Kreis Germersheim Wunsch nach Tempo 30 in Hauptstraße bleibt bestehen

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Tempo 30 in der Hauptstraße – dieser Wunsch der Gemeinde Knittelsheim ist in greifbare Nähe gerückt. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat am Dienstag für die Geschwindigkeitsreduzierung auf der L 509 aus. Ein kleiner Wermutstropfen: Ein Schallgutachten rechtfertigt Tempo 30 nur für den Bereich zwischen den Anwesen Hauptstraße 7 und Hauptstraße 57. Der Rat wünscht sich das Tempolimit aber für die gesamte Ortsdurchfahrt.

Das Ergebnis einer schalltechnischen Untersuchung macht der Gemeinde Hoffnung auf Tempo 30: Bei 35,6 Prozent der berechneten 78 Gebäude liegt nachts eine Überschreitung nach den Lärmschutzrichtlinien der Straßenverkehrsordnung vor. Richtwert sind dabei 62 Dezibel. Tagsüber, da liegt der Richtwert bei 72 Dezibel, gibt es keine Überschreitung. Legt man jedoch die Bundesimmissionsschutzverordnung zugrunde, liegt die Überschreitung nachts bei 81,3 Prozent (Richtwert: 60 Dezibel) und tagsüber (70 Dezibel) bei 32,2 Prozent beziehungsweise bei 100 Prozent (nachts, 54 Dezibel) und 98,3 Prozent (tagsüber, 64 Dezibel). Ortsbürgermeister Ulrich Christmann (CDU) betonte, dass die „vielfältigen Aktivitäten der letzten Jahre“ zuletzt auch Lärmberechnungen durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) umfasst hätten. Er freute sich, dass sich die Bemessungsgrundlage für Tempo 30 vor gut acht Wochen verändert habe: „Es gab da eine sehr gute Bewegung.“ Mit den ursprünglichen Richtlinien hätten sich nur Chancen für Tempo 30 nachts ergeben. Da nun die 16. Bundesimmissionsschutzverordnung, die niedrige Grenzwerte vorsähe, herangezogen werden könne, sei auch ein Tempolimit tagsüber begründbar. Aufgrund der schalltechnischen Untersuchung kam auch die Verwaltung zum Ergebnis, dass „die Tatbestandsvoraussetzungen für die Anordnung verkehrsregelnder Maßnahmen zur Reduzierung des Straßenverkehrslärms an der Ortsdurchfahrt Knittelsheim vorliegen“. Das Ordnungsamt schlug vor, in der Ortsdurchfahrt Knittelsheim auf der L 509 zwischen den Anwesen Hauptstraße 7 und Hauptstraße 57 Tempo 30 anzuordnen. Zuvor soll die Regelung aber mit der Polizei abgestimmt und die Zustimmung des LBM in Koblenz eingeholt werden. Christmann sprach sich dafür aus, dem Beschlussvorschlag zu folgen. Dafür plädierte auch Herbert Metz (CDU). Seiner Aussage zufolge liegt nun eine belastbare Entscheidungsgrundlage vor: „Wir haben von der Landesregierung aufgezeigt bekommen, was geht, was man machen kann, wenn wir wollen.“ Stefanie Gödelmann (FWG) dankte den Mitgliedern der örtlichen Bürgerinitiative für deren engagierten Einsatz. Nicht nachvollziehbar war für sie, wieso „einige Häuser ausgegrenzt“ würden, Tempo 30 nicht für die gesamte Hauptstraße machbar sei und plädierte „generell für Tempo 30“. Christmann stimmte ihr zu. Sein Vorschlag: So beschließen, wie von der Verwaltung vorgeschlagen und Tempo 30 auf der gesamten Strecke wünschen. Dazu sagte auch der Rat einstimmig Ja. (nti)

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