KREIS GERMERSHEIM RHEINPFALZ Plus Artikel Wochen-Spitzen

Och nöh
Och nöh

Gottesdienst: Mit Apfelpflücker Kollekte gesammelt

So ein Apfelpflücker ist ganz schön praktisch. Mit seinem langen Stiel kommt man auch an die Früchte, die weit oben im Baum hängen. Dass ein solches Hilfsmittel derzeit auch ganz anders genutzt werden kann, demonstrierte Pfarrer Walter Riegel von der Friedenskirche Wörth. Beim 1. Picknick-Gottesdienst im Bürgerpark sammelte Riegel mit dem Apfelpflücker die Kollekte. So hielt er geschickt den nötigen Abstand zu den versammelten Teilnehmern ein, die es sich auf Stühlen oder auf Picknickdecken bequem gemacht hatten. Damit das Säckchen, in dem sonst die Äpfel den Weg vom Baum finden, nicht zu schwer wird, bat der Pfarrer augenzwinkernd darum, wenn möglich wenig schweres Münzgeld hinein zu werfen, sondern vielleicht eher leichtes Papiergeld. Schließlich gehe das Geld an Mitmenschen ganz in der Nähe. Profitieren sollen davon die Mitarbeiter im Pfarrer-Johann-Schiller-Haus, die in der aktuellen Situation eine noch mal schwerere Arbeit haben.

Kontrolle: Nicht alle Lampen Leuchten auch

Manchmal kommt es ganz unverhofft. Das hat sich zumindest Stadtratsmitglied Ansgar Mohr gedacht, als er direkt vor der Polizeiinspektion in Germersheim zur Kontrolle gebeten wurde. Der junge Polizist, der vermutlich kurz vor einer Prüfung stand, kontrollierte akribisch unter Aufsicht eines erfahrenen Kollegen, die Fahrzeuge. Er nahm, wie sich das gehört, diese Aufgabe sehr ernst – vielleicht zu ernst. Dieser Ansicht ist Ansgar Mohr. Jedes Teil der Kontrolle habe der junge Polizeianwärter laut und deutlich angesagt und vorgenommen. „Bis ins kleinste Detail wurde alles untersucht und kommentiert“, sagt Mohr. Mehr als 15 Minuten dauerte der Vorgang. Bei der abschließenden Untersuchung der Beleuchtungsanlage schien er endlich fündig geworden zu sein. Er stellte fest, dass das linke Abblendlicht nicht funktionierte, erteilte Mohr deshalb eine Verwarnung – ausnahmsweise ohne Gebührenpflicht – wie er erklärte und forderte den Fahrzeugführer auf, bis in spätestens zwei Tagen das Auto wieder zur Prüfung vorzufahren. Da Mohr mit dem Auto in den Abendstunden noch unterwegs sein wollte, fuhr er in die Werkstatt. Dort wurde sofort auch die Birne gewechselt. Mohr bat einen Werkstattmitarbeiter, die defekte Lampe zu überprüfen – und die funktionierte plötzlich. Nach einigem Hin und Her wurde dann auch festgestellt, dass das Abblendlicht gar nicht defekt war, sondern das „Kurvenlicht“. Und das war auch nicht kaputt, denn es leuchtet erfahrungsgemäß nur dann, wenn die Spur nach der entsprechenden Seite gelenkt ist. Zwei Stunden später wurde die Polizeiinspektion wieder aufgesucht, um den jungen Polizisten auf den Fehler bei der Kontrolle aufmerksam zu machen. Eine Kollegin nahm sich dieser Angelegenheit an und konnte ihr Grinsen nicht verbergen. Mit dem Wunsch, der junge Anwärter möge mit Erfolg seine Prüfung ablegen, bat Mohr noch darum, ihrem Kollegen auszurichten, sich vielleicht für den „kleinen Lapsus“ zu entschuldigen und die mündlich erteilte Verwarnung zurückzunehmen. Ob dieser Wunsch erfüllt wurde, ist der Redaktion leider nicht bekannt.

Misslungener Diebstahl: Raddieb fällt vom Fahrrad

Glücklicherweise ziemlich ungeschickt stellte sich am Montag ein Fahrraddieb in Lustadt an. Ein 29-jähriger Mann aus dem Kreis Südliche Weinstraße stellte sein Pedelec für kurze Zeit unverschlossen vor einem Einkaufsmarkt ab. Eine bessere Gelegenheit gibt es nicht, dachte sich ein 34-jähriger Fahrraddieb, setzte sich auf das fremde Gefährt und radelte davon. Den Diebstahl bemerkte das vermeintliche Opfer jedoch und rannte dem Dieb hinterher. Dieser kam mit der Situation und dem schnellen Bike nicht klar und stürzte in der Aufregung vom Fahrrad. Glück für den Radbesitzer und Pech für den Dieb. Er wurde bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten und muss sich wegen der Straftat nun verantworten.

Blumendiebstahl: Wer lesen kann, ist besser dran

Einige Spaziergänger und Radfahrer, die den Weg an der Bahnlinie zwischen Westheim und Lingenfeld nutzen, haben das Lesen offenbar verlernt. Vielleicht hat sie aber auch nur die Sonne zu sehr geblendet. Oder sind den Vorbeikommenden die prächtigen Farben der dort blühenden Blumen zu arg in die Augen gestochen? Apropos Blumen: Den Blühstreifen am Weg hat die Gruppe „Wir für Westheim“ vergangenes Jahr angelegt. Das Saatgut, das die Ortsgemeinde Westheim bezahlt hat, hat sich bezahlt gemacht, ist aufgegangen. Ein Licht, wem der Blühstreifen dienen soll, müsste eigentlich auch den Spaziergängern und Radfahrern aufgehen. Denn: „Diese Blumen gehören uns! Wir sind auf diese angewiesen!“, steht dort gut sichtbar auf Hinweisschildern. Und wer mit „uns“ gemeint ist, machen Abbildungen klar: Insekten. Fleißig wie Bienen, pflücken sich Bürger dort aber immer wieder kostenlose Blumensträuße – und machen dann den Abflug. Und das stachelt die Gemeinde und „Wir für Westheim“ gewaltig auf: „Lasst die Blumen für die Bienen stehen und unterstützt die Blumenläden!“, appelliert Westheims Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau auf der Facebook-Seite der Gemeinde. Heinz Rankel von „Wir für Westheim“ moniert, dass die von ihm aufgestellten Schilder regelmäßig umgetreten oder sogar zerstört würden: „Man fragt sich, was die Leute denken?“, so Rankel. Antwort: Sie denken nur an sich. Ein Schelm, der jetzt sagen würde, dass die einen Stich haben. Wie man der Sache den Stachel nehmen kann? Gestochen scharf und stichhaltig formuliert, die Moral von der Geschicht: Lasst die Schilder! Und klaut Blumen nicht!

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