angesichts der Härte der Entscheidung verständnislos den Kopf. Ein 22-jähriger Tierfreund aus der Nachbarschaft kennt das Gelände schon lange, war oft zu Besuch: „Ich denke, die Situation wird den Verein zerstören.“ Das befürchtet auch der Wörther Ortsvorsteher Roland Heilmann (SPD) . „Der Verein ist einer der rührigsten in Wörth. Ich glaube kaum, dass jemand weitermacht, sollte es zur Keulung kommen.“ Das hat auch der Vorsitzende des Vereins, Joachim Gottschang, angekündigt. „Wir kämpfen so lange es geht, aber wenn sie alle Tiere metzeln, bin ich raus. Wir hätten die Möglichkeit, die Vögel in Quarantäne zu halten. Unsere Tiere liegen uns am Herzen, jedes einzelne von ihnen. Was wäre denn, wenn nächstes Jahr wieder irgendetwas auftaucht? Nein, das ist nicht zu ertragen.“ |kbro