Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wildparkstadion wird deutlich teurer

Das Wildparkstadion: Beim laufenden Umbau wurde festgestellt, dass der anvisierte Preis nicht gehalten werden kann.
Das Wildparkstadion: Beim laufenden Umbau wurde festgestellt, dass der anvisierte Preis nicht gehalten werden kann.

Die Stadt Karlsruhe muss beim Neubau des Wildparkstadions wohl mit Mehrkosten im zweistelligen Millionenbereich rechnen. Dies geht aus mehreren Presseberichten und Stellungnahmen von Gemeinderatsmitgliedern hervor, die in den vergangenen Tagen in der Stadt die Runde machten.

Die Stadt selbst will sich erst nach der Sitzung der sogenannten Wildparkkommission heute äußern, wobei sich dies bis in die Abendstunden hin ziehen könnte. Spannend ist allerdings, wie der Gemeinderat reagieren wird. Denn Zahl der Gegner eines Stadionneubaus ist bei den zurückliegenden Wahlen spürbar gestiegen. Grüne, Karlsruher Liste, Die Linke und die AfD haben inzwischen eine knappe Mehrheit.

Ob diese Mehrheit die Mehrkosten einfach abnicken wird oder versucht, Einsparungen durchzusetzen, ist absolut offen. Zumal sich auch die Befürworter des Stadionneubaus auf einen Kostendeckel in Höhe von ursprünglich 85 Millionen Euro für den Stadionkörper verständigt hatten, der dann auf 74 Millionen abgespeckt wurde. Weitere 8,5 Millionen Euro waren damals für „Unvorhergesehenes“ vorgesehen. Hinzu kommen die Kosten für Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld des Stadions, für die bisher gut 46 Millionen Euro veranschlagt waren und die nicht über Pachtzahlungen des KSC refinanziert werden.

Bis zu 150 Millionen Euro

Statt insgesamt knapp 123 Millionen Euro ist nun aber von bis zu 150 Millionen Euro die Rede. Als Kostentreiber werden vor allem stark steigende Baupreise genannt, die der boomenden Konjunktur im Baugewerbe geschuldet sind. Auch die Verzögerungen beim Baubeginn, die Streitigkeiten zwischen der Stadt und dem KSC geschuldet sind, könnten sich nun teuer auswirken. Hinzu kämen höhere Anforderungen beim Brandschutz.

Im Stadionumfeld ist auch von Planungsfehlern die Rede. Ein großes Becken, in dem das Regenwasser zunächst aufgefangen werden soll, sei zu klein dimensioniert. Ob Fehlplanung oder neue Berechnungen mit Blick auf den Klimawandel und die zu erwartenden, extremeren Wetterereignisse, ist offen. Dessen ungeachtet schreitet der Neubau planmäßig voran. Derzeit wachsen die ersten Stützpfeiler der Osttribüne in den Himmel. Das Stadion soll im Sommer 2022 fertig sein.

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