Kreis Germersheim Zahlen kennen keine Grenzen, Schulen jedoch schon
„Über 17.000 Schüler haben in Rheinland-Pfalz beim 27. Internationalen Klassenwettbewerb „Mathematik ohne Grenzen“ („Mathematiques sans frontières“) teilgenommen, in Europa über 200.000, berichtete der Wettbewerbsleiter für die Südpfalz, die Südwestpfalz und das Nordelsass und zweite Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, Rolf Kilian, bei der Siegerehrung in der Wörther Festhalle.
Dieser Wettbewerb will Jugendliche für Mathematik begeistern. Er wurde 1989 von der Académie des Strasbourg gegründet. Bereits ein Jahr später nahmen deutsche Schulen daran teil. In 90 Minuten müssen zehn Aufgaben (für die MSS 1 sind es 13 Aufgaben) gelöst werden. Welcher Schüler welche Aufgabe löst, ist dabei irrelevant, das Ergebnis der Klasse als solche wird gewertet. „Bei Mathematik ohne Grenzen ist Knobeln im Team angesagt. Der Wettbewerb eröffnet daher einen neuen Zugang zu mathematischen Fragestellungen und stärkt den Teamgeist“, erläuterte Wettbewerbsleiterin Wilrun Schellinger. Zudem fördere er fächerübergreifendes Denken, das Organisationsvermögen und die Verbesserung von Fremdsprachenkenntnissen: Die erste Aufgabe ist nämlich in einer Fremdsprache gestellt (französisch, englisch, spanisch und italienisch) und muss auch in der angegebenen Sprache beantwortet werden. Teilnehmen können Klassen der Stufen 10 und 11 (beim G 8 Jahrgänge 9 und 10). Damit die Siegerehrung der Idee des Austausches gerecht wird, sind stets Klassen aus der Region Nord-Alsace in die Südpfalz eingeladen, die in ihrer Region einen Preis errungen haben. Leider konnten diese „aus organisatorischen Gründen“ – wie es hieß – ihren Preis nicht in Wörth in Empfang nehmen. Dafür werden die beiden für den Austausch vorgesehenen Sieger-Klassen (Klasse 10d vom Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken und der Leistungskurs Mathematik vom Trifels-Gymnasium Annweiler) ihre Preise bei der Ehrung in Haguenau durch die französische Wettbewerbsleitung bekommen. Das bedauerte auch Pascal Zumstein, der Vorsitzende des nordelsässischen Vereins „Mathematiques sans frontières“. Hauptsächlich gab es wohl finanzielle Probleme, was die Beförderung mit dem Bus nach Wörth anging. Deshalb erklärte Landrat Fritz Brechtel, dass er sich 2018 dafür stark machen wolle, dass der Wettbewerb über PAMINA gefördert werde. Er sah Wörth als den richtigen Ort für die Siegerehrung an, da die Stadt zwischen Deutschland und Frankreich und zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg liege. Engelbert Beiser, Regionaldirektor der VR Bank Südpfalz und einer der Hauptsponsoren des Wettbewerbs erwähnte die Wichtigkeit einer guten Schulausbildung.