Kreis Germersheim WOCHEN-SPITZEN:
Vögel sind das absolut dominierende Thema dieser Woche. Ganz oben in den Schlagzeilen natürlich die Vogelgrippe beim Wörther Rassegeflügel. Da sind Schwan und Störche fast untergegangen. Störche? Ja, Störche! Oder besser gesagt ihr Nest, das in Lustadt vom Sturm zerstört wurde. Auch dort ist eine Rettungsaktion angelaufen, die allerdings vielversprechender scheint als die am Rülzheimer Panzergraben. Es gibt nämlich schon eine Zusage von den Pfalzwerken für einen neuen Holzmast zu sorgen, auf dem ein Storchennest gebaut werden könnte. Theo Gauweiler, auf dessen Gärtnereigelände der Mast steht, will ihn möglichst schnell aufstellen. Er rechnet damit, dass die Störche schon in zwei, drei Wochen wieder kommen. Die Idee mit dem robusteren Metallmast liegt aber vorerst auf Eis. Erstens, weil sich bisher kein Spender dafür gefunden hat. Zweitens, weil die Zeit bis zur Rückkehr der Störche nicht reicht, um ein Fundament zu betonieren und den Mast aufzustellen. Vielleicht später mal. „Mein lieber Schwan!“, möchte man ausrufen. Da schaffen es ausgewachsene Tierschützer, Jagdpächter, Feuerwehrleute, Veterinäre und Verwaltungsbeamte drei Tage lang nicht, einen verletzten Schwan aus einem vereisten, nur wenige Meter breiten Wassergraben zu bergen. Beim vierten Anlauf hatte der Schwan genug und hat sich trotz kranken Beins mit Flügelkraft davongemacht. Vielleicht war aber auch ein Fuchs der (ungebetene) Transporteur. Die Rettungsaktion wurde jedenfalls abgeblasen. Was bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack. Man mag über die Bedeutung eines Tierlebens denken, wie man will. Wenn man sich aber mal entschieden hat, dem Tier zu helfen, sollte das in unserer heutigen Welt binnen drei Tagen doch möglich sein. Verhindert hat der Schwan mit seinem Verschwinden allerdings einen drohenden Kleinkrieg um seinen Verbleib nach einer möglichen Rettung. Denn der Tierarzt für die kostenlose Behandlung und die Auffangstation für das Tier sind in einem anderen Landkreis. Der duldet aber keine Vögel aus dem Geflügelpestkreis Germersheim. Höchstens ganz kurz für die tierärztliche Behandlung. Dann aber schleunigst wieder ’raus. Etliche Telefonate später am Mittwochabend doch noch Entwarnung. Es hatte sich eine private Quarantänehütte im Kreis Germersheim gefunden. Zu spät. Am Donnerstag war der Schwan weg. Gute Nachricht, zumindest was die Unterstützung des Vereins angeht, sind aus Wörth zu vermelden. Zwar wird das Gelände der Rassegeflügelzüchter noch mehrere Wochen lang unter Quarantäne stehen und nur für wenige Mitglieder zugänglich sein – aber es gibt Unterstützung. Ein Baugeschäft und ein Futterhersteller haben Hilfe zugesagt und wollen einen Beitrag dazu leisten, dass möglichst viele der eingesperrtem Vögel die Quarantänezeit überleben. Schönes Wochenende |