Kreis Germersheim „Werbeplakate in Afrika für Aufklärung nutzen“

Die Flüchtlingsströme aus Afrika treiben auch Siegbert Kemmer, Vorsitzender der Togofreunde Jockgrim, um. Deshalb hat an er jetzt das Auswärtige Amt Berlin und die Bundestagsausschüsse geschrieben.
Kemmer, der sich seit Jahrzehnten vor allem für Togo engagiert, aber zum Beispiel auch schon bei einem ökumenischen Einsatz im Libanon war, hat sich Gedanken über Lösungsansätze gemacht. So schlägt er vor, dass das Auswärtige Amt enger mit den afrikanischen Botschaften kooperiert. „Dass eine gezielte Einwanderung über die Botschaften in Afrika möglich sein müsste, ist unstrittig“, schreibt er. Die riesigen Werbeplakate, die vor Ort in Afrika beispielsweise genutzt werden, um auf notwendige Gesundheitsmaßnahmen hinzuweisen, könnten auch genutzt werden, um auf die Situation in Europa hinweisen. In den Fernsehprogrammen könnten Spots eingeblendet werden, „Fußballübertragungen, die oft von vielen jungen Afrikanern im Fernsehen gesehen werden, bieten sich an, um hier entsprechende Einblendungen zu senden“, schreibt Kemmer. Auch die Deutsche Welle und die Radiosendungen der kirchlichen Hilfswerke könnten aufklärende Berichte senden. Ein weiterer Gedanke: „In den Abreiseorten, vor der Flucht durch die Sahara, sollten erfahrene und sich durch Autorität auszeichnende Afrikaner die jungen Menschen beraten und sie von der Flucht abhalten.“ Die Gelder, die in Europa für die Unterkunft und Verpflegung bereitgestellt werden, könnten „im Umkehrschluss, wenn ehrlicher Wille vorhanden ist und Korruption weitestgehend ausgeschlossen werden kann“, in den jeweiligen Ländern gezielt zur Förderung eingesetzt werden, schlägt Kemmer vor. Auch müsste eindeutig geklärt werden, dass im Augenblick die humanitäre Hilfe für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben muss. „Erst in der Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit in den überfüllten Quartieren wächst bei vielen Afrikanern dennoch die Sehnsucht nach ihrer Heimat, die sie im Herzen tragen“, schreibt Kemmer zum Abschluss. „Es ist jene Heimat, die ihnen einen Familienzusammenhalt bot und auch im einfachsten Leben für viele lebenswert ist und war.“ (rhp)