Kreis Germersheim
Westheim: Gemeinderat gegen Umnutzung der ehemaligen Gaststätte Zum Ochsen
Weil Anwohner bei Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau (FWG) über Lärmbelästigungen geklagt hatten und negative Auswirkungen aufs Dorf nicht ausgeschlossen werden konnten, hat der Ortsgemeinderat Westheim mit großer Mehrheit die Umnutzung der ehemaligen Gaststätte „Zum Ochsen“ und der dazugehörigen Wohnung in eine Gemeinschaftsunterkunft abgelehnt.
Nur Beigeordneter Michael Gloss (FWG) stimmte für das Projekt, wie es die Verwaltung empfohlen hatte. Ingrid Allbrecht (SPD) bat zu prüfen, was die Wohnform Gemeinschaftsunterkunft konkret bedeute und welche rechtlichen Voraussetzungen hierfür erfüllt werden müssten. Als Anliegerin informierte sie, dass bereits „mehr als 20 Personen“ im Gebäude wohnten. Sie befürchtete „sicherheitsrelevante Probleme“ – unter anderem beim Brandschutz: „Ich habe da ganz große Bedenken. Das ist ein ganz heißes Eisen. Wir sollten sehr vorsichtig vorgehen.“ Für den zweiten Beigeordneten Michael Gloss (FWG) war klar, dass der Rat nur prüfen müsse, ob der Bau ins Dorfgebiet passe. Da äußerlich lediglich der ehemalige Zugang zur Gaststätte verschlossen worden sei, ändere sich an den Ausmaßen nichts: „Alles andere wird von der Kreisverwaltung geprüft“, sagte er. Und empfahl Allbrecht, dort vorzusprechen. Seinen Angaben zufolge ist das Gebäude „als Übernachtungsmöglichkeit für Arbeiter, Monteure und Lkw-Fahrer gedacht“. Markus Simon (SPD) betonte: „Es bringt nichts, wenn eine einzelne Person zur Kreisverwaltung geht. Wir müssen als Gemeinde anklopfen und sagen: Guckt euch das ganz genau an!“ Die Ablehnung des Bauantrags sei die einzige Möglichkeit der Behörde zu sagen, wir haben etwas dagegen“, betonte Alexander Dietz (SPD). Dass der Rat mögliche Auswirkungen aufs Dorf im Blick haben müsse, war ebenso für den ersten Beigeordneten Gerhard Weiss (FWG) klar. Auch er war skeptisch: „Da passiert eventuell etwas, wo wir das Auge drauf werfen müssen.“ Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau resümierte: „Man kann durchaus dagegen sein, das Einvernehmen herzustellen.“