Germersheim
Wohnungsbau: Alter Bahnhof soll saniert werden
Der alte Bahnhof in der gleichnamigen Bahnhofsstraße hat eine lange Geschichte und die soll nach dem Willen der Besitzerin Felicia Pop weitergehen. Zusammen mit ihrem Lebenspartner habe sie vor etwa zwei Jahren das unter Denkmalschutz stehende Gebäude gekauft. Die Verkäufer haben den Kontakt zur Stadt hergestellt und es war schnell klar, dass wir der Stadt helfen wollen, in dem wir „eine Kindertagesstätte für vier Gruppen“ in dem sanierten Gebäude errichten wollen. Allerdings seien die Vergaberichtlinien des Landes dem entgegengestanden. Alles hätte ausgeschrieben werden müssen. Zusammen mit der Stadt wurde „wirklich alles versucht“, sagt Felicia Pop. Seit September werde nun ein anderer Plan verfolgt.
Und auch hier habe es schon viele Gespräche mit Behörden gegeben, denn die Besitzer würden in das historische Gebäude gerne 16 Wohnungen machen. In einem denkmalgeschützen Gebäude keine einfache Sache, doch Felicia Pop und ihrem Lebensgefährten ist die Materie nicht fremd – sie haben Erfahrung mit der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Zusammen mit meinem „Lebensgefährten haben wir die ehemaligen Werkswohnungen der Offenburger Spinnerei saniert“. Fast drei Jahre dauerten die Arbeiten an – 80 Wohnungen wurden neu gestaltet. Alle hätten am Anfang gesagt, das müsse abgerissen werden, erzählt die Investorin. Doch habe es ganz gut funktioniert. Sie selbst hat „16 Wohnungen behalten und ein Boardinghaus eröffnet“, sagt Felicia Pop. Und das laufe sehr gut. Die anderen Wohnungen wurden vor der Sanierung verkauft. In das Gesamtprojekt flossen rund elf Millionen Euro.
Und das soll auch in Germersheim so geschehen. „Wir werden sanieren, aber für die neuen Besitzer“, erklärt Felicia Pop. Der Grund ist nicht, dass sie das Risiko nicht eingehen wolle, sondern, dass die neuen Wohnungseigentümer Zuschüsse/Kredite von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten können und in den Genuss „Abschreibungen für denkmalgeschützte Projekte kommen“. Dass das funktioniert, zeigt das Projekt Stengelkaserne/Karls Quartier. Dort wurden die ehemaligen Kasernengebäude in Wohnungen umgebaut und diese zuvor unter anderem an Kapitalanleger verkauft.
Die neuen Wohnungen im alten Bahnhof sollen zwischen 40 und 80 Quadratmeter groß sein. Insgesamt verfügt das Gebäude über eine Fläche von zirka 960 Quadratmetern - „mit den Abstellflächen im Dachgeschoss“, sagt die Besitzerin. Die Wohnungen im Erdgeschoss sollen eine kleine Terrasse erhalten. Für die Wohneinheiten im Obergeschoss „soll es eine Dachterrasse geben“, sagt Felicia Pop. Rund 4000 Euro je Quadratmeter müssen künftigen Kapitalanleger rechnen. „Investiert werden etwa vier Millionen Euro“. Mit der Denkmalschutzbehörde habe es bereits viele Gespräche gegeben. Obwohl vielleicht weniger als 50 Prozent der Fassade erhalten seien, wolle man diese erhalten. „Wir gehen respektvoll mit solchen Gebäuden um“, sagt die Besitzerin. Es gebe noch Details bei der Sanierung zu klären. So gebe es beispielsweise mehrere Fensterarten in dem Gebäude – Fenster mit Oberlichtern und mit Sprossen, Fenster ohne Sprossen. Alle Fenster sollen letztlich Sprossen und Oberlichter haben, wenn die Baupläne die Behörden und Gremien passiert haben. Anfangen möchte Felicia Pop so schnell wie möglich und hofft, dass bis zum Sommer die Baugenehmigung vorliege. Schon Ende kommenden Jahres könnten dann die ersten Mieter oder Wohnungseigentümer einziehen.