Kreis Germersheim „Zum Glück hat es nicht gebrannt“
Wenn am vergangenen Donnerstag in bestimmten Gebieten Bellheims ein Brand zu löschen gewesen wäre, hätte die Feuerwehr unter Umständen ein Problem gehabt, hätte sie Tanklöschzüge einsetzen müssen, weil das Wasser knapp gewesen wäre. Hintergrund ist die bei Bauarbeiten an der Südumgehung gekappte Wasserleitung (wir berichteten am Samstag). Das teilte auf Anfrage der Geschäftsführer des Wasserzweckverbands Germersheimer Südgruppe, Ralf Friedmann, mit.
Er verwies aber auch darauf, dass die Feuerwehr mit Plänen ausgestattet sei, auf denen genau markiert sei, wo die Hydranten stehen und wie hoch der jeweilige Wasserdruck dort sei. Problemlos wäre es gewesen, wenn wie geplant die Verbundleitung nach Offenbach bestanden hätte. Doch dies sei nach der politischen Entscheidung der Offenbacher, das Wasser zu enthärten, wegen der unterschiedlichen Härtegrade nicht mehr möglich. Dabei habe man bereits während der Bauarbeiten am Ottersheimer Eck für etwa 50.000 Euro eine unterirdische Übergabestation gebaut, die laut Friedmann nun nutzlos ist. Er habe sich zwar mit seinem Offenbacher Kollegen abgestimmt, aber zu einem Zeitpunkt als die Pläne für die mögliche Verbundleitung, die etwas mehr als ein Kilometer lang werden müsse, noch nicht in trockenen Tüchern gewesen seien. Bei der Entscheidung für die Wasserenthärtung habe keiner an die Verbundleitung und die Löschwasserversorgung gedacht. Friedmann sagte, der Zweckverband plane seit Jahren Verbundleitungen, um bei Bedarf, zum Beispiel bei Katastrophen, Keimbelastung in Leitungen und langen Dürreperioden, Reserven zu haben. So habe man im Sommer etwa acht Wochen gebraucht, um in Leimersheim die Wasserleitung, die einige Zeit außer Betrieb gewesen sei, wieder keimfrei zu bekommen. Problematisch seien zu dem Zeitpunkt die hohen Temperaturen gewesen, die Keimen das Leben leicht machten. Derzeit sei man dabei, die Wasserleitung in der Bellheimer Hauptstraße, wo Bauarbeiten stattfinden, keimfrei zu bekommen. Laut Friedmann war das Gebiet Entensee am stärksten von der Leitungsunterbrechung am Donnerstag betroffen. Das sei zunächst überraschend gewesen. Ein Grund dafür sei, dass die Leitung in der Hauptstraße wegen der Bauarbeiten dort unterbrochen sei. Dass die Ortsgebiete nahe der beschädigten Leitung weniger betroffen waren, führt er darauf zurück, dass von Hördt eine Leitung herüberkomme und vom Wasserturm auf dem Gollenberg eine Leitung nach Knittelsheim/Ottersheim führe. Weil derzeit auch der Wasserzweckverband Germersheimer Nordgruppe darüber nachdenke das Wasser in der Verbandsgemeinde Lingenfeld zu enthärten (wir berichteten ausführlich am 7. und 9. November), wachse der Druck auf die Stadtwerke Germersheim, mit denen man im Gespräch sei, sich zu entscheiden. Verbundleitungen nach Herxheim und Hagenbach hat die Südgruppe laut Friedmann bereits, nach Kandel sei eine geplant, nachdem das Wasserwerk dort inzwischen gebaut sei. Von der geplanten Wasserenthärtung hält Friedmann nichts. Fachleute hätten ihm versichert, dass man über die Enthärtung ab 19,5 Grad deutscher Härte nachdenken könne. Ein Wert, der in den betreffenden Kommunen nicht erreicht sei. Die beschädigte Bellheimer Leitung stamme aus den 1970er Jahren und habe keine Spur von Rost gezeigt. Befürworter der Wasserentkalkung argumentieren unter anderem, dass geringere Kalkablagerungen in den Leitungen und Haushaltsgeräten Schäden vermindern könnten. Zum Schaden könne er noch keine Angaben machen, sagte Friedmann. Der Schaden an dem Rohrstück mit 50 Kubikmeter Inhalt, sei nicht so hoch. Kosten verursachten vor allem das Spülen zum Reinigen, die Wasserproben und der Wasserverlust. Der Wehrleiter der Verbandsgemeinde, Lothar Groth, sagte, der Wasserrohrschaden habe sich in der Versorgungsleitung bemerkbar gemacht. Probleme seien etwa in der Löschleitung von Kardex aufgetreten. Zum Glück habe es an dem Tag keinen Brand gegeben. Da Bellheim mit Tanklöschfahrzeugen nicht so gut versorgt sei, hätte man im Brandfall Hilfe aus dem Kreis anfordern müssen. Zwar seien solche Ereignisse wie am Donnerstag sehr selten, aber im Fall der Fälle wäre die Verbundleitung nach Offenbach von Vorteil gewesen. Laut Landesbetrieb Mobilität (LBM), Speyer, sollen die Bauarbeiten an der Südumgehung nach der für heute vorgesehenen Überprüfung der Leitung auf Keimfreiheit fortgeführt werden. Durch die beschädigte Leitung seien folglich nur unwesentliche Verzögerungen entstanden.