Kreis Germersheim Zum „Hexenweib“ führt jetzt ein Steg

Der neue Bootssteg der neu gegründeten Bootsfreunde: Gebraucht von einem Ingelheimer Verein gekauft, zerlegt nach Wörth transpor
Der neue Bootssteg der neu gegründeten Bootsfreunde: Gebraucht von einem Ingelheimer Verein gekauft, zerlegt nach Wörth transportiert und von den Mitgliedern wieder zusammengebaut.

Endlich sind sie wieder auf dem Wasser! Erst im vergangenen November hat sich mit den Bootsfreunden Wörth ein neuer Motorbootverein (MBV) gegründet. Nun hat er auch einen Anlegesteg. Dafür dass sie mit ihren Booten endlich wieder den Rhein unter dem Kiel zu haben, mussten die 13 Mitglieder in den vergangenen Monaten allerdings erheblich schuften.

In den Jahren zuvor hatten die vier Gründungsmitglieder ihre Liegeplätze noch beim benachbarten MYC Wörth gehabt, waren dort zuletzt aber nicht mehr glücklich. „Wir waren daher gezwungen, uns neue zu suchen“, sagt Dieter Böhm. Der Vorsitzende der Bootsfreunde spricht von einem Glücksfall, Jürgen Heiß kennen gelernt zu haben. Denn dieser verfügt gegenüber vom FVP Maximiliansau in der Hafenstraße über ein Pachtgelände, auf dem noch reichlich Platz war. Heiß war von der Idee eines neuen Vereins „sofort Feuer und Flamme“, erinnert sich Böhm. Mit der Gründung beim Griechen in der Bienwaldhalle stürzten sich die Gründer dann sofort in die Arbeit. Von einem befreundeten Verein in Ingelheim bei Mainz wurde ein Steg erworben. Steg, Transport, Instandsetzung und Maschinen für den Aufbau kosteten die Wörther 30.000 Euro. „Nur die neuen Schrauben kosteten 2000 Euro“, erläutert Kassierer Gernot Sitter. Noch im Spätherbst wurden die Einzelteile in die Hafenstraße transportiert und die Arbeiten begonnen: „Im Winter bei Kälte und Regen haben wir den Steg saniert und auf dem Land zusammengebaut“, erinnert sich Böhm. Seit dem ersten Juni-Wochenende haben die „Raz Blanchard“, das „Hexenweib“ und die „Alla hopp“ wieder eine feste und 1,3 Tonnen schwere Heimat am Rhein. Diese große Gemeinschaftsleistung bildet grundsätzlich die Basis des neuen Vereins. Sitter: „Es war spannend. Passen wir zusammen?“ Und sein Vorstandskollege Alf Stiefermann schwärmt davon, „dass jeder einbrachte, was er konnte. Von der Arbeitszeit über das Werkzeug bis hin zu Material“. Gerade auch die Vereinsgründung sowie die Absprachen mit den zuständigen Behörden seien sehr gut verlaufen, sagt Böhm. Die Zahl der einzubeziehenden Stellen sei hierbei immens gewesen: die Hafenbehörde Ludwigshafen, die Stadt Wörth, die Kreisverwaltung Germersheim, die Landespflege und auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt. „Es ist uns ganz wichtig, wirklich alles von Anfang an mit der Stadt und den Behörden abzustimmen und es richtig zu machen“, betont Böhm. Dass es für die Bootsfreunde in Wörth einen Bedarf gibt, steht für alle Mitglieder außer Frage. Stiefermann schwärmt, „Bootfahren ist Wellness für die Seele“. Die Voranmeldungen mit eingerechnet sind alle Anlegeplätze bereits jetzt belegt. Es werde bereits daran gedacht, neue Plätze zu schaffen, sagt Dieter Böhm. Weitere Themen seien die noch fehlenden Toiletten, ein Clubhaus oder eine Badeplattform sowie Strom, Wasser und der Hochwasserschutz. „Wir kriegen also keine Ruhepause, wir haben noch viel zu tun.“ Kontakt boehm.dieter@t-online.de

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